Barbara Trattnig20.09.2016

Zurück in Österreich

2 Kommentare

Meine Lieben, nun bin ich zurück in Österreich! Ich habe schon die Dinge und Menschen, die ich vermisst habe, genossen und in die Arme geschlossen – und mich sehr über mein „Abholkommando“ gefreut. Danke, ihr seid die Besten und habt mir echt das Gefühl gegeben, etwas ganz Besonderes zu sein und etwas Gutes getan zu haben. 

Aber vor meiner Rückkehr habe ich noch so einiges erlebt… damit mir nicht fad wird, sozusagen.

Die letzten Wochen im Südsudan waren aufgrund der Unruhen in der Hauptstadt und im Umfeld sehr ereignisreich. Um den Jahrestag der Unabhängigkeit des Südsudan am 9. Juli brachen in Juba heftige Kämpfe aus. Teams von Ärzte ohne Grenzen waren und sind vor Ort – unter anderem mit mobilen medizinischen Teams.

Da wurde mir bewusst: Genau das will ich! Dort zu helfen, wo es am meisten gebraucht wird – und nicht einfach die Koffer zu packen und nach Hause zu fliegen.

Wie ihr vielleicht mitverfolgt habt, wurde unser Team in Juba aus Sicherheitsgründen reduziert. Unser Team war zu diesem Zeitpunkt urlaubsbedingt und auf Grund geringer Personalressourcen sehr klein: Vier internationale Einsatzkräfte, davon ein Logistiker, ein Projektkoordinator, ein Projektmanager und ich – die Krankenschwester. Dementsprechend hatten wir in der letzten Wochen sehr viel Arbeit und trafen viele Vorbereitungen, um für alle Fälle gerüstet zu sein. In so einer Notsituation lebt man in verschiedenen Welten: Die eine Welt ist der normale Arbeitsalltag, und die andere Welt besteht darin, alle Eventualitäten zu besprechen und vorzubereiten. Wer aus dem Team bleibt im Falle einer Evakuierung hier, welche Medikamente müssen in den Transport-Boxen sein, ist alles da und so weiter... Die Situation war sehr gespannt und Schlaf hatten wir alle in den letzten Tagen nicht besonders viel.

Als wäre dies nicht schon genügend Aufregung, hat die Regenzeit auch ihre Schattenseiten gezeigt. Nicht nur Gatsch und kaum befahrbare Straßen, nein…

… Regenzeit ist auch Malariazeit!!! 

Das heißt: Viele Patienten mit einer komplizierten Malaria, die eine Behandlung brauchen und deshalb bei uns im Spital aufgenommen wurden. Oder auch mangelernährte Kinder, die zusätzlich an Malaria leiden. Das medizinische Team ist also gefordert. Manchmal muss man leider auch aufgeben – und die Malaria hat gewonnen. Diese Situationen machen einen immer sehr nachdenklich. Dann ist immer Motivation gefragt, um für die kleinen und großen Patienten weiter zu kämpfen und das Beste zu geben. Umgekehrt gilt: Jeder Sieg, jeder gesunde Patient ist ein Erfolgserlebnis.

Und als ob das alles nicht schon genug wäre, erhielt ich dann die Nachricht, dass aufgrund der Situation im Südsudan meine Ablöse ein wenig später kommt. Also habe ich mich nochmals motiviert und blieb noch ein bisschen. Als dann meine Ablöse schließlich kam, habe ich versucht, eine gute Übergabe zu machen und ihr all mein Wissen „einzuflößen“. Ich hoffe, sie wird alles gut gebrauchen können! Jetzt ist ihr Einfluss und ihre Energie gefragt.

Nun bin ich also zurück in Österreich, aber meine Gedanken sind immer noch ein bisschen im Südsudan. Ich bin immer noch sehr froh, diesen Schritt gemacht zu haben und mich für einen Einsatz mit Ärzte ohne Grenzen entschieden zu haben.

Nach einer Erholungspause geht’s dann weiter, wohin und wann steht noch in den Sternen! Aber egal wo, es wird sicher eine spannende Zeit. Jetzt genieße ich einmal die Sonnenseiten Europas und hoffe auf einen schönen Spätsommer – denn Regen hatte ich jetzt schon genug ;-)

Alles Liebe,
Barbara

Kommentare

Dr.Herbert Bron...
That is the Spirit we need, thank you so much, Barbara, GbU
huberta Pfeffer
Was täten wir ohne Euch mutigen Menschen !!!!! Vielen herzlichen Dank an Alle, die so selbstlos und mutig Ihren Einsatz leisten. Gott möge Euch segnen und beschützen! Ein schönes Weihnachtsfest wünscht .......Huberta Pfeffer

Kommentar verfassen

* Diese Angabe wird benötigt.

Teilen

Vervielfältigen

Mehr von Barbara Trattnig