25.02.2022

So helfen wir

Derzeit sind rund 570 ukrainische und 133 aus dem Ausland eingereiste Mitarbeiter:innen im Land im Einsatz und leisten Hilfe. Da sich die Lage in den Kampfgebieten schnell ändert, beobachten wir kontinuierlich die Dynamiken, um unsere Mitarbeiter:innen zu schützen und unsere Aktivitäten an die Bedürfnisse der Menschen anzupassen.

  • Wir liefern medizinische und humanitäre Hilfsgüter in die Ukraine. Seit 24. Februar brachten wir mehr als 800 Tonnen an Hilfsgütern in die Ukraine.
  • Wir bringen Mitarbeiter:innen, darunter Chirurg:innen, Psycholog:innen und Krankenpfleger:innen ins Land und halten Schulungen für Notfallversorgung, Triage und Kriegschirurgie ab - vor Ort und auch remote. 
  • Wir evakuieren Patient:innen mit medizinischen Zügen aus überlasteten Kliniken nahe der Front.
  • Wir unterstützen bei der Versorgung von Überlebenden sexualisierter Gewalt: Wir bilden psychologische Ersthelfer:innen aus, schulen Mitarbeiter:innen in Frauenhäusern, beraten zu psychischer Gesundheit und bieten eine Telefon-Hotline für Menschen an, die von sexualisierter und häuslicher Gewalt betroffen sind. 
  • Wir versorgen Menschen in mobilen Kliniken.
  • Wir sorgen dafür, dass Menschen mit chronischen Krankheiten ihre Behandlung fortsetzen können. 
  • Wir helfen den Geflüchteten und anderen Helfer:innen an den Grenzen in Polen, Ungarn, der Slowakei und der Republik Moldau: Zum Beispiel bieten wir medizinische und psychologische Unterstützung an der ukrainischen Grenze zur Republik Moldau. Zusätzlich haben wir mobile Kliniken an die polnische und ungarische Grenze gebracht. 
  • Unsere Mitarbeiter:innen in der Ukraine evaluieren weiterhin, wo der größte Handlungsbedarf besteht. Ein Netzwerk von Mediziner:innen an verschiedenen Orten im Land unterstützt uns.

Jetzt helfen!

12.8.2022

25.7.2022

Insgesamt haben wir zwei medizinische Transportzüge in der Ukraine im Einsatz. Bisher konnten so mehr als 1.000 Patient:innen von Kriegsgebieten im Osten in sichere Gebiete des Landes transportiert und auf der Fahrt versorgt werden. Die unten stehende Grafik zeigt jenen Zug, der auch Intensivpatient:innen aufnehmen kann. Im zweiten Zug ist dafür eine höhere Aufnahme von Patient:innen möglich.


Der Zug ist in unterschiedliche Abteilungen gegliedert: Neben der medizinischen Grundversorgung und zwei Krankenstationen gibt es eine Intensivstation mit fünf Betten. Daneben befindet sich ein Wagon zur Sauerstoffproduktion, die Leitungen hier sind direkt mit der Intensivstation verbunden. So können zwei Intensivbetten mit 60 Litern Sauerstoff pro Minute versorgt werden. In einem weiteren Wagen findet sich ein Generator zur Stromerzeugung, auch Bereiche für die Mitarbeiter:innen sowie Angehörige von Patient:innen finden im Zug Platz.


Der Zug wurde gemeinsam mit dem ukrainischen Gesundheitsministerium und der ukrainischen Bahn entwickelt. So wurden etwa Türöffnungen verbreitert und Trennwände entfernt, um die Arbeit in den Wagons zu erleichtern.

Ukraine Zug
MSF

5.7.2022

1.7.2022

Bereits mehr als 800 Menschen konnten wir mit unseren medizinischen Zügen aus besonders stark vom Krieg betroffenen Gebieten im Osten der Ukraine in sichere Regionen des Landes transportieren. Neben kürzlich im Krieg verwundeten Personen – viele von ihnen Zivilist:innen - versorgen wir auf dieser bis zu 30-stündigen Fahrt ebenso Langzeit-Krankenhauspatient:innen.

9.6.2022

19.5.2022

Unser mobiles Klinikteam bietet den Bewohner:innen von Dörfern, die zuvor von Truppen besetzt oder eingekesselt waren, psychologische Erste Hilfe und psychosoziale Beratung sowie ärztliche Beratung und notwendige Medikamente. 

"Ich habe Angst. Ich fange aus dem Nichts an zu weinen - ohne besonderen Grund."

