Libyen

Libyen ist kein sicherer Ort für Flüchtlinge

Schon zum dritten Mal ist in Tripolis innerhalb weniger Monate ein Konflikt ausgebrochen. Dennoch werden dort aufgrund der Politik der EU-Mitgliedsstaaten weiterhin Flüchtlinge inhaftiert.

Ärzte ohne Grenzen ist äußerst besorgt, dass die Zivilbevölkerung in Tripolis, ebenso wie die dort in den Internierungslagern willkürlich festgehaltenen Migranten, Migrantinnen und Flüchtlinge, inmitten der Kämpfe gefangen ist.

Selbst in relativ ruhigen Zeiten werden Migranten, Migrantinnen und Flüchtlinge unter gefährlichsten Bedingungen in den Internierungslagern festgehalten, mit schwerwiegenden Folgen für ihre körperliche und geistige Gesundheit. Durch die Kämpfe hat sich ihre Situation weiter verschlechtert. Auch der Zugang von humanitären Organisationen wurde dadurch stark eingeschränkt.

Das Gefangenenlager Ain Zara, in dem der Generalsekretär der Vereinten Nationen vor einigen Tagen das Leiden und die Verzweiflung von Migranten, Migrantinnen und Flüchtlingen erlebte, befindet sich nun in einem aktiv umkämpften Gebiet: Mehr als 600 gefährdete Menschen, darunter Frauen und Kinder, sind dort inmitten der Gewalt gefangen. In einem weiteren Internierungslager deuten Berichte darauf hin, dass Menschen zur Arbeit für bewaffnete Gruppen eingezogen werden.

Flüchtlinge so schnell wie möglich evakuieren

Ärzte ohne Grenzen wiederholt die Forderung, alle Flüchtlinge, Migranten und Migrantinnen so schnell wie möglich zu evakuieren, um ihre Sicherheit und die Versorgung ihrer Grundbedürfnisse sicherzustellen. Dies ist bereits  das dritte Mal innerhalb der letzten Monate, dass in Tripolis ein Konflikt ausgebrochen ist;  dennoch sind weiterhin viele Menschen aufgrund der Politik der EU-Mitgliedsstaaten dort inhaftiert. Diese erlaubt es der libyschen Küstenwache, Menschen im Meer abzufangen und unter Verletzung des Völkerrechts zwangsweise nach Libyen zurückzubringen

Der aktuelle Konflikt zeigt einmal mehr, dass Libyen eindeutig kein Ort der Sicherheit ist, und der Schutz von Flüchtlingen und Migranten hier nicht gewährleistet werden kann.

Craig Kenzie, Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen in Tripolis

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