Unsere Hilfe im Jemen-Konflikt

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Der Jemen-Konflikt führte im Jahr 2016 dazu, dass Hunderte von Gesundheitseinrichtungen landesweit ihren Betrieb einstellen mussten. Ärzte ohne Grenzen weitete daher die Aktivitäten aus: Zum Jahresende arbeiteten die Teams in zwölf Krankenhäusern und unterstützten mindestens 18 andere Kliniken. 1.600 nationale und 82 internationale Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen waren dort tätig.

Unsere Hilfe im Jemen-Konflikt im Einzelnen (Auszug):

  • Zwischen Oktober 2015 und August 2016 verlor Ärzte ohne Grenzen durch den Jemen-Konflikt 26 Kollegen und Kolleginnen sowie Patienten und Patientinnen bei vier verschiedenen Bombenangriffen auf Gesundheitseinrichtungen. Die Teams mussten sich daraufhin aus sechs Krankenhäusern im Norden des Landes zurückziehen. Im November nahmen sie die Aktivitäten wieder auf.
  • In der Provinz Saada arbeiteten wir im Al-Jomhuri-Krankenhaus. Die Teams betreuten die Geburtshilfe, Chirurgie und stationäre Versorgung der Patienten und Patientinnen. Im Schihara-Krankenhaus unterstützten sie die Geburtshilfe und Notaufnahme. Dieses Krankenhaus wurde im Januar 2016 durch eine Rakete getroffen. Das Gesundheitszentrum in Haidan wurde im Oktober 2015 bombardiert.
  • In der Provinz Hadscha leisteten wir medizinische Nothilfe im Al-Jomhuri-Krankenhaus. Zudem betreuten die Teams im Abs-Krankenhaus die Notaufnahme, die stationäre Versorgung sowie die Geburtshilfe und Pädiatrie. In Abs eröffneten sie zudem Anfang Dezember eine stationäre Ernährungshilfestation im Krankenhaus und überwiesen komplizierte Fälle an die Krankenhäuser nach Hadscha, Sanaa und Hudaida.
  • Viele Menschen flohen vor dem Konflikt in die relativ ruhige Provinz Amran. Dort unterstützten wir das Al-Salam-Krankenhaus und vier Gesundheitszentren. Im Mai 2016 starteten die Teams eine Kampagne zur Behandlung der Krätze und verteilten Seife sowie andere Hygieneartikel in den Vertriebenenlagern in Chamir und Huth.
  • In der Hauptstadt Sanaa arbeiteten die Teams in der Notaufnahme und im Operationssaal im Al-Kuwait-Krankenhaus und spendeten Nothilfematerialien an die Krankenhäuser al-Jomhuri, al-Thaura und al-Sabeen.
  • Trotz des Jemen-Konflikts setzte Ärzte ohne Grenzen die Unterstützung des staatlichen HIV-Programms in Sanaa, Tais, Mukalla, Aden und Hudaida fort: 2.529 HIV-Patienten und Patientinnen erhielten weiterhin ihre antiretroviralen Medikamente.
  • Die Versorgung der Dialysezentren wurde durch den Jemen-Konflikt stark beeinträchtigt. Wir unterstützten Zentren in Sanaa, Saada und Hadscha, Tais und Mahweet.
  • In der bevölkerungsreichen Provinz Ibb arbeiteten die Teams im Al-Thaura-Krankenhaus sowie im ländlichen Krankenhaus des Bezirks Thi al-Sufal.
  • In der Provinz Tais tobte der Jemen-Konflikt am heftigsten. Wir leisteten medizinische Nothilfe auf beiden Seiten der Front und versorgten in erster Linie Menschen, die durch Luftangriffe, Schüsse oder Landminen verletzt wurden. Zudem unterstützten die Teams ein Mutter-Kind-Krankenhaus, ein Unfallzentrum sowie vier Krankenhäuser.
  • In einigen Gebieten von al-Dhale kam es im August zu heftigen Kämpfen. Ärzte ohne Grenzen unterstützte das Al-Nasr-Krankenhaus, das Al-Salaam-Krankenhaus, die Thee-Iljal-Klinik in Katabah und das Gesundheitszentrum in Damt.
  • In Aden setzten die Teams die notchirurgische Versorgung im Krankenhaus fort: Allein im Jahr 2016 wurden 5.790 Patienten und Patientinnen in der Notaufnahme behandelt. Zudem unterstützten sie während des Jemen-Konflikts das Al-Rasi-Krankenhaus in Abjan mit chirurgischer Hilfe und Medikamenten.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1986 Hilfe an, im aktuellen Jemen-Konflikt seit 2007.

Quelle: International Activity Report 2016

Die Hilfe von Ärzte ohne Grenzen im Jemen wurde im Jahr 2016 mit insgesamt 1,7 Millionen Euro aus Österreich unterstützt – Details dazu in unserem aktuellen Jahresbericht.

Lesen Sie in unserem Blog Berichte österreichischer Einsatzkräfte über ihre Arbeit im Jemen:

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