Eine ältere Frau aus dem kleinen Dorf Hrabiv besuchte unser mobiles Klinikteam. Sie sprach mit unserer Psychologin darüber, wie sie darauf reagierte, dass ihr Dorf mehrere Wochen lang von Truppen eingekesselt war.

Die Dorfbewohner:innen kehren langsam zur Normalität zurück, aber viele sind immer noch betroffen. Sie haben Angst vor den zurückkehrenden Truppen. Sie sind besorgt um sich selbst und ihre Angehörigen.

10.5.2022

Psychologische Ersthilfe in Zaporizhzhia

Menschen, die vor den schweren Kämpfen in Teilen der Südostukraine fliehen, kommen zunächst in der Stadt Zaporizhzhia an. Ein Einkaufszentrum dort wurde in ein Aufnahmezentrum umgewandelt. Die Menschen können sich registrieren lassen und erhalten Hilfe zur Deckung ihrer unmittelbaren Grundbedürfnisse wie Nahrung, Wasser, medizinische Versorgung, soziale Unterstützung und Unterkunft. Unser Team für psychische Gesundheit arbeitet im Aufnahmezentrum, um den Menschen nach ihrer Flucht psychologische Erstversorgung zu bieten.
Die psychologischen Ersthelfer:innen sorgen dafür, dass sich die Überlebenden in Sicherheit fühlen, ihre unmittelbaren psychologischen Bedürfnisse erkannt und sie mit der Hilfe und den Ressourcen in Verbindung gebracht werden, die sie benötigen. 

27.4.2022

Wir haben einen weiteren Evakuierungszug in der Ukraine im Einsatz. Dieser hat insgesamt acht Wagons und auch eine Intensivstation mit fünf Betten, um schwer verletzte Patient:innen und ihre Familienmitglieder aus Spitälern im Osten des Landes nach Lemberg und Ivano Frankivsk zu bringen. 

21.4.2022

Karte Einsätze Ukraine
MSF

20.4.2022

14.4.2022

Unser Evakuierungszug war wieder im Einsatz. Bei unserer nun fünften Fahrt haben wir elf Patient:innen - vor allem Kinder, die bei Angriff auf dem Bahnhof Kramatorsk (siehe Update 8.4.) verletzt wurden - und 78 Kinder zwischen zwei Monaten und drei Jahren aus einem Waisenhaus in Zaporizhzhia evakuiert.

"Wir konzentrieren uns auf medizinische Evakuierungen, aber diese Bitte konnten wir nicht ablehnen. Die Kinder über 3 Jahre waren bereits evakuiert worden. Wir wurden gebeten, nun die jüngeren Kinder und Babys aus einem Waisenhaus mitzunehmen. Jede Zugevakuierung ist emotional. Diese - eine herzzerreißende Erinnerung an den menschlichen Tribut, den dieser Krieg fordert. Dennoch war der Zug voll von Lächeln, Umarmungen und Liebe, die uns das Personal des Waisenhauses entgegenbrachte. Es gibt Momente des Lichts in dieser Finsternis."

Notarzt Stig Walravens aus unserem Evakuierungszug

8.4.2022

Kurz vor den schrecklichen Berichten über die Bombardierung des Bahnhofs Kramatorsk transportierte unser medizinscher Zug 57 Patient:innen aus der Region Luhansk über selbigen Bahnhof. 

Ich bin entsetzt über die Berichte über den heutigen Angriff auf den Bahnhof von Kramatorsk. Wir waren gestern dort und sahen Hunderte von Menschen, die am Bahnhof drängten und versuchten, ihn zu verlassen. Die Krankenhäuser hatten uns dringend gebeten, ihre Patient:innen mit dem Zug zu evakuieren. Die meisten kamen aus Sievierodonetsk und anderen Städten der Region Luhansk. Wir kamen mit diesem Zug gerade noch rechtzeitig. Es ist fraglich, ob wir weiterhin in der Lage sein werden, Menschen zu evakuieren.

Unser Notfallkoordinator Christopher Stokes

5.4.2022

Beschuss von Gesundheitseinrichtungen

Am 4. April besuchte eines unserer Teams Mykolaiv, um sich mit den Gesundheitsbehörden der Stadt und der Region zu treffen. Als das Team gegen 15.30 Uhr das onkologische Krankenhaus der Stadt betrat, in dem seit Beginn des Krieges Verwundete behandelt werden, geriet die Umgebung des Krankenhauses unter Beschuss.

"Mehrere Explosionen ereigneten sich im Laufe von etwa 10 Minuten in unmittelbarer Nähe unserer Mitarbeiter:innen", sagt Michel-Olivier Lacharité, Leiter der Mission von Ärzte ohne Grenzen in der Ukraine, der sich derzeit in Odesa aufhält.

