Unsere Hilfe in Kolumbien

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen konzentrierte im Jahr 2018 die Hilfe in Kolumbien darauf, Migranten, Vertriebene, Gewaltopfer und Familien zu unterstützen, deren Angehörige Opfer von Verschwindenlassen geworden waren.

Die Hilfe in Kolumbien im Einzelnen (Auszug):

  • Medizinische Hilfe in Kolumbien war auch im Jahr 2018 nötig, trotz des Friedensprozesses zwischen der kolumbianischen Regierung und den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC). Tausende Menschen wurden in einigen Landesteilen aufgrund der Kämpfe zwischen bewaffneten Gruppen und kriminellen Akteuren zwangsweise festgehalten oder vertrieben. Im Rahmen der Hilfe in Kolumbien reiste unser Team 2018 in die Provinzen Chocó, Norte de Santander und Arauca, um die durch den Konflikt vertriebenen Menschen zu unterstützen. Ärzte ohne Grenzen rief außerdem zu mehr Hilfe für die betroffenen Gemeinden auf.
     
  • In Calí, Provinz Valle del Cauca, und Puerto Asís, Provinz Putumayo, boten wir im Rahmen der Hilfe in Kolumbien psychologische und soziale Unterstützung an. Hiervon profitierten vor allem Menschen, deren Angehörige während des langjährigen Konflikts Opfer von Verschwindenlassen geworden waren. Mehr als 11.600 Personen nahmen an Gruppenaktivitäten teil, die von unseren Psychologen betreut wurden. 443 Angehörige nutzten zudem Einzelgespräche oder Familienberatungen.
     
  • Ärzte ohne Grenzen bot psychologische Hilfe in Kolumbien für die Opfer von körperlicher und sexueller Gewalt in Buenaventura, Provinz Valle del Cauca, an. Wir setzten uns dafür ein, dass Frauen nach sexueller Gewalt ihre Schwangerschaft auf Wunsch beenden können. Wir warnten zudem vor den geografischen, wirtschaftlichen und kulturellen Hürden, die es trotz einer relativ liberalen Gesetzgebung für Frauen gibt, die eine sichere Abtreibung wünschen. Denn unsichere Schwangerschaftsabbrüche zählen zu den fünf häufigsten Ursachen für Müttersterblichkeit weltweit. In allen Projekten ermöglichten wir daher auf Wunsch die Beendigung der Schwangerschaft. Darüber hinaus boten die Teams medizinische Nothilfe und Hilfsgüter für Indigene und Afro-Kolumbianer an, die aus ihren ländlichen Gebieten durch den Konflikt vertrieben worden waren. Zudem betreuten sie eine Telefon-Hotline und hielten psychologische Konsultationen in Stadtvierteln am Rande von Buenaventura ab, in denen kriminelle Gruppen um die territoriale Vorherrschaft kämpften.
     
  • Das Projekt in Tumaco, Provinz Nariño, wurde 2018 beendet. Ärzte ohne Grenzen hatte dort Betroffene von körperlicher und sexueller Gewalt behandelt. Wir blieben allerdings in der Stadt, da sie künftig im Rahmen der Hilfe in Kolumbien unsere Basis für Nothilfeeinsätze in der  Provinz Narino und Umgebung sein wird.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1985 Hilfe in Kolumbien an.

Quelle: International Activity Report 2018

Die Hilfe von Ärzte ohne Grenzen in Kolumbien wurde im Jahr 2018 mit insgesamt 200.000 Euro aus Österreich unterstützt - Details dazu in unserem aktuellen Jahresbericht.

Meldungen aus Kolumbien

Kolumbien

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