Griechenland

Statement von Ärzte ohne Grenzen zum Brand auf Samos

„Zwei Wochen nach dem Brand im Lager Moria auf Lesbos brach letzte Nacht neuerlich ein Feuer auf den griechischen Inseln aus. Der Brand ereignete sich im Lager Vathy auf Samos. Uns liegen bis jetzt noch keine offiziellen Berichte über Opfer vor.

Unser Team in Samos berichtet, dass einige Unterkünfte wie Container und Zelte zerstört wurden und etwa 600 Menschen, die dadurch keinen Schlafplatz mehr hatten, von lokalen Organisationen in verschiedenen Gebäuden auf der Insel untergebracht wurden.

Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) unterstützt derzeit das lokale Krankenhaus und stellt Dolmetscherinnen und Dolmetscher zur Verfügung. Das Team von Ärzte ohne Grenzen wird auch psychologische Hilfe anbieten und Hilfsgüter an jene Menschen verteilen, die vom Feuer betroffen sind.

Im Lager Vathy leben auf einem Gelände, das für nur 650 Menschen Kapazitäten hat, etwa 6.000 Menschen zusammengepfercht unter erbärmlichen Bedingungen. Die Hälfte der Menschen sind Frauen und Kinder. Die Mehrheit lebt in provisorischen Zelten ohne Zugang zu Toiletten oder Duschen.

Solche Vorfälle sind die direkte Konsequenz der EU-Politik, durch die nach wie vor Menschen unter unwürdigen und unsicheren Bedingungen auf den griechischen Inseln festgehalten werden. Die griechischen und europäischen Behörden müssen dringend einen Transfer aller gefährdeten Menschen an einen sicheren und angemessenen Ort gewährleisten.“

Eirini Papanastasiou, Projektkoordinator in Samos

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