Unsere Umwelt verändert sich rasant, daran besteht kein Zweifel. Das hat große Auswirkungen auf den Menschen, vor allem auch auf seine Gesundheit. Wir handeln.
18.03.2021

Wasserknappheit gefährdet den Anbau und die Produktion von Nahrungsmitteln. Naturkatastrophen wie Wirbelstürme und Überschwemmungen verursachen zahlreiche Tote und Verletzte, aber auch Krankheiten wie Cholera. Steigende Temperaturen und veränderte Niederschläge begünstigen das Entstehen von durch Moskitos übertragenen Krankheiten: Die Moskitos vermehren sich schneller und überleben an Orten, wo es sie vorher nicht gab. 

Knappe Ressourcen führen zu Konflikten. Konflikte wiederum sind ein Grund für die Menschen, ihre Heimat zu verlassen

Was hat das mit uns zu tun?

An vielen unserer Projektstandorte reagieren unsere Teams auf Situationen, die mit den sich verändernden Umweltbedingungen zusammenhängen. Dazu gehört die steigende Zahl von Menschen mit Infektionskrankheiten wie Malaria, Dengue-Fieber und Cholera, die auf veränderte Niederschlags- und Temperaturmuster zurückzuführen sind.

Es gibt auch immer mehr Fälle von Zoonosen (von Tieren auf Menschen übertragene Krankheiten), die auf den zunehmenden Druck auf die Umwelt zurückzuführen sind, sowie häufigere extreme Wetterereignisse wie Wirbelstürme, Wirbelstürme und Dürren, die zu Unterernährung beitragen. An vielen Orten, an denen wir heute tätig sind, sehen unsere Teams Menschen mit vielfältigen Gesundheitsbedürfnissen, die auf häufige Epidemien, Ernährungsunsicherheit, Konflikte und Vertreibung zurückzuführen sind - diese werden durch den Klimanotstand verschärft.

Jetzt helfen!

Unsere Verpflichtung

In Anerkennung unseres eigenen Beitrags zum globalen Problem der Kohlenstoffemissionen und der vom Menschen verursachten Umweltzerstörung haben wir uns verpflichtet, unsere Emissionen bis 2030 um mindestens 50 Prozent gegenüber dem Stand von 2019 zu senken.

Mit diesem Ziel wollen wir einen festen Kurs in Richtung Dekarbonisierung einschlagen und unsere Organisation mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens in Einklang bringen, die Erderwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen. Die internationale Ärzte ohne Grenzen-Bewegung hat diesem ehrgeizigen Ziel einstimmig zugestimmt und will über die Fortschritte bei der Erreichung dieses Ziels berichten.

"Die Gesundheit der Menschen wird durch die negativen Folgen des Klimanotstands zunehmend geschädigt", sagt Dr. Christos Christou, Präsident von Ärzte ohne Grenzen International. "Es reicht nicht aus, auf Gesundheitsprobleme zu reagieren, wenn sie auftreten. Wir müssen auch unseren Teil dazu beitragen, dass sie gar nicht erst entstehen."

MSF International President, Dr. Christos Christou, in Rondônia, Brazil

Wenn wir jetzt nicht handeln, verletzen wir unsere medizinischen und ethischen Verpflichtungen gegenüber Patient:innen und Gemeinschaften.

Dr. Christos Christou, Präsident von Ärzte ohne Grenzen International.

Die Bewertungen zur Ermittlung unseres CO2-Fußabdrucks für 2019 sind im Gange, aber es steht bereits fest, dass unsere Organisation sich weiterhin anpassen und Probleme im Zusammenhang mit dem Personentransport, der Versorgung, dem Bau, der Energie und der Abfallwirtschaft angehen muss.

Wir müssen handeln

Aufbauend auf unserem Umweltpakt 2020 erkennen wir die Notwendigkeit an, echte und unmittelbare Veränderungen vorzunehmen, um die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels einzudämmen. Aus diesem Grund verpflichten wir uns, unsere Emissionen in diesem Jahrzehnt drastisch zu reduzieren und schließen uns den fast 200 humanitären Organisationen an, die die Klima- und Umweltcharta für humanitäre Organisationen unterzeichnet haben.

Als medizinische Nothilfeorganisation wird es immer unsere Priorität sein, den Menschen an den entlegensten Orten der Welt schnelle Hilfe zu leisten, aber wir müssen einen Weg finden, dies zu tun und gleichzeitig unseren ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Innerhalb unserer Organisation, im gesamten humanitären Sektor und in der gesamten Gesellschaft müssen wir unsere Arbeitsweise ändern. Dies wird nicht einfach sein, aber es wird nur noch notwendiger werden, da der Klimawandel humanitäre Notsituationen zunehmend verschlimmert. 

"Die Dekarbonisierung der Art und Weise, wie wir unsere medizinischen Notfallprojekte in über 70 Ländern durchführen und unterstützen, ist keine kleine Aufgabe. Aber wir sind fest entschlossen, dieses Ziel zu erreichen, und wir arbeiten von allen Seiten daran, Lösungen zu finden", sagt Dr. Christou. "Wenn wir künftigen Generationen weiteres Leid und Katastrophen ersparen wollen, müssen wir alle Verantwortung übernehmen."

MSF International President, Dr. Christos Christou, in Rondônia, Brazil

Die Klimakrise ist letztlich eine Gesundheitskrise, und die Eindämmung der Emissionen ist jetzt Teil unseres humanitären Handelns.

Dr. Christos Christou, Präsident von Ärzte ohne Grenzen International.

Jetzt mithelfen