Demokratische Republik Kongo

Demokratische Republik Kongo: Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen angegriffen

Die Nothilfeorganisation Ärzte ohne Grenzen verurteilt aufs Schärfste einen Angriff auf ihre Mitarbeiter in der Stadt Masisi im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Die Organisation hat einen Teil der Projekte in dem Gebiet in der Provinz Nord-Kivu ausgesetzt.

In der Nacht auf Montag sind bewaffnete Männer gewaltsam auf das Gelände von Ärzte ohne Grenzen eingedrungen und haben das Feuer eröffnet. Ein Mitarbeiter wurde von einer Kugel an der Schulter verletzt. Er wurde von seinen Kollegen behandelt. Sein Zustand ist mittlerweile stabil.

Aus Sorge um die Sicherheit der Mitarbeiter musste Ärzte ohne Grenzen die Arbeit der mobilen medizinischen Teams bis auf weiteres aussetzen. Eine Notversorgung im Hauptkrankenhaus von Masisi wird aber fortgeführt.

Schaden für die Bevölkerung

Der Überfall behindert erneut die Hilfe für die Bevölkerung. „Abgesehen von dem Schock, den unsere Mitarbeiter erleiden mussten, verhindert dieser Zwischenfall medizinische Hilfe vor Ort und schadet damit der Bevölkerung“, sagt Gaël Hankenne, Programmleiter von Ärzte ohne Grenzen. Die Teams in der Demokratischen Republik Kongo sind mehrfach angegriffen worden. Im April 2011 wurden zwei Mitarbeiter in der Provinz Süd-Kivu durch Schüsse verletzt. Auch damals musste ein Teil der Projekte vorübergehend ausgesetzt werden.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 1981 in der Demokratischen Republik Kongo. Die Mitarbeiter behandeln in Krankenhäusern und Gesundheitsstationen und mit mobilen Kliniken Patienten im ganzen Land. Im Gebiet von Masisi ist die Organisation seit 2007 präsent. Die Teams arbeiten im Hauptkrankenhaus sowie in Gesundheitsstationen in Masisi und Nyabiondo. Außerdem hat Ärzte ohne Grenzen ein System aus mobilen Kliniken aufgebaut, um Patienten im Vertriebenenlager von Bukombo und in unsicheren Gebieten der Umgebung zu behandeln. Im vergangenen Jahr haben die Mitarbeiter im Gebiet um Masisi mehr als 100.000 Konsultationen vorgenommen und 1.783 Personen operiert.

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