Das Viertel in Mykolaiv, in dem sich das onkologische Krankenhaus befindet, ist ein Wohngebiet im Osten der Hafenstadt, in dem sich viele medizinische Einrichtungen befinden.

"Wenn man mitten am Nachmittag ein so großes Gebiet in einem Wohnviertel bombardiert, kann man nicht umhin, Zivilist:innen und öffentliche Gebäude zu treffen", sagt Lacharité. "In den vergangenen zwei Tagen wurden drei Krankenhäuser in Mykolaiv von Luftangriffen getroffen. Zusätzlich zu den gestrigen Angriffen wurde am 3. April das im Süden der Stadt gelegene Krankenhaus Nr. 5 getroffen. Krankenhäuser, Patient:innen und medizinisches Personal müssen unbedingt von Angriffen verschont bleiben."

Wir prüfen derzeit, wie wir unsere geplanten Aktivitäten in Mykolaiv ausweiten können.

Evakuierung mittels Zug

Unsere erste medizinische Evakuierung mittels Zug fand zwischen Donnerstag, 31. März, und Freitag, 1. April, statt. Ein eigens umgebauter 2-Wagen-Zug transportierte neun Patient:innen, betreut von neun unserer Mitarbeiter:innen. Die Patient:innen wurden alle in der belagerten Stadt Mariupol oder bei dem Versuch, sie zu verlassen, verwundet. Wir trafen die Auswahl der Patient:innen gemeinsam mit dem Leitungsteam eines Krankenhauses in der Stadt Saporischschja, wo sie ihre Erstbehandlung erhielten, und verlegten sie in Überweisungskrankenhäuser in Lemberg.

Ein größerer und besser ausgestatter Zug ist derzeit in Umbau, um möglichst bald weitere Patient:innen transportieren zu können. Die Idee ist es, Patient:innen zu evakuieren, die intensivere Behandlung benötigen, aber stabil genug sind, um eine lange Zugfahrt (bis zu 24 Stunden) zu überstehen. Wir wollen ihnen die bestmögliche Versorgung abseits der aktiven Kriegsgebiete in der Ukraine ermöglichen und die Krankenhäuser, die sich näher an den Kriegsfronten befinden, entlasten. 

29.3.2022

21.3.2022

Einer unserer ukrainischen Mitarbeiter berichtet in einem persönlichen Statement, wie er den Krieg - nicht zum ersten Mal -  erlebt.

17.3.2022

Trainings für Krankenhaus in Kiew

Ein Team unserer Chirurg:innen bereitete das Team des Kinderkrankenhauses Okhmatdyt in Kiew mit Schulungen für den Fall eines Massenzustroms von Verletzten vor:

  • Ankunft vieler Schwerverletzter gleichzeitig: Das Krankenhauspersonal wollte die Notfallpläne für Triage und die interne Organisation im Fall eines gleichzeitigen Zustroms mehrerer Schwerverletzter verbessern. Unser Notarzt, der viel Erfahrung in Kriegsgebieten hat, hielt für 40 der 200 verbliebenen Mitarbeiter:innen eine Schulung in sogenannten „Mass Casualty Plans“. Unser Team gab auch Empfehlungen für das Patient:innenmanagement in derartigen Situationen. 

  • Kriegschirurgie: Die Chirurg:innen im Krankenhaus sind großteils auf bestimmte Operationen spezialisiert. Deshalb gab unser in Konfliktgebieten erfahrener Gefäßchirurg ein Training zu lebensrettender Traumastabilisierung und –chirurgie für Kriegsverletzte. Dazu gehören etwa das Entfernen von Kugeln und Granatsplittern, die Prävention innerer Blutungen, wirksame Wundreinigung und andere essenzielle traumachirurgische Maßnahmen. 

  • Ausstattung: Das Krankenhauspersonal bat um eine Beratung beim Management der Beschaffungsprozesse unter Kriegsbedingungen sowie bei der Organisation der wichtigsten Materialien. Unser Team erfasste die Vorräte an medizinischem Material und gab Empfehlungen für den weiteren Nachschub.

Zum Zeitpunkt unseres Besuchs nahm das Krankenhaus täglich mehrere Verwundete auf.

