Unsere Hilfe in Kamerun

Unsere Aktivitäten im Überblick:                                                                                                                                       

Im Jahr 2017 weitete Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Kamerun aus, um im Norden des Landes Menschen mit Nothilfe zu unterstützen, die Opfer von Gewalt geworden waren.

Die Hilfe in Kamerun im Einzelnen (Auszug):

  • Die Hilfe in Kamerun konzentrierte sich im Jahr 2017 auf den Ausbau der medizinischen Aktivitäten, um die Opfer gewalttätiger Angriffe zu versorgen. Bereits seit dem Jahr 2011 zwangen Kämpfe zwischen bewaffneten Gruppen und der nigerianischen Armee Hunderttausende Menschen aus dem Nordosten Nigerias zur Flucht. Die Geflüchteten suchten Schutz in Kamerun, Tschad und Niger. In den vergangenen drei Jahren dehnte sich die Gewalt zunehmend von Nigeria auf diese drei Nachbarländer aus, wodurch es zu weiteren Vertreibungen kam. Zum Jahresende 2017 lebten rund 88.000 Geflüchtete und 240.000 Vertriebene in Kamerun.

  • Seit den ersten Selbstmordattentaten auf kamerunischem Boden in Maroua im Jahr 2015 gab es in der Region Hoher Norden wiederholt Bombenangriffe. Allein im Jahr 2017 verzeichnete Ärzte ohne Grenzen rund 58 derartiger Attacken in der Region. Die Teams weiteten daher ihre notchirurgischen Aktivitäten. In der Stadt Mora, die nahe der nigerianischen Grenze liegt, renovierten wir im lokalen Krankenhaus den Operationssaal und setzten ein Rettungswagensystem in Gang.

  • Im Vorjahr hatten wir den Operationssaal und die postoperative Station im Krankenhaus von Maroua renoviert. Die Teams führten im Jahr 2017 in Maroua insgesamt 3.136 chirurgische Eingriffe aus.

  • Vertreibung und Gewalt belasteten zunehmend das ohnehin schwache und überforderte Gesundheitssystem des Landes: In der Grenzregion zu Nigeria mangelte es vor allem an Gesundheitspersonal und Medikamenten. Viele Kliniken schlossen daher. Wir leisteten daraufhin in verschiedenen Ortschaften im Norden des Landes medizinische Hilfe. In den Krankenhäusern der Städte Mora, Maroua und Kousséri betreuten die Teams spezielle Ernährungs- und Pädiatrieprojekte für Kinder unter fünf Jahren. Zudem unterstützten sie die Chirurgie und errichteten im Bezirkskrankenhaus in Kousséri eine Blutbank. Zudem arbeiteten wir in zwei Gesundheitszentren in Mora. Am Rande von Kousséri boten die Teams Ernährungshilfe und ambulante Konsultationen in drei Kliniken an.

  • Seit Projektbeginn im Jahr 2015 haben wir mehr als 110.000 Konsultationen im Flüchtlingslager Minawao abgehalten und Geburts- und Ernährungshilfe sowie psychologische Unterstützung für nigerianische Flüchtlinge geleistet. Im Juli 2017 übergaben wir diese medizinische Hilfe in Kamerun an das International Medical Corps.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1984 Hilfe in Kamerun an.

Quelle: International Activity Report 2017

 

Meldungen aus Kamerun

Nigeria

Im Nordosten Nigerias lebt über eine halbe Million Menschen unter katastrophalen Bedingungen. Die beiden Frauen Maka (55) und Dayo (31) berichten aus erster Hand von der Gewalt, der Unsicherheit und dem Mangel an Nahrung und Wasser.

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