Unsere Hilfe in Usbekistan

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Im Rahmen der Hilfe in Usbekistan startete Ärzte ohne Grenzen im Dezember 2016 offiziell klinische Tuberkulose-Tests in der Stadt Nukus, die in der westlichen Republik Karakalpakstan liegt. Die ersten Patienten und Patientinnen begannen ihre Behandlung im Januar 2017.

Unsere Hilfe in Usbekistan im Einzelnen (Auszug):

  • Diese Hilfe in Usbekistan ist innovativ: Der klinische Test kombiniert die ersten neuen Tuberkulose-Wirkstoffe seit mehr als 50 Jahren mit bereits existierenden Arzneimitteln, um resistente Formen der Tuberkulose zu behandeln. Usbekistan gehört zu den 27 Ländern weltweit mit den meisten Fällen an multiresistenter Tuberkulose. Im Juli 2016 begannen unsere Teams zudem, Kinder mit einer auf neun Monate verkürzten Therapie zu behandeln. Normalerweise dauert sie zwölf Monate oder länger. Ende Dezember 2016 nahmen acht Kinder an dieser Behandlung teil. Die Ergebnisse der Kurztherapie für Erwachsene wurden im März 2017 veröffentlicht. Im Rahmen der Hilfe in Usbekistan möchte Ärzte ohne Grenzen dazu beitragen, kürzere und besser verträglichere Behandlungen einzuführen.
  • Alle Tuberkulose-Projekte von Ärzte ohne Grenzen laufen in Kooperation mit regionalen sowie zentralen Gesundheitsbehörden. Die langjährige Zusammenarbeit hat es Ärzte ohne Grenzen ermöglicht, auch eine ambulante Therapie anzubieten - kombiniert mit modernen diagnostischen Tests (GeneXpert) und umfassenden Unterstützungsangeboten. Auf diese Weise können bestimmte Patienten und Patientinnen, die unter Tuberkulose (TB) leiden, vom ersten Tag an zuhause behandelt werden. Im Rahmen dieser Hilfe in Usbekistan haben im Jahr 2016 mehr als 2.650 Menschen diese TB-Therapie begonnen: 1.767 von ihnen waren an herkömmlicher TB erkrankt, 884 an resistenter TB. 63 TB-Kranke litten unter einer extensiv resistenten TB-Form, von denen 49 mit neuen TB-Wirkstoffen behandelt wurden: 29 Patienten nahmen Bedaquilin, Linezolid und Imipenem, 12 Patienten erhielten Bedaquilin und Linezolid und 8 Patienten bekamen Linezolid kombiniert mit konventionellen Medikamenten.
  • In der Hauptstadt Taschkent unterstützten die Teams das regionale HIV-Zentrum, um den Menschen mit HIV und Begleiterkrankungen einen besseren Zugang zu Diagnose und Behandlung zu ermöglichen. 2016 begannen 25 HIV-Patienten und Patientinnen ihre Hepatitis C-Therapie. Zum ersten Mal überhaupt in Usbekistan erhielten 13 Patienten und Patientinnen Medikamente der dritten Therapielinie, nachdem ihre vorherigen Arzneimittel keine Wirkung mehr zeigten. Im Rahmen der Hilfe in Usbekistan begannen im Jahr 2016 insgesamt 842 Patienten und Patientinnen ihre antiretrovirale Behandlung.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1997 Hilfe in Usbekistan an.

Quelle: International Activity Report 2016

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