Türkei

Türkei: Ärzte ohne Grenzen eröffnet medizinische Einrichtung für syrische Frauen und Kinder in Gaziantep

In Partnerschaft mit Physicians Across Continents (PAC) hat Ärzte ohne Grenzen in Gaziantep in der Süd-Türkei ein Gesundheitszentrum eröffnet. Die Einrichtung ist speziell auf die medizinischen Bedürfnisse von syrischen Frauen und Kindern ausgerichtet.

Schätzungsweise 2,5 Millionen Flüchtlingen aus Syrien leben in der Türkei. Etwa 400.000 von ihnen befinden sich in Gaizantep, im Süden des Landes. Die Hälfte davon sind Kinder unter 15 Jahren und etwa 100.000 sind Frauen im gebärfähigen Alter.

„Wir haben herausgefunden, dass die syrische Bevölkerung in Gaizantep im Bereich medizinische Hilfe vor allem Unterstützung in der Behandlung von Frauen und Kindern braucht. Uns ist bewusst, dass die türkische Regierung angesichts so vieler Menschen mit der Aufgabe stark belastet war“, sagt Massimiliano Rebadengo, Landeskoordinator von Ärzte ohne Grenzen in der Türkei.

In der von uns betriebenen Klinik werden Frauen gynäkologische Sprechstunden, Unterstützung bei der Familienplanung sowie vor- und nachgeburtliche Hilfe angeboten. In komplizierten Fällen und zur  Geburt werden sie an ein lokales, türkisches Krankenhaus überwiesen.

In der Einrichtung arbeitet syrisches Personal

Mit den türkischen Behörden wurde die Übereinkunft getroffen, das Personal des Gesundheitszentrums mit syrischen Kinderärzten, Ernährungsexperten, Gynäkologen und Hebammen aus Syrien zu besetzen: „Wir haben uns dazu entschieden, ein komplett syrisches Team für die Untersuchungen einzusetzen,  weil wir bei Gesprächen mit den Patientinnen erkannt haben, dass sie sich bei einem syrischen Team wohler fühlen würden. Die Sprache kann auch ein Problem sein, also haben wir versucht das zu umgehen“, sagt Massimiliano.

Die Einrichtung ist fünf Tage pro Woche geöffnet, und ein Termin ist nicht notwendig. Unser Team kann etwa 120 Frauen pro Tag betreuen.

Die pädiatrische Klinik, die von PAC betrieben wird, bietet Untersuchungen für Kinder unter 15 Jahren, Impfungen und Ernährungsberatung an.

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