15.3.2022

Status quo an der Grenze zu Moldawien

Täglich erreichen Tausende Ukrainer:innen den Grenzübergang Palanca in Moldawien, um den Kämpfen im Süden der Ukraine zu entkommen. Seit Kriegsbeginn sind mehr als 230.000 Geflüchtete (Stand: 8. März) in diesem kleinen Land mit 2,6 Millionen Einwohner:innen angekommen. Weniger als die Hälfte von ihnen ist in Moldawien geblieben.
Diejenigen, die in Palanca ankommen, kommen hauptsächlich aus Mykolaïv, einer blockierten Stadt 130 Kilometer östlich von Odessa, die immer wieder Ziel intensiver Bombenangriffe ist. Ganze Familien – vor allem Frauen, Kinder und ältere Menschen – warten bei Minusgraden und Wind oft mehrere Stunden, bevor sie die Grenze passieren dürfen. Wir richteten ein medizinisches Zentrum, psychologische Notfallversorgung und Ruhezonen in Palanca ein. 
Freiwillige und Geflohene berichten, wie sie die Situation erleben: (10.3.2022)

11.3.2022

Die richtigen medizinischen Hilfsgüter an die richtigen Orte zu bringen, bevor die militärisch eingeschlossenen Städte nicht mehr erreicht werden können, ist ein Wettlauf gegen die Zeit. 

„Da die Krankenhäuser im Osten mit der steigenden Zahl von Kriegstraumapatient:innen überfordert sind, geht ihnen langsam das medizinische Material aus. Und wir wissen nicht, wie lange es dauern wird, bis Kiew von der Versorgung abgeschnitten sein wird."

Anja Wolz, Notfallkoordinatorin in der Ukraine

Hilfsgüter kommen an

Am Samstag, den 5. März, wurden die ersten drei Lastwagen mit medizinischen Hilfsgütern von Ärzte ohne Grenzen - 120 m3 - in die Ukraine geliefert. Ein Drittel davon, vor allem chirurgisches Material und Medikamente, wurde sofort mit dem Zug nach Kiew weitergeschickt. Die Hilfsgüter wurden vom Gesundheitsministerium in Kiew entgegengenommen und an die Krankenhäuser verteilt, die Kriegsverletzte behandeln - in der Hauptstadt und in den weiter östlich gelegenen Kriegsgebieten.

In den vergangenen Tagen sind weitere medizinische Hilfsgüter im Lager von Ärzte ohne Grenzen in der Ukraine eingetroffen, weitere Lieferungen werden in den kommenden Tagen und Wochen noch folgen.

Bisher hat sich unsere Hilfe auf chirurgisches, traumatologisches, notfallmedizinisches und intensivmedizinisches Material und Medikamente konzentriert. Doch allmählich zeichnet sich ein breiterer Bedarf an anderen wichtigen medizinischen Gütern ab:

  • Insulin für Diabetespatient:innen, Medikamente für Asthma, Bluthochdruck oder HIV.
  • In den Krankenhäusern in Lemberg und Odessa schulen wir Personal für die große Zahl der gleichzeitig eintreffenden Verwundeten und Behandlung von Kriegsverletzungen.
  • Zum Schutz vor Kälte stellen wir 160m3 Material zur Verfügung: mehr als 2.000 Schlafsäcke, mehr als 3.500 Fleece-Wärmedecken, Tausende Sets Thermo-Unterwäsche, Fleece-Pullover, Mützen, Regenjacken und andere Kleidungsstücke, mehr als 500 Zelte sowie Hygieneartikel wie Zahnpasta, Zahnbürsten, Seife und Handtücher.
  • Das erste chirurgische Team ist in Lemberg eingetroffen.

Unsere mobilen Kliniken am Weg

10.3.2022

Situation in Mariupol

Unsere Notfallkoordinatorin Kate White berichtet:

"Wir sind entsetzt über Berichte, dass heute (9.3.) ein Krankenhauskomplex mit Entbindungsstation in Mariupol von einem Angriff getroffen wurde. Obwohl wir nicht bestätigen können, dass es sich um einen gezielten Angriff handelte, wissen wir von unseren Mitarbeiter:innen, dass während der Kämpfe in den vergangenen Tagen Häuser und Krankenhäuser beschädigt wurden. Angesichts des anhaltenden Beschusses, der Schießereien und der Luftangriffe auf Mariupol wird die Suche nach medizinischer Versorgung immer schwieriger, insbesondere für werdende Mütter und ältere Menschen, die in ihrer Bewegung eingeschränkt sind.

Angriffe auf Gesundheitsstrukturen zerstören die wenigen Kapazitäten, die zur Behandlung dringender Fälle noch übrig sind. In einer Stadt, in der das Gesundheitssystem kurz vor dem Zusammenbruch steht, ist es ein Verstoß gegen das Kriegsrecht, den Menschen die dringend benötigte Gesundheitsversorgung vorzuenthalten.

