Unsere Hilfe in Libyen

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen setzte 2016 die Hilfe in Libyen fort: Seit dem Ende des früheren Regimes im Jahr 2011 ist das Land durch den bewaffneten Konflikt gespalten.

Die Hilfe in Libyen im Einzelnen (Auszug):

  • Der Zusammenbruch von Recht und Ordnung, der wirtschaftliche Kollaps und die Existenz von drei Regierungen wirkten sich auch im Jahr 2016 sehr nachteilig auf die Gesundheitsversorgung in Libyen aus. Wir spendeten Medikamente und medizinisches Material an viele Krankenhäuser im ganzen Land.
  • In Bengasi betreuten wir mit einer libyschen Nichtregierungsorganisation eine Klinik, die pädiatrische und gynäkologische Konsultationen für Vertriebene und Bedürftige anbot. Zudem unterstützten die Teams die Notaufnahme des medizinischen Zentrums in Bengasi sowie die Krankenhäuser al-Abjar und al-Mardsch mit Personal und Trainingskursen.
  • Im zentralen Krankenhaus in Misrata bauten wir eine Partnerschaft in Sachen Infektionskontrolle mit einem jordanischen Krankenhaus in der Hauptstadt Amman auf. Die Teams unterstützten zwei Krankenhäuser in Sintan mit Medikamenten und Trainingskursen, damit diese bei einem Massenansturm von Verletzten effektiver reagieren können. Da die Patientenanzahl im Maritim-Krankenhaus in Suwara niedrig war, stellten wir im März die Hilfe in Libyen ein, ebenso wie die Unterstützung von drei Polikliniken außerhalb von Suwara im Oktober.
  • Libyen ist nicht nur ein Ziel für Hunderttausende geflüchteter Menschen, sondern auch ein Transitland für Menschen, die über das Mittelmeer nach Europa gelangen wollen. Diese Menschen sind in sehr hohem Maße Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt. Wir betreuten  daher auch mobile Kliniken in sieben Aufnahmezentren für Migranten in Tripolis und Umgebung. Die meisten Krankheiten waren auf die erbärmlichen Bedingungen innerhalb der völlig überfüllten Aufnahmezentren zurückzuführen: Läuse, Krätze und Flöhe sowie ernährungsbedingte Probleme oder Beschwerden, die auf einen Mangel an sauberem Trinkwasser beruhten. Diese Hilfe in Libyen umfasste insgesamt 7.145 medizinische Konsultationen, 49 Schwangerenberatungen und 46 Sprechstunden für Kinder unter fünf Jahren.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 2011 Hilfe in Libyen an.

Quelle: International Activity Report 2016

Meldungen aus Libyen

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