Sierra Leone

Sierra Leone: Ärzte ohne Grenzen eröffnet neue Ebola-Behandlungszentren

Die Ebola-Epidemie hat den Westen Sierra Leones hart getroffen, doch für Kranke ist der Zugang zu einer Behandlung kaum möglich. Die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) hat daher in der Hauptstadt Freetown und in Magburaka je ein neues Ebola-Behandlungszentrum eröffnet.

Das Behandlungszentrum in Freetown wurde in der zentral gelegenen „Prince of Wales“-Schule eingerichtet. Bereits 14 Tage nach dem Beginn des Baus konnten die ersten Ebola-Kranken aufgenommen und behandelt werden. Die Kapazität liegt derzeit bei 44 Betten, wovon bereits mehr als 50 Prozent belegt sind. In Magburaka wurden am Eröffnungstag, dem 15. Dezember, bereits zwei Patienten aufgenommen. Beide Zentren sollen in den nächsten Wochen auf eine Kapazität von je 100 Betten aufgestockt werden.

Anstieg von Ebola-Fällen

Die neu eröffneten Ebola-Behandlungszentren sind ein weiteres Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit von Ärzte ohne Grenzen mit dem nationalen Ebola-Komitee von Sierra Leone. Aufgrund des Anstiegs von Ebola-Fällen während der vergangenen Wochen konzentriert sich die Zusammenarbeit auf den Ausbau der Behandlungskapazitäten im Land. Daher plant Ärzte ohne Grenzen zusätzlich zu den bestehenden Behandlungszentren in Kailahun, Bo, Freetown und Magburaka noch die Eröffnung eines weiteren Zentrums in Kissi, ebenfalls in Freetown. Es soll Ende des Monats einsatzbereit sein.

„Der Ausbau der Behandlungskapazitäten von Ärzte ohne Grenzen und anderen Organisationen war der erste Schritt,  die nächste Priorität liegt nun auf der Identifikation positiver Ebola-Fälle“, erklärt Franking Frias, medizinischer Teamleiter von Ärzte ohne Grenzen in Freetown. „Die Betroffenen müssen so rasch wie möglich getestet und in eines der Behandlungszentren überstellt werden. Momentan sind viele Ebola-Kranke gezwungen, in ihren Gemeinden zu bleiben – sie haben keinen Zugang zu einer Behandlung und riskieren, zuhause zu sterben und ihre Familien anzustecken. Wir können nicht zulassen, dass sich das Virus weiter verbreitet.“

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