Die Menschen in Mariupol haben Tage der Belagerung unter qualvollen Bedingungen durchlebt, und jeder neue Angriff auf die zivile Infrastruktur trägt zu ihrer völligen Verzweiflung bei." 

MSF OCA Staff Portraits

Es ist zwingend erforderlich, dass Zivilisten und zivile Infrastruktur, einschließlich Gesundheitseinrichtungen, vor Angriffen verschont bleiben und das Recht der Menschen auf medizinische Versorgung und Sicherheit garantiert wird

Oleksander, einer unserer Mitarbeiter, der sich in Mariupol befindet, berichtet via Audio:

9.3.2022

Unsere derzeitigen Hilfsaktivitäten in...

Wir arbeiten seit 2014 in der Ostukraine. Seit Kriegsbeginn pflegen wir den Kontakt zu den Freiwilligen und Gesundheitseinrichtungen, mit denen wir zusammenarbeiten. Sie liefern weiterhin Informationen, um uns dabei zu helfen, den Bedarf zu ermitteln, insbesondere in Bezug auf die von Krankenhäusern benötigten Materialien. Seit dem 24. Februar spenden wir medizinische Hilfsgüter, um Krankenhäuser bei der Behandlung von Kriegsopfern zu unterstützen. Einige Krankenhäuser haben berichtet, dass sie schon Dutzende von Verwundeten behandelt haben. Krankenhäuser berichten auch von Engpässen bei Medikamenten zur Behandlung von Menschen mit chronischen Krankheiten wie Insulin für Patient:innen mit Diabetes.

Wir spendeten Materialien zur Behandlung von Kriegsverletzten an Krankenhäuser in Kiew sowie Hilfsgüter zur Unterstützung von Krankenhäusern bei der Bewältigung von einer ungewöhnlich großen Zahl an Patient:innen.

Unsere Teams evaluieren den Bedarf in verschiedenen Städten in der Westukraine. In Lemberg bieten wir Krankenhäusern Schulungen an, um sie dabei zu unterstützen, eine große Anzahl von Verwundeten zu bewältigen, die gleichzeitig ankommen, und mit Kriegsverletzungen fertig zu werden.

Wir helfen in Odessa bei der Vorbereitung von Krankenhäusern zur Versorgung von Verwundeten (Schulung, Unterstützung bei der Triage, Patient:innenstabilisierung...). Wir erwägen auch, sogenannte "Advanced Medical Posts" aufzubauen – kleine Notaufnahmen, die Verletzten Erste Hilfe leisten können, bevor sie in Krankenhäuser transportiert werden. Auch bei der Versorgung mit Medikamenten helfen wir, um Engpässen vorzubeugen.

Mehr als eine Million Menschen (Stand: 6.3.2022) sind aus der Ukraine nach Polen geflohen. Unsere Notfallteams befinden sich an der polnisch-ukrainischen Grenze und an anderen Orten in Polen, um den medizinischen humanitären Bedarf zu ermitteln. Wir bereiten Notfallmaßnahmen auf beiden Seiten der Grenze vor.

Wir haben dem Roten Kreuz Lublin Gegenstände für Notunterkünfte gespendet. Unsere Teams haben Transitzentren in fünf Städten (Warschau, Lodz, Breslau, Kattowitz, Krakau) besucht.
Unsere Teams sahen Hunderte von Menschen, darunter auch Kinder, die auf dem Boden des Krakauer Bahnhofs schliefen. Unsere Teams haben auch mit Menschen gesprochen, die in Transitzentren in Breslau, Krakau und Kattowitz ankommen. Sie trafen Menschen, die mit dem Zug aus verschiedenen Gebieten der Ukraine angereist waren, hauptsächlich aus Charkiw. Wir beobachteten, dass viele Menschen verzweifelt, verwirrt oder desorientiert waren und viele keine Pläne hatten, wohin sie als nächstes gehen sollten.

Unsere Teams sind auch in Polen stationiert, um unsere Aktivitäten in der Ukraine mit Lieferungen von Medikamenten und medizinischer Ausrüstung zu unterstützen.

Unser Team in Ungarn beobachtet die Situation und evaluiert Bedürfnisse von Menschen, die über die Grenze kommen, mit dem Schwerpunkt, schnell übersehene Bedürfnisse besonders gefährdeter Personengruppen zu identifizieren. 

Wir haben Teams in den Norden und Südosten Moldawiens entsandt, um die Situation der Geflüchteten an den Grenzübergängen zu eruieren, mit Fokus auf Unterstützung chronisch Kranker und der Analyse psychischer Bedürfnisse. In Palanca beginnen wir ab dem 9. März mit der Erstversorgung von Geflohenen.

