Unsere Hilfe in Kolumbien

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen konzentrierte im Jahr 2017 die Hilfe in Kolumbien darauf, medizinische Nothilfe zu leisten und Gewaltopfer zu unterstützen.

Die Hilfe in Kolumbien im Einzelnen (Auszug):

  • Medizinische Hilfe in Kolumbien war auch im Jahr 2017 nötig, obwohl sich die kolumbianische Regierung und die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) im Vorjahr auf ein Friedensabkommen geeinigt hatten. Weite Teilen des Landes wurden weiterhin von kriminellen Organisationen, ehemaligen FARC-Kämpfern und der Nationalen Befreiungsarmee (ELN) beherrscht. Die Nothilfeteams von Ärzte ohne Grenzen unterstützten Vertriebene in den Provinzen Chocó, Antioquia, Guaviare und Caquetá. Nach einem Erdrutsch in Mocoa, Provinz Putumayo, bei dem rund 300 Menschen getötet wurden und Hunderte Bewohner und Bewohnerinnen als vermisst galten, boten die Teams basismedizinische Hilfe im lokalen Krankenhaus an.

  • Die Hilfe in Kolumbien umfasste auch ein psychologisches Gesundheitsprogramm in Tumaco und Buenaventura für Menschen, die von Gewalt im Zusammenhang mit Kriminalität und bewaffneten Gruppen betroffen waren. Insgesamt wurden 9.097 psychotherapeutische Sitzungen durchgeführt. Darüber hinaus nutzten 808 Personen in Buenaventura die kostenlose und vertrauliche Telefonhotline. 227 Überlebende sexueller Gewalt in Tumaco und 296 in Buenaventura erhielten medizinische Hilfe. Wir unterstützten auch Frauen, die ihre Schwangerschaft abbrechen mussten. Obwohl die Rechtslage diesbezüglich liberal ist, gibt es für Frauen weiterhin Hürden für einen sicheren medizinischen Abbruch.

  • Nach 50 Jahren Krieg werden schätzungsweise mehr als 126.000 Menschen weiterhin vermisst. Wir haben ein Projekt gestartet, um den Familienmitgliedern psychologische Hilfe anzubieten, die Opfer von „Verschwindenlassen“ geworden sind. Diese Aktivitäten laufen in Puerto Asís, Provinz Putumayo, und in Cali, Provinz Valle, wo jeweils rund 500 bzw. 3.000 Personen als vermisst gelten. Nach dem Projektstart im August und September 2017 führten die Teams mehr als 300 individuelle und 160 psychotherapeutische Sitzungen für Gruppen durch.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1985 Hilfe in Kolumbien an.

Quelle: International Activity Report 2017

Die Hilfe von Ärzte ohne Grenzen in Kolumbien wurde im Jahr 2017 mit insgesamt 200.000 Euro aus Österreich unterstützt – Details dazu in unserem aktuellen Jahresbericht.

Meldungen aus Kolumbien

Kolumbien

Eine durch starke Regenfälle ausgelöste Schlamm- und Gerölllawine zog eine Spur der Verwüstung durch mehrere Viertel der Kleinstadt Mocoa. Unser Notfallteam war nach wenigen Stunden vor Ort.

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