Impfungen

Kaum ein medizinischer Eingriff wirkt sich so positiv auf die öffentliche Gesundheit aus und ist dabei so kostengünstig wie die Impfung.

Ärzte ohne Grenzen impft Kinder und Erwachsene gegen Krankheiten wie Masern, Tetanus, Gelbfieber, Meningitis, Cholera oder Polio (Kinderlähmung). Bricht eine Epidemie aus, organisieren unsere Teams Impfkampagnen, bei denen viele Tausend Menschen innerhalb kurzer Zeit geimpft werden.

In Krisengebieten, wo die Menschen schlecht ernährt und geschwächt sind, können Infektionskrankheiten verheerende Folgen haben. Ärzte ohne Grenzen impft vorbeugend oder bei Ausbrüchen von Krankheiten alle Menschen der Risikogruppe in dem betroffenen Gebiet. Ein Impfteam von 8-10 Personen kann in der Stunde bis zu 250 Menschen impfen.

Über Megafone, Radio oder mit Hilfe von Dorfältesten und einheimischem Gesundheitspersonal wird die bevorstehende kostenlose Impfkampagne angekündigt. Um eine Epidemie zu stoppen, muss die Impfkampagne schnell durchgeführt werden. Eine professionell geplante Logistik ist wichtig, um innerhalb von Tagen oder Wochen Tausende Menschen zu impfen. Der Impfstoff muss richtig gekühlt, Material und Personal müssen transportiert werden.

Marcus Bachmann, Projektkoordinator, über eine Masern-Impfkampagne im Südsudan im Jahr2013:

Die Durchführung der Kampagne ist eine logistisch-medizinische Meisterleistung: In der Hitze müssen die Logistiker und Logistikerinnen den Impfstoff von der Herstellung in Europa bis zur Anwendung im abgeschiedenen südsudanesischen Bezirk Maban gekühlt lagern und transportieren. 2.000 Fläschchen mit dem Impfstoff müssen verdünnt, mehr als 19.000 Spritzen aufgezogen werden. Pro Team bereiten vier Kollegen und Kolleginnen die Spritzen für einen „Vaccinator“ vor, also für jene Person, die die Impfung durchführt. Ein anderer Kollege zählt die Kinder und ein weiterer markiert die kleinen Finger der Kids mit Tinte, damit wir sie nicht doppelt impfen. Und über 19.000 Mal müssen weinende Kinder beruhigt, getröstet oder ermuntert werden.

Eine Infografik aus unserem Magazin DIAGNOSE zeigt die Kühlkette von einem Logistikzentrum bis in ein Hilfsprojekt:

Ärzte ohne Grenzen arbeitet auch auf politischer Ebene zu Impfstoffen, denn der Zugang zu diesen Produkten ist oft mit hohen Hürden verbunden. Zum einen sind Impfstoffe teuer, gerade die neueren – zum anderen sind die existierenden Impfstoffe oftmals nicht auf die Bedürfnisse in ärmeren Ländern zugeschnitten. Mehr über unseren Einsatz für die Entwicklung von neuen Medikamenten, Diagnostika und Impfstoffen finden Sie im Bereich über unsere Medikamentenkampagne.

Dringend für unsere Hilfsprojekte gesucht:

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