Psychosoziale Hilfe

Menschen in unseren Einsatzgebieten haben häufig traumatische Erfahrungen gemacht. Weil dies zu starken Belastungen führen kann, sind psychologische und psychotherapeutische Hilfe ein Bestandteil vieler Hilfsprojekte.

Ein wichtiger Aspekt unserer Hilfsprogramme ist die seelische Unterstützung. Experten und Expertinnen helfen den Betroffenen von Konflikten, (sexueller) Gewalt und Katastrophen, das Erlebte zu verarbeiten. Psychosoziale Hilfe spielt auch bei langwierigen Therapien eine wichtige Rolle, etwa bei der Behandlung von HIV/Aids oder medikamentenresistenter Tuberkulose.

Folgen traumatischer Erfahrungen sind häufig Verzweiflung, Wut, Depressionen oder Angststörungen. Es kommt vor, dass Menschen sich zurückziehen, aggressiv werden, schlecht schlafen oder Albträume und Flashbacks haben - so genannte „posttraumatische Belastungsstörungen“. Die Heilungschancen sind umso größer, je früher psychologische Hilfe einsetzt: In Einzel- oder Gruppengesprächen oder beim Zeichnen drücken die Betroffenen ihre Gefühle aus. Manchmal bringt auch das Erlernen von Entspannungsmethoden Erleichterung.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet mit einheimischen psychosozialen Beratern und Beraterinnen zusammen. Ein wichtiger Teil der Arbeit ist die Fort- und Weiterbildung der lokalen Teams vor Ort. Ärzte ohne Grenzen informiert über die Symptome psychischer Krankheiten und ermutigt die Betroffenen, Hilfe anzunehmen.

Frederique Drogoul, Psychiaterin, war nach dem Taifun Haiyan auf den Philippinen im Einsatz und berichtete Anfang 2014:

Naturkatastrophen von dieser Stärke betreffen alle und führen zu großem psychischen Stress, während die Menschen versuchen, mit dem Verlust und ihrer Trauer zurechtzukommen. Während der ersten paar Tage standen sie noch unter Schock. In den darauffolgenden Wochen suchten viele Gesundheitszentren auf. Oft mit unerklärlichen physischen Symptomen – Schwindel, Kopfweh und Schlafstörungen, Folgen des psychischen Stresses. Berater versorgten sie mit „psychologischer erster Hilfe“, indem sie ihnen zuhörten und ihnen erklärten, dass ihre Reaktionen vollkommen normal sind und mit der Zeit zurückgehen würden.

Dringend für unsere Hilfsprojekte gesucht:

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