Sorge um das Wohlergehen von Millionen Menschen, die von Naturkatastrophen auf den Philippinen betroffen sind

Am vergangenen Samstag hat ein zweiter Wirbelsturm den Norden der Philippinen getroffen. Er hat großen Schaden angerichtet und 15 Menschen getötet. 170.000 Menschen wurden in Erwartung des Wirbelsturms "Parma" im Vorfeld evakuiert. Ein Team von Ärzte ohne Grenzen ist heute nach Tuguegarao aufgebrochen, einer Stadt im Norden der Insel, um die Bedürfnisse der dort lebenden Menschen zu untersuchen.

Der Wirbelsturm hat zur Erleichterung der Bewohner der Hauptstadt Manila weniger Regen mit sich gebracht, als erwartet. Viele haben dort nach dem Wirbelsturm Kestsana am vergangenen Samstag zuschauen müssen, wie ihre Häuser in den Fluten verschwanden. Nach offiziellen Angaben sind in Manila und Umgebung etwa 300 Menschen bei dem Wirbelsturm Kestsana getötet und 320.000 vertrieben worden. Insgesamt sind 3,9 Millionen Menschen von der Katastrophe betroffen.

"Heftiger Regen hätte die bereits schwierige Situation verschärft", sagt Oifa Bouriachi, Nothilfekoordinator von Ärzte ohne Grenzen in Manila. "Manila und die nähere Umgebung wurden bei dem Wirbelsturm in der vergangenen Woche verwüstet. Zehntausende Familien leben noch in Evakuierungszentren. Unsere Mitarbeiter untersuchen weiterhin die Lage und leisten die nötige Hilfe."

Medizinische Hilfe und Verteilung von Hilfsgütern

Ärzte ohne Grenzen hat zur Unterstützung ein internationales Nothilfeteam mit 20 Mitarbeitern auf die Philippinen geschickt. Zwei mobile Teams führen täglich etwa 140 medizinische Konsultationen in einigen der 505 Evakuierungszentren in Manila und Umgebung durch. Außerdem werden die Menschen psychologisch unterstützt, die an posttraumatischem Stress leiden. Ärzte ohne Grenzen verteilt darüber hinaus Gebrauchsgegenstände in den Evakuierungszentren, einschließlich Hygienepakete für 6.500 Menschen. Ab morgen werden auch in Laguna Bay, südöstlich von Manila, Gebrauchsgegenstände verteilt. Dazu gehören Seife, Schüsseln und Plastikplanen. Die Menschen werden dort ebenfalls ambulant behandelt. Das Gebiet steht immer noch völlig unter Wasser und rund 100.000 Menschen leben in Evakuierungszentren.

Teams von Ärzte ohne Grenzen erkunden, auch per Hubschrauber, die Situation in und um Manila kontinuierlich neu. Auch wenn die philippinischen Behörden unverzüglich und effektiv reagiert haben, haben einige Regionen noch keine Hilfe erhalten. Die unermessliche Weite und Topografie der Region erschwert es, die Menschen zu erreichen, die möglicherweise dringend Hilfe benötigen.

Weitere Regenfälle in dieser Jahreszeit wahrscheinlich

Unterdessen bleiben die Menschen besorgt. "Es ist die Jahreszeit für den Monsun auf den Philippinen und es wird befürchtet, dass es in den kommenden Tagen noch mehr regnen wird. Die Wettervorhersage sieht nicht gut aus. Erneute Fluten wären für die Bevölkerung, die bereits schutzlos ist, katastrophal. Viele Regionen stehen noch immer unter Wasser. Alle sind sehr aufmerksam", erklärt OIfa Bouriachi.

Das könnte Sie auch interessieren

Teilen

Vervielfältigen