Unsere Hilfe in Italien

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen versorgte auch im Jahr 2016 in Italien Flüchtlinge und Migranten. Das Land blieb wichtigstes Aufnahmeland für Menschen, die über das Mittelmeer nach Europa flohen. Insgesamt kamen 180.746 Menschen über den Seeweg nach Italien. Die meisten stammten aus Subsahara-Afrika.

Die Hilfe in Italien für Flüchtlinge im Einzelnen (Auszug):

  • Im Jahr 2016 wurden Flüchtlinge in der sizilianischen Provinz Trapani in 16 Aufnahmezentren mit psychologischer Hilfe versorgt. Ein Team aus drei Psychologen und Kulturvermittlern unterstützte 641 geflüchtete Menschen mit 99 Gruppen- und 626 Einzelgesprächen. Viele zeigten posttraumatische oder psychosomatische Reaktionen bzw. Symptome wie Angst und/oder Depression.
  • Zudem halfen die Teams in Italien den Flüchtlingen bei der Ankunft im Hafen und boten diesen bei Bedarf psychologische Nothilfe. Zwischen Mai und Dezember 2016 führte Ärzte ohne Grenzen in verschiedenen italienischen Häfen insgesamt 31 psychologische Nothilfeeinsätze durch, vor allem in Sizilien, Kalabrien und Sardinien.
  •  Von Ende 2015 bis Juli 2016 versorgten wir Flüchtlinge mit medizinischer Hilfe und Unterkünften: In Gorizia, einer Grenzstadt zu Slowenien, wurde im Dezember 2015 aus 25 umgebauten Schiffscontainern ein provisorisches Zentrum mit einer Kapazität für 96 Menschen eröffnet. Wir arbeiteten mit lokalen Behörden und dem Roten Kreuz zusammen und verteilten Hilfsgüter wie Hygieneartikel. Um den dringenden Bedarf der Migranten und Migrantinnen zu decken, die in Transitzonen an den Grenzen zu Frankreich (Ventimiglia) und der Schweiz (Como) warteten, kooperierten die Teams mit den Behörden und Freiwilligen-Netzwerken.
  • Im April 2016 eröffnete Ärzte ohne Grenzen ein Rehabilitationszentrum in Italien: Flüchtlinge, die zuvor gefoltert worden waren, fanden in Rom Unterstützung. 98 Betroffene aus 22 Nationen wurden hier mit einem multidisziplinären Ansatz behandelt: Die Überlebenden erhielten medizinische und psychologische Hilfe, Physiotherapie und soziale sowie rechtliche Beratung. Die Aktivitäten liefen in enger Kooperation mit der italienischen Nichtregierungsorganisation „Medici contro la Tortura“ und der „Association for Law Studies on Migration“.       

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1999 Hilfe in Italien für Flüchtlinge an.

Quelle: International Activity Report 2016

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