Zeltlager unter Mangobäumen – Abschied (Teil 2)

Zeltlager unter Mangobäumen – Abschied (Teil 2)
Kommentar von Ralf Ohnmacht
16.06.2014

Fortsetzung von "Abschied  - Teil 1": Vor kurzem hieß es für mich Abschied nehmen von unserem Team, mit dem ich ein halbes Jahr lang als Logistiker gemeinsam im Einsatz gegen die Schlafkrankheit war.

In der Demokratischen Republik Kongo haben wir die Menschen im Norden des Landes auf die durch Tse-Tse-Fliegen übertragene Krankheit untersucht.

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In unserem Zeltlager wohnt das 14-koepfige Team über einen Zeitraum von 5 Wochen. Gekocht wird am Feuer, geduscht mit Kübeln. Die Mangobäume spenden Schatten untertags und eine wohlige Atmosphäre am Abend.
© Ralf Ohnmacht/MSF

Eine der wichtigsten Komponenten unseres Teams sind die sogenannten „Sensibilizers“. Sie „sensibilisieren“ und informieren die Bevölkerung über die Schlafkrankheit und unsere Aktivitäten, gehen auf die Menschen zu, die skeptisch sind, und klären sie über die Wichtigkeit der Untersuchung auf.

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Unsere „Sensibilizers“ klären die Bevölkerung über die Schlafkrankheit auf.
© Ralf Ohnmacht/MSF

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Zwei Kinder beobachten uns während unserer Arbeit in Combattant in der Nähe von Doruma.
© Ralf Ohnmacht/MSF

Die Skepsis hat verschiedene Gründe: Einerseits war die Behandlung der Schlafkrankheit früher auf Grund der veralteten Medikamente lebensgefährlich - viele wissen noch nicht, dass es bereits neuere und bessere Medikamente mit geringeren Nebenwirkungen gibt. Andererseits müssen positiv getestete Menschen selbst nach einer erfolgreichen Behandlung eine gesellschaftliche Ablehnung fürchten. Der Glaube an die tödliche Krankheit ist immer noch stärker als der Glaube an eine Heilung – wer einmal krank war gilt gemein hin als verrückt und muss um seinen gesellschaftlichen Stand fürchten.

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Menasse, unser Krankenpfleger, spricht per Funk mit unserer Ärztin Christiane, die sich im 60km entferntem Doruma um die ersten Patienten kümmert.
© Ralf Ohnmacht/MSF

Die Abstimmung zwischen unserem Team und unserer Behandlungsstation in Doruma ist sehr wichtig. Es gibt nur eine bestimmte Anzahl an Betten, wir versuchen so gut es geht den 4-stündigen Transport der positiv getesteten Menschen mit dem Rücktransport der bereits behandelten Patienten zu koordinieren.

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Papa Wanga, einer unserer Fahrer: Das Beladen der Autos ist mittlerweile sehr durchdacht, am Ende bleibt kein Luftloch mehr frei - es geht sich überraschender Weise immer auf den Zentimeter genau aus.
© Ralf Ohnmacht/MSF

Papa Wanga arbeitet schon seit vielen Jahren für Ärzte ohne Grenzen in unterschiedlichen Projekten. Er kennt die Menschen und die Gegend, lebt hier mit seiner Familie und versorgt uns gelegentlich mit Avocados aus seinem eigenem Garten. Ohne Menschen wie ihn wäre die Arbeit, die Ärzte ohne Grenzen hier leistet, schlichtweg undenkbar: Die Verständigung zwischen den Kulturen, die Kenntnis der Strecken, der Wasser- und Nahrungsquellen und der Respekt, den ihm die Bevölkerung zollt, sind eine unglaublich wichtige Hilfe für unser Projekt inmitten des kongolesischen Dschungels.

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... der Weg nach Naparka – und zurück.
© Ralf Ohnmacht/MSF

Ärzte ohne Grenzen ist seit mehr als 10 Jahren in der nordöstlichen Provinz Orientale in der Demokratischen Republik Kongo tätig. Neben Notfallprojekten und der Unterstützung von Vertriebenen, der Soforthilfe bei Malaria- und Masern-Ausbrüchen und der Betreuung von Menschen mit HIV/Aids sind auch laufend mobile Teams zur Bekämpfung der Schlafkrankheit im Einsatz. Seit 2007 haben diese Teams ca. 200.000 Tests durchgeführt und mehr als 5.500 PatientInnen behandelt (Stand Ende 2013).

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