Afghanistan

Afghanistan: Ärzte ohne Grenzen behandelt die Opfer eines Bombenanschlags in Kundus

Nach einem Bombenanschlag in der Hauptstadt der Provinz Kundus im Norden Afghanistans hat Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) vergangenen Samstag im chirurgischen Krankenhaus der Organisation vierzehn Patienten und Patientinnen behandelt.

Die Explosion ereignete sich gegen Mittag in der Nähe eines Marktes im Zentrum von Kundus. Die Teams von Ärzte ohne Grenzen versorgten Menschen mit schweren inneren Verletzungen, Blutungen und Verbrennungen. 

„Schon fünf Minuten nach dem Anschlag strömten die ersten Verletzten in unser Krankenhaus. Zwei Personen waren schwer verletzt und mussten sofort operiert werden, die anderen konnten stabilisiert werden“, sagt Erwin Guillergan, der Koordinator von Ärzte ohne Grenzen in Kundus.

Neues chirurgisches Krankenhaus

Seit August 2011 betreibt Ärzte ohne Grenzen in Kundus ein chirurgisches Krankenhaus, das chirurgische Nothilfe und Nachfolgebehandlungen für Menschen anbietet, die im Konflikt verwundet werden, vor allem für Personen mit lebensbedrohlichen Verletzungen.

Seit der Eröffnung hat Ärzte ohne Grenzen hunderte Menschen in dem Krankenhaus behandelt.

In allen Strukturen, in denen Ärzte ohne Grenzen in Afghanistan arbeitet, besteht ein strenges Waffenverbot, um den Schutz und die Sicherheit der Patientinnen und Patienten zu gewährleisten.

Teams von Ärzte ohne Grenzen arbeiten auch im Krankenhaus Ahmed Shah Baba in Kabul und im Boost Krankenhaus der Provinzhauptstadt von Helmand, Lashkar Gah. An beiden Orten bietet Ärzte ohne Grenzen kostenlose medizinische Versorgung in allen Abteilungen der Krankenhäuser an.

Ärzte ohne Grenzen plant Anfang 2012 in der Provinz  Khost ein Geburtskrankenhaus zu eröffnen.

Ärzte ohne Grenzen finanziert die Hilfe in Afghanistan ausschließlich durch private  Spenden, die Organisation nimmt für diesen Einsatz keinerlei Regierungsgelder an.

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