Die meisten Fliehenden, die in der Slowakei ankommen, scheinen auf der Durchreise zu sein. Unser Notfallteam traf Anfang März im Land ein. Nach einem Treffen mit Verwaltungsbeamten, Vertreter:innen lokaler NGOs und dem Besuch einiger Grenzgebiete zur Ermittlung des medizinischen Bedarfs verhandeln wir derzeit mit dem Gesundheitsministerium über eine Absichtserklärung, um den Import von medizinischem Material zu erleichtern und unsere Arbeit in Zukunft zu ermöglichen. In der Slowakei gibt es derzeit keinen kritischen Bedarf bezüglich Gesundheitsversorgung, Unterkunft und anderer humanitärer Dienste. Da der Krieg in der Ukraine jedoch weiterhin zu Vertreibungen von Menschen führt, wollen wir ein Team bereithalten, das die Grenze regelmäßig überwacht und im Bedarfsfall eingreifen und unterstützen kann. 

Wir erheben derzeit den Hilfsbedarf im Süden Russlands. Wir spendeten Lebensmittel, Hygienekits und Medikamente zur Unterstützung von Geflüchteten. Andere bereits laufende Projekte zur Bekämpfung von resistenter Tuberkulose laufen in Russland weiter. 

In Weißrussland führen wir weiterhin unsere regulären Programme durch. Wir unterstützen das nationale Tuberkulose (TB)-Programm und die Behandlung von Hepatitis C in Gefängnissen. 2021 unterstützten wir auch Menschen, die zwischen Weißrussland und der EU gestrandet waren. Wir schickten ein Bewertungsteam in Grenzgebiete zwischen Weißrussland und der Ukraine, um den potenziellen medizinischen und humanitären Bedarf zu ermitteln.

8.3.2022

Hilfsgüter kommen in der Ukraine an

7.3.2022

Fluchtwege und Zugang zu humanitärer Hilfe

Wir verfolgen aufmerksam die laufenden Berichte über eine Vereinbarung zu sicheren Fluchtwegen für Zivilist:innen. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Zivilist:innen aus Gebieten mit gewaltsamer Kriegsführung fliehen können - ohne zeitliche Begrenzung. Weil wir aus unseren weltweiten Einsätzen wissen, wie gefährlich es für Zivilist:innen sein kann, die nicht fliehen können oder wollen, fordern wir in einer Presseaussendung am Montag, dass alle Militärs, die aktuell in der Ukraine kämpfen, die Kriegsregeln einhalten und alle nötigen Vorkehrungen treffen, um Zivilpersonen nicht zu verletzen.

Menschen, die bereit und in der Lage sind zu fliehen, sollte dringend die Flucht aus Mariupol und anderen umkämpften Gebieten in der Ukraine gewährleistet werden – und zwar unabhängig von humanitären Korridoren oder vorübergehenden Waffenstillständen.

5.3.2022

Situation in Mariupol

Alex Wade, unser Notfallkoordinater in der Ukraine, berichtet:

Die Stadt Mariupol gehört zu den Gebieten, die jetzt stark vom Krieg in der Ukraine betroffen sind. Mehrere unserer Mitarbeiter:innen leben mit ihren Familien in der Stadt. Ein Mitarbeiter erzählt Folgendes:

„Die Situation ist die gleiche wie in den letzten Tagen. In dieser Nacht war der Beschuss härter und näher. Wir haben gestern Schnee und Regenwasser gesammelt, um etwas Wasser zu haben. Wir haben heute versucht, anderwertig zu Wasser zu kommen, aber die Warteschlange war riesig. Wir wollten Essen aus Verteilungszentren bekommen, aber der Zeitplan und die Verteilungsorte sind nicht klar. Laut Aussagen anderer wurden mehrere Lebensmittelgeschäfte durch Raketen zerstört, Überbleibsel wurden von verzweifelten Menschen mitgenommen. Strom, Wasser, Heizung und eine gute Handyverbindung gibt es immer noch nicht. Von einer Evakuierung hat noch niemand gehört. Apotheken haben keine Medikamente mehr.“
(Status 5.3., 9:33 Uhr)

Christine Jamet, Einsatzleiterin von Ärzte ohne Grenzen, forderte heute sichere Fluchtwege, damit Zivilist:innen, darunter Mitarbeiter:innen von Ärzte ohne Grenzen und ihre Familien, aus Mariupol fliehen können. 

