Unsere Hilfe in Nigeria

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen setzte 2016 die Hilfe in Nigeria fort, da rund 1,8 Millionen Menschen im Nordosten des Landes durch den Konflikt zwischen Boko Haram und nationalen Streitkräften vertrieben worden waren.

Die Hilfe in Nigeria im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen fokussierte die Hilfe in Nigeria 2016 auf den Bundesstaat Borno, da es dort aufgrund des bewaffneten Konfliktes zu hohen Sterblichkeitsraten kam, die auf schwere Mangelernährung und vermeidbare Krankheiten zurückzuführen waren. Ab Juli 2016 weiteten die Teams die Nothilfe in der Region aus, obwohl Unsicherheit die Arbeit immer wieder beträchtlich einschränkte. In einigen Dörfern mussten sie wegen der Sicherheitslage schnelle Interventionen organisieren, um in kurzer Zeit die beste Wirkung zu erzielen: mit Nahrungsmittelverteilungen, Masern-Impfkampagnen, saisonaler Malaria-Chemoprävention, medizinischen Konsultationen oder Wasser- und Sanitäraktivitäten. Ärzte ohne Grenzen baute die Aktivitäten in den Vertriebenenlagern in Maidaguri und zehn weiteren Städten aus. Unsere Teams nahmen 2016 rund 20.760 mangelernährte Kinder ins Ernährungszentrum auf, hielten 290.222 ambulante und 2.764 Notfallkonsultationen ab, nahmen 3.071 Patienten und Patientinnen stationär auf und hielten 56.000 Schwangerenberatungen ab. Zudem halfen sie bei 5.181 Geburten. In der zweiten Jahreshälfte verteilte Ärzte ohne Grenzen mehr als 1.099 Tonnen Nahrungsmitteln an Vertriebene und Familien mit mangelernährten Kindern. Sie impften 130.000 Kinder gegen Masern, 10.051 Kinder gegen bakterielle Lungenentzündung und behandelten 18.754 Kinder mit der saisonalen Malaria-Chemoprävention.
  • In einer Klinik in Kukareta, Bundesstaat Yobe, bot Ärzte ohne Grenzen reproduktive und geburtshilfliche Gesundheitsversorgung, Impfungen und Nothilfe an. Komplizierte Fälle wurden an das staatliche Krankenhaus in Damaturu überwiesen. In Jakusko wurden 2.500 Kinder gegen Masern behandelt und 143.800 Kinder gegen die Krankheit geimpft. Zudem eröffneten unsere Teams vier Ernährungszentren und überwiesen schwere Fälle an das Krankenhaus in Jakusko.
  • 2010 nahm Ärzte ohne Grenzen die Arbeit im Bundesstaat Zamfara auf, da es dort zu einem Ausbruch von Bleivergiftungen unter Kindern gekommen war. 2016 unterstützten die Teams fünf Kliniken und betreuten die pädiatrische Station im Krankenhaus in Anka, wo sie 4.303 Konsultationen abhielten.
  • Bis Mai 2016 hielt Ärzte ohne Grenzen 5.868 Sprechstunden in einer Klinik in Kuchi im Bundesstaat Sokoto ab, musste diese Hilfe aber aus Sicherheitsgründen beenden. Das chirurgische Projekt in Sokoto konnte fortgesetzt werden. Die fachchirurgischen Teams behandelten dort auch Noma-Patienten und Patientinnen. Dabei handelt es sich um eine schwere bakterielle Erkrankung, die zur Zerstörung von Mundschleimhaut, Gesicht und Knochen führt. 388 Menschen wurden operiert, 121 von ihnen aufgrund von Noma.
  • In Port Harcourt, Bundesstaat River, behandelte Ärzte ohne Grenzen monatlich 70 Überlebende sexueller und genderbasierter Gewalt. Diese Hilfe in Nigeria umfasste die Prophylaxe für HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten, Impfungen gegen Tetanus und Hepatitis B, Nothilfeverhütung, Beratung und psychosoziale Unterstützung.
  • 2016 setzte Ärzte ohne Grenzen die Unterstützung des Krankenhauses in Jahun im Bundesstaat Jigawa fort. Bei 70 Prozent der 10.531 auf die Mütterstation aufgenommen Frauen kam es zu komplizierten Schwangerschaften oder Geburten. Die Teams nahmen 2.660 geburtshilflich bedingte Operationen vor, darunter 400 Frauen mit einer Geburtsfistel. Zudem halfen sie bei 7.365 Geburten. 1.293 Säuglinge und 1.141 Frauen wurden auf die Intensivstation aufgenommen.
  • Die Hilfe in Nigeria führte auch zu Nothilfeeinsätzen in den Bundesstaaten Sokoto, Kebbi, Zamfara und Niger, in denen es zu Meningitis- und Masern-Epidemien kam.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1996 Hilfe in Nigeria an.

Quelle: International Activity Report 2016

Die Hilfe von Ärzte ohne Grenzen in Nigeria wurde im Jahr 2016 mit insgesamt 551.354 Euro aus Österreich unterstützt – Details dazu in unserem aktuellen Jahresbericht.

Meldungen aus Nigeria

Nigeria

Nigeria erlebt momentan den heftigsten Ausbruch von Lassa-Fieber seit Jahren. Unsere Notfallteams unterstützten die nigerianischen Gesundheitsbehörden dabei, auf die schwierige Situation zu reagieren.

weiterlesen

Seiten

Vervielfältigen