Unsere Hilfe im Jemen-Konflikt

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen setzte die Hilfe in Jemen im Jahr 2018 fort, da der Konflikt erneut eskalierte und Zivilisten überall im Land zur Zielscheibe wurden.

Unsere Hilfe in Jemen im Einzelnen (Auszug):

  • Unsere Hilfe in Jemen umfasste die Arbeit in 13 Krankenhäusern und Kliniken. Die Teams unterstützten zudem 20 Gesundheitseinrichtungen in 12 Provinzen des Landes. In mehreren Gebieten mussten wir jedoch unsere Aktivitäten aufgrund von wiederholten Angriffen auf medizinisches Personal und Kliniken einstellen. Landesweit hielten wir rund 535.600 Konsultationen ab, nahmen 63.100 Patientinnen und Patienten stationär auf, halfen bei 24.400 Geburten, führten 24.600 größere chirurgische Eingriffe durch und behandelten rund 12.700 Cholera-Patienten.
     
  • Im August weiteten wir unsere Hilfe in Jemen aus und eröffneten nach einer militärischen Offensive in der Provinz al-Hudaida ein chirurgisches Krankenhaus in Mocha. Bis Jahresende nahmen wir dort rund 1.300 größere chirurgische Eingriffe vor. Gleichzeitig überwiesen wir Patientinnen und Patienten an unser Unfallzentrum in Aden. Hier nahmen die Teams als 5.400 Eingriffe vor. Nach einer weiteren Offensive leisteten wir im September medizinische und chirurgische Nothilfe im al-Salakhana-Krankenhaus. Als die Kämpfe im November weiter eskalierten, war dieses Krankenhaus eins von nur drei öffentlichen Krankenhäusern, die in der Region noch in Betrieb waren.
     
  • Die Provinz Saada gehörte 2018 zu den am schlimmsten vom Krieg betroffenen Provinzen des Landes.  Wir setzten unsere Arbeit im Haidan-Krankenhaus in der gleichnamigen Stadt Saada fort.
     
  • Am 11. Juni wurde unser Cholera-Behandlungszentrum in Abs, Provinz Hajja, bombardiert. Zudem mussten wir unsere Projekte in der Provinz Ad Dhale schießen, nachdem wir dort zweimal gezielt angegriffen wurden. Ende Dezember beendeten wir auch die Hilfe für das Krankenhaus in Razeh, Provinz Saada, da es zu nah an der Frontlinie lag.
     
  • Da es riesige Engpässe in der Versorgung von Frauen und Kindern gab, leistete Ärzte ohne Grenzen 2018 im Rahmen der Hilfe in Jemen Geburtshilfe und pädiatrische Versorgung in den Provinzen Ad Dhale, Amran, Hajja, Ibb und Tais.
     
  • An der Westküste des Landes kam es 2018 zu einem chirurgischen Engpass. Auf der 450 Kilometer langen Strecke zwischen al-Hudaida und Aden war das Krankenhaus in Mocha die einzige Einrichtung mit einem Operationssaal. Zwischen August und Dezember operierten wir im Rahmen der Hilfe in Jemen mehr als 150 Personen, die durch Landminen verletzt worden waren.
     
  • Ende 2018 eröffneten die Teams ein neues Cholera-Behandlungszentrum in Ibb. Zudem behandelten sie 570 Patientinnen und Patienten in Abs, Ad Dhale, Ibb und Tais, die an Diphtherie erkrankt waren. In den Provinzen Saada, Hajjja und Amran behandelten sie 1.981 an Malaria erkrankte Menschen. Im Rahmen der Hilfe in Jemen mussten Massenimpfkampagnen wiederholt verschoben werden, da die Behörden keine Zugangserlaubnis erteilten.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1986 Hilfe in Jemen an.

Quelle: International Activity Report 2018

Die Hilfe von Ärzte ohne Grenzen im Jemen wurde im Jahr 2018 mit insgesamt 1,12 Millionen Euro aus Österreich unterstützt - Details dazu in unserem aktuellen Jahresbericht.

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