Unsere Hilfe in Tansania

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen setzte die Hilfe in Tansania im Jahr 2018 fort, um rund 100.000 burundische Geflüchtete im Lager Nduta, im Nordwesten des Landes, medizinisch zu versorgen.

Die Hilfe in Tansania im Einzelnen (Auszug):

  • Zum Jahresende 2018 beherbergte das Land 326.942 Geflüchtete aus Burundi und der Demokratischen Republik Kongo. Die meisten kamen in den Lagern Nyarugusu, Nduta und Mtendeli unter. Im Lager Ndutu hielten die Teams 2018 insgesamt 332.600 ambulante Konsultationen ab, 67.500 der Patientinnen und Patienten waren an Malaria erkrankt. Außerdem halfen sie bei 6.450 Geburten und ermöglichten 12.700 psychologische Einzelgespräche.
     
  • Im Rahmen der Hilfe in Tansania betreuten wir 2018 im Lager Nduta ein Krankenhaus mit 151 Betten und vier Gesundheitsposten. Durch ein Netz von Gemeindegesundheitshelfern klärten wir die Geflüchteten zudem über Gesundheitsfragen auf. Die ambulante medizinische Hilfe umfasste die Mutter-Kind-Versorgung, Ernährungsunterstützung, psychologische Hilfe und die Behandlung von Überlebenden sexueller und genderbasierter Gewalt. Unsere Hilfe in Tansania umfasste auch die Renovierung eines Operationssaals und eines Sterilisationsraums im Krankenhaus des nahegelegenen Bezirks Kibondo. Wir spendeten auch fachchirurgisches Material, um überlebenswichtige chirurgische Eingriffe für die Geflüchteten und die lokale Bevölkerung zu ermöglichen.
     
  • Malaria war ein großes medizinisches Problem im Lager Nduta, vor allem während der Regenzeit. Seit 2016 betreuten wir hier umfangreiche Malaria-Präventions- und Kontrollmaßnahmen. Dazu gehörten auch biologische Larventötungsmittel und die Massenverteilung von mit Insektiziden getränkten Moskitonetze. Diese Maßnahmen waren so wirksam, dass sie im Jahr 2018 die Anzahl der Malariafälle um fast die Hälfte in unseren Einrichtungen verringerten.
  • Im März 2018 bestätigten die Regierungen von Burundi und Tansania sowie das UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR, dass sie die freiwillige Rückführung von mehr als 70.000 Burundierinnen und Burundiern zum Jahresende ermöglichen würden.
     
  • Unsere Teams in Nduta registrierten im Rahmen unserer Hilfe in Tansania einen steigenden Bedarf an psychologischer Hilfe unter den Geflüchteten. Viele von ihnen wurden auf Depression und Angststörungen diagnostiziert. Zudem gab es psychiatrische Fälle. Neben der Perspektivlosigkeit berichteten viele Patienten zudem, dass sie traumatische Erfahrungen gemacht und Familienangehörige oder Freunde verloren hatten. Daher boten wir psychologische Hilfe für die burundischen Geflüchteten an.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1993 Hilfe in Tansania an.

Quelle: International Activity Report 2018

Die Hilfe von Ärzte ohne Grenzen in Tansania wurde im Jahr 2018 mit insgesamt 800.000 Euro aus Österreich unterstützt - Details dazu in unserem aktuellen Jahresbericht.

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