Zentralafrikanische Republik

Zentralafrikanische Republik: Erneute Gewalt verhindert Zugang zu medizinischer Hilfe

Die Lage in der zentralafrikanischen Hauptstadt Bangui ist erneut extrem angespannt, nachdem am 7. Oktober eine neuerliche Welle der Gewalt die Stadt erschütterte. Männer und Jugendliche haben sich an strategischen Straßenkreuzungen in der gesamten Stadt positioniert und Straßensperren errichtet. Der Zugang zu Verletzten ist so für Ärzte ohne Grenzen und andere Hilfsorganisationen äußerst erschwert.

Am 7. Oktober hatte ein isolierter Granatenangriff zu neuerlichen gewaltsamen Zusammenstöße in Bangui geführt. Am Abend desselben Tages behandelte das Team von Ärzte ohne Grenzen im Allgemeinen Krankenhaus 13 Verletzte; ein Verwundeter erlag seinen Verletzungen. Die Kämpfe begleitet durch eine weitere Anspannung der ohnehin schwierigen politischen Situation: Ein Anführer der Anti-Balaka-Milizen forderte den Rücktritt der zentralafrikanischen Präsidentin.

Zugang zu Hilfe beinahe unmöglich

Seitdem schallt der Lärm von schweren Artilleriegranaten und Gewehrfeuer durch die Stadt, vor allem nachts. Der Zugang zu medizinischer Hilfe ist seitdem quasi unmöglich. In den meisten Gebieten verstecken sich die BewohnerInnen in ihren Häusern. Nur wenige Krankenwagen sind auf den Straßen zu sehen. In den vergangenen drei Tagen haben die medizinischen Teams von Ärzte ohne Grenzen in Bangui insgesamt 56 Verletzte in drei Krankenhäusern behandelt.

„Wir schafften es, am 8. Oktober eine verwundete Person im Gebiet PK5 zu erreichen. Doch mittlerweile ist es für uns auf Grund der angespannten Lage nicht mehr möglich, uns in der Stadt zu bewegen“, erklärt Claude Cafardy, stellvertretender Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen in Bangui. Es besteht das reale Risiko, dass Verwundete kein Krankenhaus aufsuchen, um behandelt zu werden – entweder weil sie keine Transportmöglichkeit finden oder weil sie zu viel Angst haben, unterwegs angegriffen zu werden.

Teams können Arbeit nicht fortsetzen

Nachdem manche der Kämpfe nur einen Steinwurf weit entfernt von der Unterkunft der Teams von Ärzte ohne Grenzen stattfinden, sind die MitarbeiterInnen in die Ecke gedrängt – sie können nicht das Gesundheitszentrum Mamadou M’baiki aufsuchen und ihre Arbeit fortsetzen. Die zentralafrikanischen MitarbeiterInnen von Ärzte ohne Grenzen haben ebenfalls erhebliche Probleme, in eines der Krankenhäuser zu gelangen.

„Heute herrscht eine tödliche Ruhe in Bangui“, so Cafardy. „Und der Zugang zu medizinischer Hilfe ist so gut wie lahm gelegt.“

Mehr erfahren: Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen in der Zentralafrikanischen Republik

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