Burkina Faso

Burkina Faso: Wasser und Nahrungsmittel für Flüchtlinge

Nach den gewaltsamen Zusammenstößen in Mali, sind fast 20.000 Menschen in den Norden von Burkina Faso geflohen. Im Lager Mentao verteilt Ärzte ohne Grenzen Wasser und Nahrungsmittel und ermittelt medizinische Bedürfnisse.

Fast 20.000 Malierinnen und Malier haben seit Mitte Januar 2012 Zuflucht in Burkina Faso gesucht. Sie sind vor den schweren Zusammenstößen zwischen der malischen Armee und Tuareg-Rebellengruppen geflohen. Die meisten Flüchtlinge befinden sich in den Provinzen Oudalan, Seno und Soum im nördlichen Teil von Burkina Faso.

Starker Anstieg

Das Lager Mentao beherbergt 3.000 Vertriebene, vor drei Wochen waren es erst 1.000. „Die Zahl der Flüchtlinge ist sehr angestiegen. Und wir erwarten in den nächsten Wochen noch einen weiteren Anstieg auf 5.000 bis 10.000 Menschen“, so Ärzte ohne Grenzen-Einsatzleiter Jean Hereu. 

Ärzte ohne Grenzen verteilt 50 Kubikmeter Wasser pro Tag. Die Teams stellen mit einer ersten Spende von fünf Tonnen Reis, roten Bohnen und Öl auch Nahrungsmittel zur Verfügung, was sie so lange weiter tun werden bis das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) seine Notfallhilfe beginnt. Zusammen mit dem Gesundheitsministerium wird Ärzte ohne Grenzen außerdem in den nächsten Tagen die medizinischen Bedürfnisse der Flüchtlinge ermitteln.

Kontinuierliche Versorgung wichtig

Unter den Flüchtlingen sind auch einige Nomaden, die sich an einem Nebenarm des Flusses Niger niedergelassen haben, wo ihr Vieh Wasser finden kann. Doch die meisten der Flüchtlinge sind an ein sesshafteres Leben gewöhnt und müssen nun ohne Ressourcen auskommen, was sie äußerst verwundbar macht. 

„Während unserer ersten Untersuchung war die gesundheitliche Lage noch nicht kritisch. Aber damit die Menschen nicht krank werden, brauchen sie kontinuierlichen Zugang zu Wasser, Nahrungsmitteln und medizinischer Versorgung. Wir müssen wachsam sein, denn die Situation könnte sich schnell verschlechtern“, erklärt Logistiker Daho Moussa. 

Unsichere Nahrungsmittellage

Der Mangel an Regen im Jahr 2011 beeinträchtigte die Ernte, das Weideland und den Wasserstand der Dämme. Es besteht außerdem die Gefahr, dass der Zustrom so vieler Menschen mit ihrem Vieh zu Spannungen zwischen den Gemeinden führt und die an sich schon prekäre Situation weiter destabilisiert. Es ist außerdem wahrscheinlich dass die unsichere Nahrungsmittellage sowohl die Gesundheit von Flüchtlingen als auch die der lokalen Bevölkerung gefährden wird. 

Zusätzlich zum Lager Mentao haben die Behörden ein weiteres Gelände in Férélio, in der Provinz Oudalan, eingerichtet. Dort sollen die malischen Flüchtlinge im weit nördlichen Teil von Burkina Faso untergebracht werden. Ein Team von Ärzte ohne Grenzen besuchte dieses zweite Lager am 7. März 2012, um die Situation dort abzuklären. 

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