Unsere Hilfe in Tansania

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen konzentrierte die Hilfe in Tansania im Jahr 2016 darauf, Flüchtlinge zu unterstützen, die in überfüllten Lagern im Land lebten.

Die Hilfe in Tansania im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen leistete in drei Lagern medizinische Hilfe in Tansania. Offiziellen Zahlen des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR zufolge lebten zum Jahresende 2016 rund 280.000 Flüchtlinge in Tansania. Aufgrund der anhaltenden Unruhen im Nachbarland Burundi nahm ihre Zahl weiter stark zu. Im Dezember kamen jeden Monat fast 10.000 Menschen aus Burundi über die Grenze. Dies verstärkte den Druck auf die ohnehin bereits überfüllten Lager. Die humanitären Organisationen konnten dem Bedarf an Unterkünften, Wasser- und Sanitärversorgung kaum nachkommen. Zumal die Unterbringung vieler Neuankömmlinge in überfüllten und unhygienischen Hütten meist die Ausbreitung von Krankheiten wie Malaria, Durchfall und Atemwegserkrankungen nach sich zieht.
  • Ärzte ohne Grenzen baute die Angebote in den drei Lagern Nyarugusu, Nduta und Mtendeli aus. Dafür wurde auch die Versorgung in den bereits bestehenden Einrichtungen in Nyarugusu und Nduta neu organisiert, um die vielen Malaria-Patienten und Patientinnen versorgen zu können. Im Lager Mtendeli stellte Ärzte ohne Grenzen täglich 428.000 Liter Wasser zur Verfügung und überwachte die Gesundheitslage bis September 2016. Dann wurden beide Aktivitäten an andere Akteure übergeben.
  • Im Flüchtlingslager Nyarugusu setzte Ärzte ohne Grenzen zunächst die Unterstützung des Ernährungszentrums fort und behandelte 175 Patienten und Patientinnen, bevor die Aktivitäten im März 2016 an das tansanische Rote Kreuz übergeben wurden. Auch mobile Kliniken, die in erster Linie ambulante Konsultationen abhielten und Mangelernährte betreuten, wurden geschlossen. Drei andere mobile Kliniken, deren Ziel es war, die Krankheits- und Sterblichkeitsrate durch Malaria zu verringern, liefen weiter. Die Teams betreuten zudem eine Stabilisierungsstation mit 40 Betten und eine Blutbank. Insgesamt hielten unsere Teams 2016 64.450 medizinische Konsultationen, darunter 46.380 Malaria-Fälle, und 24.550 psychologische Sprechstunden ab. Sie verteilten zudem 65.000 Moskitonetze und stellten bis Dezember insgesamt 65,7 Millionen Liter Trinkwasser bereit.
  • Im Lager Nduta war Ärzte ohne Grenzen 2016 der größte Gesundheitsanbieter mit einem umfangreichen Angebot: reproduktive Gesundheitsversorgung, Behandlung von Mangelernährten und Hilfe für Überlebende sexueller Gewalt. Zudem renovierten die Teams das Krankenhaus mit 120 Betten und erweiterten es, betreuten fünf Gesundheitsposten, machten Impfungen, überwiesen Kranke an andere Einrichtungen und boten psychologische Hilfe an. Im Verlauf des Jahres hielten die Teams 186.345 ambulante Sprechstunden ab, unterstützten mehr als 3.000 Geburten und behandelten fast 44.260 Malaria-Kranke. Darüber hinaus klärten sie die Flüchtlinge über Gesundheitsfragen auf, verbesserten die Wasser- und Sanitärversorgung, verteilten 41.973 Moskitonetze und 70,4 Millionen Liter Wasser zwischen Januar und Oktober.
  • Im September 2016 stellte Ärzte ohne Grenzen im Rahmen der Hilfe in Tansania medizinische Nothilfematerialien nach dem schweren Erdbeben nahe der nördlichen Stadt Bukoba zur Verfügung, um Verletzte in einem lokalen Krankenhaus behandeln zu können.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1993 Hilfe in Tansania an.

Quelle: International Activity Report 2016

Die Hilfe von Ärzte ohne Grenzen in Tansania wurde im Jahr 2016 mit insgesamt 600.000 Euro aus Österreich unterstützt – Details dazu in unserem aktuellen Jahresbericht.

Lesen Sie in unserem Blog Berichte österreichischer Einsatzkräfte über ihre Arbeit in Tansania.

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Ärzte ohne Grenzen ruft zur Aufstockung der humanitären Hilfe auf. Für die weiterhin ins Land strömenden Menschen auf der Flucht muss zudem dringend ein viertes Lager eröffnet werden.

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