Philippinen

Tacloban: Aufblasbares Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen in Betrieb

Im aufblasbaren Krankenhaus werden die Noteinsatz-Teams in den kommenden Monaten stationäre medizinische Versorgung leisten und chirurgische Eingriffe vornehmen, während das lokale Gesundheitssystem wieder aufgebaut wird.

Tacloban/Wien, 22. November 2013 – Ein Team der internationalen medizinischen Organisation Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) hat den Aufbau eines aufblasbaren Krankenhauses auf dem Gelände des Bethany Krankenhauses in der Stadt Tacloban fertiggestellt.

Aufblasbares Krankenhaus für Noteinsätze

Das freistehende aufblasbare Krankenhaus wurde entwickelt, damit Notfall-Teams nach Naturkatastrophen schnell helfen können. Durch die Struktur kann den Menschen qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung angeboten werden, während die zerstörten Gesundheitseinrichtungen repariert und wieder aufgebaut werden. Das aufblasbare Krankenhaus wurde auch schon nach den Erdbeben in Pakistan 2005 und in Haiti 2010 verwendet.

Das Krankenhaus besteht aus vier aufblasbaren Zelten mit je 100 Quadratmetern Grundfläche und einem fünften Zelt mit 45 Quadratmetern. Es beherbergt eine Notaufnahme, einen Raum zur Wundversorgung, eine Apotheke und bis zu 45 Betten. Zusätzliche Versorgung wird innerhalb des Bethany Krankenhauses geleistet werden, sobald Reparaturarbeiten abgeschlossen sind, die am beschädigten Operationstrakt, am Geburtstrakt, an der Frühgeborenen-Station und den Sterilisationsräumen für Material notwendig sind.

Aufbau: Logistische Herausforderung

„Wir haben gemeinsam mit philippinischen und internationalen Helfern die ganze Nacht in strömendem Regen schwer gearbeitet, damit das Krankenhaus heute Früh fertig ist", sagt Yann Libessart vom Noteinsatz-Team von Ärzte ohne Grenzen in Tacloban. „Das Grundstück vorzubereiten und das Krankenhaus aufzustellen war eine enorme logistische Herausforderung. Erst mussten wir den Hof und den Außenbereich des Krankenhauses vom Schutt säubern – es war eine gigantische Aufgabe."

Die im aufblasbaren Krankenhaus stationierten medizinischen Teams von Ärzte ohne Grenzen werden auch die wenigen Krankenhäuser in Tacloban unterstützen, die noch in Betrieb sind. Sie sind darauf eingerichtet, einen Teil der Arbeit der ersten Hilfsteam zu übernehmen, die im Katastrophengebiet waren – darunter Soldaten, die sich jetzt nach und nach aus der Stadt zurückziehen.

Erste Phase des Noteinsatzes vorüber

„Die erste Phase des Noteinsatzes ist jetzt vorüber", sagt Laurent Sury, Koordinator des Noteinsatzes von Ärzte ohne Grenzen. „Wir erwarten jetzt vor allem Patienten mit allgemeinen Krankheiten, oder mit Problemen, die mit dem schlechten Zugang zur Gesundheitsversorgung zusammenhängen: Zum Beispiel schwierige Entbindungen und Menschen mit chronischen Krankheiten. Unser Ziel ist es, das Gesundheitssystem in der Region zu unterstützen, bis es zur Normalität zurückgekehrt ist."

Ärzte ohne Grenzen hat 192 internationale Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auf den Philippinen, die in einem Dutzend Städten und Dörfern auf den am stärksten vom Taifun betroffenen Inseln Leyte, Samar und Panay medizinische und humanitäre Hilfe leisten.

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