Burundi

Burundi: Nach Explosionen behandelt Ärzte ohne Grenzen mehr als 60 Verletzte

Bujumbura/Wien, am 16. Februar 2016 – Die medizinische Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) hat gestern in Burundi mehr als 60 Menschen behandelt, die bei einer Reihe von Granatenexplosionen auf Märkten und Einkaufsstraßen der Hauptstadt Bujumbura verwundet wurden. Erst fünf Tage zuvor, am 11. Februar waren nach Granatenangriffen 55 Verletzte im Trauma-Zentrum der Organisation in Bujumbara behandelt worden.

„Wir haben viele Menschen mit Verletzungen wie offenen Brüchen, Kopfverletzungen und Schnittwunden aufgenommen, darunter auch Frauen und Kinder. Es ist das zweite Mal in weniger als einer Woche, dass so viele Verwundete in unser Trauma-Zentrum kommen“, erklärt Efstathios Kyrousis, der Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen in Burundi. Die Granaten explodierten in unterschiedlichen Teilen der Stadt, vor allem auf Märkten. Es wurden auch zwei Todesfälle gemeldet.

Sieben Operationen in nur wenigen Stunden

Zur Behandlung der großen Zahl an Verletzten setzte das Team von Ärzte ohne Grenzen eine spezielle Notfall-Prozedur um, bei der zunächst die besonders schweren Fälle behandelt wurden. In nur wenigen Stunden wurden sieben Operationen durchgeführt. Acht weitere sind für die kommenden Tage geplant. Unter den 61 Patienten, die  am Montag behandelt wurden, waren 18 Frauen und drei Kinder.

Ärzte ohne Grenzen ist eine der wenigen internationalen Hilfsorganisationen, die in der Hauptstadt Burundis Verwundete und Opfer von medizinischen Traumata sowie Notfälle behandelt. Das Trauma-Zentrum von Ärzte ohne Grenzen verfügt derzeit über 43 Betten und besteht aus einer Notaufnahme, zwei Operationssälen und einer Intensivstation. Demnächst soll die Kapazität auf 86 Betten steigen. Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen in Burundi werden ausschließlich durch private Spenden finanziert – Regierungsgelder werden für die Hilfsprogramme im Land nicht angenommen.

Ärzte ohne Grenzen ist seit mehr als 20 Jahren in Burundi aktiv und verstärkte die Aktivitäten in Bujumbura, als  vor den Wahlen im Mai 2015 die Spannungen zunahmen. Die Angebote sind kostenlos und für jeden zugänglich, der Verletzungen erlitten hat. Seit das Trauma-Zentrum im Juli 2015 eröffnet wurde, wurden dort 1.210 verwundete Patienten behandelt, darunter 205 Personen, die operiert werden mussten. Ärzte ohne Grenzen hat zudem seit Mai 2015 auf den Zustrom von burundischen Flüchtlinge in Tansania reagiert: Zurzeit leben rund 130.000 Flüchtlinge in Tansania, wobei täglich rund 200 bis 250 weitere Flüchtlinge die Grenze überqueren. Ärzte ohne Grenzen arbeitet in Lagern in Nyaragusu, Nduta und Mtendeli und bieten dort medizinische Versorgung und psychologische Hilfe an. Zudem helfen sie bei der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung.

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