Zentralafrikanische Republik

Zentralafrikanische Republik: Mitarbeiter bei Überfall erschossen

Wien/Bangui, am 20. Mai 2016 – Bei einem Überfall ist am 18. Mai ein zentralafrikanischer Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) getötet worden. Die internationale Hilfsorganisation ist zutiefst bestürzt und verurteilt den Angriff aufs Schärfste. Die Hilfe in der Region wurde bis auf weiteres ausgesetzt.

Bewaffnete Männer hatten am Mittwoch in Kouki, 82 Kilometer von der Stadt Bossangoa entfernt, einen Konvoi aus zwei Fahrzeugen gestoppt, die deutlich als Wagen von Ärzte ohne Grenzen gekennzeichneten waren. Die Insassen wurden beraubt und Medikamente mitgenommen. Während des 40 Minuten dauernden Überfalls wurde einer der Fahrer erschossen.

„Es ist völlig inakzeptabel, dass ein medizinisches Team und seine Patienten angegriffen werden, während sie von einem Einsatz zurückkehren, bei dem sie lebensrettende Hilfe geleistet haben“, sagt Michelle Chouinard, Einsatzleiterin von Ärzte ohne Grenzen in der Zentralafrikanischen Republik. „Es ist abscheulich, dass einer unserer Mitarbeiter während dieses gewalttätigen Angriffs ermordet wurde. Das Team von Ärzte ohne Grenzen und seine Patienten wurden terrorisiert. Es wurden nahe an ihren Köpfen Schüsse abgefeuert, und ihnen wurde damit gedroht, dass sie erschossen würden.“

Aktivitäten ausgesetzt

Nach dem Vorfall sieht Ärzte ohne Grenzen sieht gezwungen, die Aktivitäten in der Region so lange auszusetzen, bis konkrete Zusagen für die Sicherheit der Mitarbeiter und für die Akzeptanz der medizinischen Hilfe vorliegen. „Humanitäre Helfer sollten während ihrer Arbeit in Konfliktgebieten geschützt sein“, so Chouinard.

Ärzte ohne Grenzen sammelt derzeit Informationen zu den Umständen des Angriffs und wird keine weitere Stellungnahme abgeben bis alle Details geklärt sind. Ärzte ohne Grenzen erwartet, dass die lokale Polizei und die Behörden den Fall vollständig untersuchen und die Täter der Justiz übergeben werden.

Ärzte ohne Grenzen ist schockiert und sehr traurig über diesen schwerwiegenden Sicherheitsvorfall. Unsere Gedanken sind bei der Familie unseres getöteten Kollegen.

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