Zentralafrikanische Republik: Dutzende Verletzte nach Kämpfen in Bangui

Bangui/Berlin, 5. Dezember 2013. Nach Kämpfen in Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik, haben Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen in zwei Krankenhäusern Verletzte behandelt.

Seit fünf Uhr am Donnerstagmorgen kam es in mehreren Vierteln von Bangui zu gewalttätigen Zusammenstößen, Schusswechseln und Explosionen. „Bewaffnete Gruppen haben eine Offensive auf die Stadt gestartet, die Kräfte der früheren Séléka-Allianz haben das Feuer erwidert", sagt Thomas Curbillon, Landeskoordinator von Ärzte ohne Grenzen. „Es liegen Leichen auf den Straßen."

Nach Beginn der Kämpfe sind Teams von Ärzte ohne Grenzen in zwei Krankenhäuser von Bangui gefahren, um sie dabei zu unterstützen, mit der Behandlung mehrerer Notfall-Patienten gleichzeitig zurecht zu kommen.

Sechzehn Mediziner der Organisation arbeiten seitdem in der Notaufnahme, der Chirurgie und der stationären Abteilung des staatlichen Krankenhauses (Hôpital Communautaire) mit. „Bis heute Nachmittag haben wir 90 Notfall-Patienten geholfen, ungefähr 70 davon hatten schwere Verletzungen, sieben von ihnen mussten sofort operiert werden.", sagt Curbillon. „Die meisten hatten Schussverletzungen oder Verwundungen durch Macheten oder Messer." Fünfzig Tote wurden in das Leichenschauhaus des Krankenhauses gebracht.

Drei weitere Mitarbeiter helfen im „Krankenhaus der Freundschaft" (Hôpital de l´Amitié), Verletzte zu behandeln und Schwerverletzte in das staatliche Krankenhaus zu überweisen. Im Lauf des Vormittags wurden zehn Verwundete dorthin gebracht.

„Gegen Mittag schienen die Kämpfe mit schweren Waffen nachzulassen, aber man hörte noch sporadische Schüsse", sagt Curbillon. „Derzeit sind die beiden Krankenhäuser einsatzfähig, es gibt weiterhin Strom und fließendes Wasser. Aber wir beobachten die Situation genau und sind bereit, schnell zu reagieren." Teams von Ärzte ohne Grenzen haben sich darauf vorbereitet, im Notfall Krankenhäuser und Gesundheitszentren mit Medikamenten, chirurgischem Material, Wasser und Treibstoff zu versorgen.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 1997 in der Zentralafrikanischen Republik. Zurzeit betreibt die Organisation zehn Projekte, darunter drei Notfall-Projekte in Bossangoa, Bouca und Bria. Mehr als 100 internationale und etwa 1.100 zentralafrikanische Mitarbeiter arbeiten dort in sieben Krankenhäusern mit insgesamt 800 Betten, in zwei Gesundheitszentren und 40 medizinischen Behandlungsstellen. Ein mobiles Team versorgt Patienten in den Gebieten um Bouar, Mbaiki und Yaloké. Die Teams stellen in diesen Gebieten die medizinische Versorgung von etwa 400.000 Menschen sicher.

Teilen

Vervielfältigen