„Zivilist:innen dürfen nicht in einem Kriegsgebiet gefangen sein“, sagte Jamet. „Menschen, die Sicherheit suchen, müssen dies tun können - ohne Angst vor Gewalt.“

Update 07.03.2022: Nach den Berichten aus Mariupol haben uns auch Fotos von den Teams vor Ort erreicht. Sie wurden am 03.03.2022 von den Kolleg:innen aufgenommen.

Mobile Kliniken auf dem Weg nach Polen

4.3.2022

Wir sind in Kontakt mit Krankenhäusern, die durch die Kämpfe verwundete Patient:innen aufnehmen und versorgen. Viele Krankenhäuser sind mit Materialengpässen konfrontiert. Wir liefern medizinisches Notfallmaterial schnellstmöglich in die Ukraine. Bis sie eintreffen, versuchen unsere Teams unsere verbleibenden relevanten medizinischen Vorräte, die wir bereits in der Ukraine haben, an Gesundheitseinrichtungen in Gebieten zu spenden, in denen derzeit aktiv gekämpft wird. Derzeit fehlt es Krankenhäusern vor allem an medizinischem Material für die Notfall- und Traumaversorgung sowie für Operationen.

Unsere Logistikteams bereiten medizinische Hilfsgüter für die Ukraine und die Nachbarländer vor, hier in unserem logistischen Stützpunkt in Bordeaux-Mérignac:

3.3.2022

Während die Zahl der Toten und Verletzten in der Ukraine steigt und Hunderttausende Menschen in den Nachbarländern Zuflucht suchen, arbeiten unsere Teams an den Grenzübergängen daran, Personal und Ausrüstung in die am stärksten betroffenen Gebiete zu bringen. Bérengère Guais, stellvertretende Leiterin für Notfallprogramme in Paris, erzählt mehr:

"Ärzte ohne Grenzen ist seit vielen Jahren in der Ukraine präsent, um Menschen zu versorgen, die von Tuberkulose und HIV betroffen sind. Wir haben also bereits nationale und internationale Mitarbeiter:innen vor Ort. Wir müssen nun unsere Humanressourcen anpassen und Notfallspezialist:innen hinzuziehen, um mit der vom Konflikt betroffenen Bevölkerung in den am stärksten betroffenen Gebieten arbeiten zu können."

In der Ukraine

"Die Kampfzonen bewegen sich schnell und ändern sich stündlich. Uns ist es wichtig, die Dynamik der Angriffe gut zu verstehen, die Bedürfnisse einzuschätzen, aber auch unsere Mitarbeiter:innen nicht zu gefährden. Wir haben Teams in der Hauptstadt Kiew und in mehreren größeren Städten wie Zhytomyr, Severodonetsk sowie ein Netzwerk von Mediziner:innen in Krankenhäusern an diversen Standorten, die es uns ermöglichen, uns ein Bild von den Bedürfnissen zu machen."

Hilfsmaterial unterwegs - Versorgungslager Brüssel

"Wir stellen in unseren logistischen Stützpunkten derzeit Kits mit medizinischer Ausrüstung und Medikamenten zusammen, insbesondere in Brüssel und Bordeaux, die wir durch Nachbarländer in die Ukraine transportieren. Wir kaufen auch Waren und Materialien innerhalb Polens ein, um Kits für lokale Vereine zusammenzustellen, die uns über ihren Bedarf informiert haben. Um Lieferungen innerhalb der Ukraine entgegennehmen zu können, richten wir Lagerflächen im Westen des Landes ein. Je nach Entwicklung und Möglichkeiten werden wir versuchen, solche Lager auch in anderen Gebieten einzurichten, um unsere Lieferkapazitäten zu erweitern."

Situation am Grenzübergang Hebrenne zu Polen

"Wir haben bereits Hilfsmaterial an ein Aufnahmezentrum in Polen gespendet und weiten unsere Hilfsmaßnahmen aus. Wir planen medizinische Unterstützung und eine vermehrte Verteilung von Decken und Hygienekits."

Jetzt helfen!

2.3.2022

1.3.2022

Wir bereiten Nothilfeaktivitäten in der Ukraine vor und entsenden Teams nach Polen, Moldawien, Ungarn, Rumänien und in die Slowakei. Hunderttausende Menschen sind bereits zur Flucht gezwungen worden. Weitere unserer Teams halten sich in Russland und Belarus bereit, um bei Bedarf Hilfe zu leisten.

Während der Konflikt in der Ukraine anhält, evaluieren die Teams der Organisation in Polen, Moldawien, Ungarn, Rumänien und der Slowakei den Hilfsbedarf der Menschen, die über die Grenzen fliehen. Auch unsere Mitarbeitenden in Belarus und Russland sind bereit, bei Bedarf humanitäre Hilfe zu leisten.

