„Sexuelle Gewalt ist eine Geißel unserer Gesellschaft“

03.08.2009
Theresa Saday, 40, hilft Opfern sexueller Gewalt - einer der furchtbaren Konsequenzen von Liberias 14-jährigem Bürgerkrieg. Deswegen ist sie heute in Bushrod Island, einem dicht besiedelten Stadtteil Monrovias, in dem Ärzte ohne Grenzen ein Programm für Opfer sexueller Gewalt betreibt.

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Teresa liberia 2009
02.08.2009: Theresa Saday arbeitet in einem Programm von Ärzte ohne Grenzen für Opfer sexueller Gewalt in der liberischen Hauptstadt Monrovia

Theresa Saday, 40, hilft Opfern sexueller Gewalt - einer der furchtbaren Konsequenzen von Liberias 14-jährigem Bürgerkrieg. Die Mehrheit der Opfer sind Kinder, und als Mutter einer Tochter teilt Theresa die Angst vieler liberianischer Eltern um die Sicherheit ihrer Kinder. Ihre Tochter ist 16 Jahre alt, und Theresa sorgt sich jeden Tag um ihr Wohl und um ihre Zukunft. Deswegen ist sie heute in Bushrod Island, einem dicht besiedelten Stadtteil Monrovias, in dem Ärzte ohne Grenzen ein Programm für Opfer sexueller Gewalt betreibt.

„Jeden Tag begegne ich Opfern sexueller Gewalt und ihren Eltern. Sie zu treffen motiviert mich und treibt mich im Kampf gegen sexuelle Gewalt an. Diese Kinder brauchen meine Hilfe, und ich möchte, dass andere Kinder, Frauen und Männer in Liberia in Sicherheit und Respekt leben können.“Theresa arbeitet seit fünf Jahren in dem Programm von Ärzte ohne Grenzen, wo sie psychosoziale und emotionale Unterstützung für Opfer sexueller Gewalt und deren Eltern anbietet. Sie hilft - gemeinsam mit in dem Programm beschäftigten Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern – Betroffenen dabei, das Trauma sexuellen Missbrauchs zu überwinden und das nötige Vertrauen aufzubauen, um die verfügbare Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Ärzte ohne Grenzen ist gemeinsam mit dem liberianischen Gesundheitsministerium und der lokalen Polizei Teil einer speziellen Einrichtung, die daran arbeitet, dass Fälle sexuellen Missbrauchs korrekt dokumentiert werden und Opfer Zugang zu medizinischer und juristischer Unterstützung erhalten. Doch noch ist es eine große Herausforderung, Vergewaltigungsopfer und ihre Eltern davon zu überzeugen, dass das Melden eines sexuellen Übergriffs das Richtige ist.

„Wir treffen täglich Eltern, die unglücklich darüber sind, dass ihre Kinder, die vergewaltigt und missbraucht wurden, zur Polizei gehen. Diese Eltern haben Angst um die Sicherheit ihrer Kinder. Deshalb kommen Sie zu uns und suchen Unterstützung.“

 

"Unserer Gesellschaft steht eine dunkle Zukunft bevor, solange unsere Kinder von sexuellem Missbrauch und Gewalt bedroht sind."

 

Theresa spielt außerdem eine wichtige Rolle darin, die liberianische Regierung dazu zu bewegen, kostenlosen Zugang zu medizinischer Behandlung für alle Opfer sexueller Gewalt zu gewähren. Ihre Erfahrungen in zwei Gesundheitszentren und einem Krankenhaus, in denen Ärzte ohne Grenzen arbeitet, geben ihr die Stärke, über den dramatischen Anstieg an sexueller Gewalt zu sprechen und an die Regierung zu appellieren, etwas dagegen zu tun.

„Jede Woche ist eine Herausforderung. Aber die vergangenen fünf Jahre der Arbeit mit Ärzte ohne Grenzen waren sehr aufbauend. Unserer Gesellschaft steht eine dunkle Zukunft bevor, solange unsere Kinder von sexuellem Missbrauch und Gewalt bedroht sind.“