Philippinen

Philippinen: Lokalaugenschein in San Miguelay

In einigen entlegenen Gebieten, die von Taifun Haiyan getroffen wurden, warten die Menschen noch immer auf Hilfe. Die Teams der medizinischen Nothilfeorganisation Ärzte ohne Grenzen / Médecins Sans Frontières (MSF) suchen weiterhin abgeschiedene Dörfer auf um mobile Kliniken durchzuführen und Hilfsgüter zu verteilen. Eines dieser Dörfer ist San Miguelay.

Als der Taifun San Miguelay erreichte – eine Gruppe von etwa 100 Häusern in der Nähe von Santa Fe im Osten der Insel Leyte – beeilte sich die 42-jährige Venia Gesola, mit ihren Kindern so rasch wie möglich die örtliche Schule zu erreichen. Die meisten BewohnerInnen der kleinen Gemeinde hatten sich in diesem Gebäude im Dorfzentrum versammelt, um Schutz vor dem Sturm zu suchen.

Vier von fünf Häusern zerstört

„Wir hatten große Angst", erzählt Venia. „Bäume flogen nur so durch die Luft – manche von ihnen fielen auf das Dach des Gebäudes. Aber als der Sturm endlich abflaute war es noch lange nicht vorbei, denn dann kam das Wasser." Die Überschwemmung, die auf den Sturm folgte, zerstörte die meisten der noch stehenden Häuser. Als sich das Wasser wieder zurückzog, waren vier von fünf Häusern in San Miguelay Ruinen. Die Zahl der Todesopfer war jedoch bei null: „Glücklicherweise haben alle überlebt", so Venia.

Die Witwe und Mutter von vier Kindern wartet in einer Schlange auf die Verteilung von Hilfsgütern durch das Team von Ärzte ohne Grenzen . Geduldig reihen sich die DorfbewohnerInnen ein, bis sie ihre drei Pakete erhalten, die von Lastwägen aus weitergereicht werden. Eines der Pakete beinhaltet Moskitonetze, Decken und genügend Plastikplanen, um eine temporäre Unterkunft zu bauen. Das zweite Paket besteht aus Kochtöpfen und –utensilien, und das dritte Paket – ein so genanntes „Hygiene-Kit" – aus Seife, Hygienetüchern und einem Kübel. Wie vielen anderen Familien in San Miguelay ist Venia und ihren vier Kindern nichts geblieben als die Überreste ihres ehemaligen Zuhauses. Sie hat derzeit Unterschlupf bei ihren Eltern gefunden, die in einer kleinen Hütte leben, das die Zerstörung überstanden hat.

Entlegene Gebiete haben bisher wenig Hilfe erhalten

Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen in San Miguelay sind Teil einer groß angelegten Verteilung von Hilfsgütern an etwa 6.000 Haushalte in diesem Gebiet. Teil der Lieferungen sind auch Wiederaufbau-Kits mit Hämmern, Nägeln und anderen Werkzeugen um Familien dabei zu unterstützen, ihre Häuser wieder aufzubauen. Das Team von Ärzte ohne Grenzen konzentriert sich darauf, entlegene ländliche Gemeinden zu erreichen, die bisher nur wenig Hilfe erhalten haben – Orte wie San Miguelay, wo die EinwohnerInnen vergangene Woche Nahrungsmittel erhalten haben, aber seitdem keine weiteren Lieferungen.

Das Team von Ärzte ohne Grenzen haben nun die Verteilung der Hilfsgüter in San Miguelay abgeschlossen und bereiten sich darauf vor, zum nächsten Dorf aufzubrechen. Venia bedankt sich so wie viele andere bei den MitarbeiterInnen für ihre Hilfe. Wenn man Venia nach ihren Plänen fragt, zögert sie: „Ich weiß nicht, was die Zukunft für uns bringen wird. Ich hoffe, dass ich mein Zuhause und mein Leben wiederaufbauen kann, aber momentan weiß ich noch nicht, wo ich anfangen soll."

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