In der Ukraine haben wir Material zur Versorgung von Kriegsverletzten in Mariupol geliefert und außerdem für 30 Chirurg:innen aus der Ostukraine ein Telemedizin-Training für die Versorgung von Verletzten organisiert.

Unsere Notfallteams sind an der polnisch-ukrainischen Grenze eingetroffen. Sie versuchen derzeit, wichtige Mitarbeitende und Hilfsgüter in die Ukraine zu bringen und Soforthilfemaßnahmen auf beiden Seiten der Grenze einzuleiten. Darüber hinaus werden unsere Teams entlang der ukrainischen Grenze zu Russland und Belarus eine Lagebeurteilung vornehmen.

Angesichts der anhaltenden Kämpfe ist es nach wie vor schwierig, das Ausmaß des medizinischen Bedarfs in der Ukraine zu ermitteln. Wir bereiten uns auf eine Reihe von Szenarien vor, um die Hilfe auszuweiten.

Hilfe für Fliehende

Die Teams an den ukrainisch-polnischen Grenzübergängen sehen Menschen, die die Grenze zu Fuß, in Autos und Bussen überqueren. Einige von ihnen sind mit Kindern und Babys unterwegs, von denen die jüngsten nicht einmal 25 Tage alt sind. Viele der Flüchtenden sind müde und erschöpft.

Sie berichten, dass sie an der Grenze bei eisigen Temperaturen stundenlang in Warteschlangen ausharren mussten. Einige waren dehydriert und andere litten an Unterkühlung. Wir haben einem polnischen Empfangszentrum Hilfsgüter zum Bau von Notunterkünften zur Verfügung gestellt und arbeiten daran, die Unterstützung auszubauen.

Jetzt helfen!

28.2.2022

Unsere Teams bleiben in der Ukraine und suchen nach Möglichkeiten, unsere Reaktionen bestmöglich an die Entwicklung der Konfliktsituation anzupassen.

25.2.2022

Unsere Teams beobachten zehntausende Menschen auf den Straßen, die verängstigt und auf der Flucht sind. Wir evaluieren derzeit, wie unsere Hilfe rasch und bestmöglich angepasst werden kann, um auf diese Notsituation zu reagieren. Der Zugang zu Gesundheitsversorgung muss gewährleistet bleiben und es muss sichergestellt sein, dass medizinische Einrichtungen gemäß dem Völkerrecht geschützt sind.

Die Situation in der Ukraine entwickelt und verändert sich rasant. Wir bereiten Notfallmaßnahmen vor, um auf eine Vielzahl von Bedürfnissen vorbereitet zu sein. In Belarus und Russland stehen Teams bereit, um bei Bedarf humanitäre Hilfe zu leisten. Weitere Mitarbeiter:innen werden in andere Nachbarländer entsandt, um rasch für Einsätze in der Ukraine oder für humanitäre medizinische Hilfe für Geflüchtete in der Region zur Verfügung zu stehen. In den Logistikzentren werden aktuell medizinische Notfall-Kits für den schnellen Einsatz vorbereitet.

Wir evaluieren alle Möglichkeiten, um bedarfsorientiert unparteiische, neutrale und unabhängige humanitäre Hilfe zu leisten - für alle, die diese benötigen.

Epidemien, Konflikte, Naturkatastrophen

IHRE SPENDE SICHERT MEDIZINISCHE HILFE.

Laufende Hilfsprojekte eingestellt

Unsere laufenden Hilfsprojekte in der Ukraine mussten aufgrund des sich drastisch verändernden Kontextes jedoch eingestellt werden. Davon betroffen sind die HIV-Versorgung in Severodonetsk, die Hilfe für Patient:innen mit Tuberkulose in Zhytomyr und die Verbesserung des Zugangs zur Gesundheitsversorgung nahe der ehemaligen Frontlinie im ostukrainischen Oblast Donezk.

In Donezk haben wir in den letzten Jahren dringend benötigte Gesundheitsversorgung für die bereits vom Konflikt betroffenen Gemeinden zur Verfügung gestellt. Obwohl diese Projekte jetzt größtenteils eingestellt wurden, haben wir bestmöglich versucht, eine gewisse Kontinuität in der Versorgung der Patient:innen zu gewährleisten. Der Bedarf an medizinischer Unterstützung in der Region war bereits vor der derzeitigen Eskalation hoch. Wir sind besorgt über die Auswirkungen, die die Kämpfe auf Patient:innen haben, von denen viele älter sind und/oder an chronischen Krankheiten leiden.

Schulungen für Notfallchirurgie