Grenzenlose Kämpferinnen

Diese Frauen sind Vorbilder. Sie kämpfen an vorderster Front für Frauen, die entweder kein Recht oder kaum Chancen auf ein selbstbestimmtes und unversehrtes Leben haben.

Lisa Janin

Lisa kommt aus Frankreich und lebt seit 12 Jahren in Österreich. Ausgebildet am Wiener Allgemeinen Krankenhaus (AKH), ist die Krankenschwester seit Ende Jänner 2021 auf ihrem mittlerweile dritten Auslandseinsatz mit Ärzte ohne Grenzen. Konkreter: Lisa leitet ein halbes Jahr lang die mobile medizinische Hilfe in Salambila (Demokratische Republik Kongo).

Der Kongo befindet sich in einem Dauerkrisenzustand. Bewaffnete Konflikte führen immer wieder dazu, dass Menschen ihre Heimat verlassen müssen und kaum Zugang zu Lebensmitteln, Wasser und medizinischer Versorgung haben. Lisa findet das nicht fair: "Ich habe mich entschieden für Ärzte ohne Grenzen zu arbeiten, weil ich es ungerecht finde, dass manche Menschen keinen Zugriff auf medizinische Versorgung haben. Ich wollte mich in meinem Beruf nützlicher finden." Den Nutzen ihrer Arbeit erleben die vielen Frauen, Mütter und Kinder, die besonders betroffen sind von den Folgen von Vertreibung. Sie bekommen dank Lisa zumindest eine Chance, zu (über)leben.

Dr.in Zia Safi

Gynäkologin Zia Safi arbeitet für Ärzte ohne Grenzen in einer Geburtenstation in Khost, Ost-Afghanistan. „Es gibt hier einen berühmten Spruch: Eine Frau ist entweder zu Hause oder in ihrem Grab", sagt sie. Der Spruch scheint für viele Frauen in Afghanistan bittere Realität zu sein. Sie dürfen in den meisten Fällen erst dann zu einer Ärztin oder einem Arzt, wenn ihr Zustand kritisch ist. Die vielen Unruhen im Land und das sowieso schon marode Gesundheitssystem machen es nicht leichter, Hilfe zu bekommen. Zia leistet mit ihrer Arbeit einen wesentlichen Beitrag dazu, dass Frauen in Afghanistan trotz all dieser Widrigkeiten eine Perspektive bekommen und ohne Angst Mütter werden können. Dafür setzt sie sich auch selbst großen Gefahren aus, werden doch Krankenhäuser in Afghanistan immer wieder Ziel von Anschlägen.

Dulce Herrera

Dulce arbeitet in Venezuela, einem Land, wo allein im Jänner 2021 alle 38 Stunden eine Frau ermordet wurde - Dunkelziffer nicht einberechnet. Jene Frauen, die sexualisierte Gewalt überleben und sich allen Widrigkeiten tum Trotz behandeln lassen können, versucht Dulce zu helfen. Sie leitet im Auftrag von Ärzte ohne Grenzen die Abteilung für Opfer sexueller Gewalt in Caracas. Auch, wenn es gute Gründe gäbe, in diesem krisengeschüttelten Land die Hoffnung auf eine gewaltfreie Zukunft für Frauen aufzugeben, kämpft Dulce weiter. Für sie ist klar: "Ich kann nicht untätig zusehen, ohne zu handeln".

Rhomina Jhona Suan

"Frauen leiden am meisten unter der Pandemie", sagt Rhomina. Sie arbeitet als Krankenschwester im San Lazaro Hosital in Manila (Philppinen). Auf der dortigen COVID-19 Station ist ihr erst vor kurzem eine alleinerziende Mutter begegnet, die ihre beiden minderjährigen Kinder zu Hause lassen musste. Kein Einzelfall, meint Rhomina. Wie auf der ganzen Welt sind Frauen auch auf den Philippinen mindestens vierfach belastet durch die Pandemie: sie müssen arbeiten, ihre Kinder zuhause betreuen, mit ihnen zuhause lernen und Essen zubereiten. Umso wichtiger ist es Rhomina, die Patientinnen nicht nur medizinisch beizustehen. Sie spendet ihnen Hoffnung und Zuversicht. 

 

Vier von vielen

Lisa, Zia, Dulce und Rhomina sind Vorbilder. Vier von vielen weiblichen Vorbildern, die sich jeden Tag weltweit dafür einsetzen, dass Frauen in Krisenregionen ein selbstbestimmteres und unversehrtes Leben führen können. Sie kämpfen, weil sie nicht anders können - Nichts zu tun und dem Leid anderer Frauen zuzuschauen ist keine Option für sie. Danke für diesen Mut und diese Konsequenz.

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