Unsere Hilfe im Jemen-Konflikt

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Der Jemen-Konflikt eskalierte 2017 erneut. Zunehmende Kämpfe und der Ausbruch von Krankheiten verschärften die bereits furchtbare humanitäre Lage im Land.

Unsere Hilfe im Jemen-Konflikt im Einzelnen (Auszug):

  • Der Jemen-Konflikt führte im Jahr 2017 dazu, dass das Gesundheitssystem weiter kollabierte und Krankheiten wie Cholera und Diphtherie um sich greifen konnten. Selbst wenn einige Kliniken noch in Betrieb waren, konnten sich die Menschen oft die Transportkosten dorthin nicht mehr leisten. Ärzte ohne Grenzen weitete daher im Jahr 2017 die Aktivitäten aus. Die Teams arbeiteten in 13 Krankenhäusern und Gesundheitszentren in 12 Provinzen und unterstützten 20 öffentliche Gesundheitseinrichtungen. Wir setzten  1.790 nationale und internationale Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ein und unterstützten 1.000 Fachkräfte des öffentlichen Gesundheitssystems. Zudem spendete die Hilfsorganisation 500 Tonnen Medikamente und Material. Die Teams führten im Jahr 2017 landesweit insgesamt 19.728 chirurgische Eingriffe aus, halfen im Mutter-Kind-Krankenhaus in Tais bei mehr als 7.900 Geburten und belieferten mehr als 20 öffentliche Krankenhäuser und Gesundheitszentren mit Medikamenten und chirurgischem Material.

  • Der Cholera-Ausbruch im Jahr 2017 ist beispielhaft für die Auswirkungen des Jemen-Konflikts auf die Bevölkerung: Ohne den Krieg wäre es nicht so schwer gewesen, an sauberes Trinkwasser zu kommen, den Müll zu entsorgen und medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Im  Jahresverlauf nahmen wir 101.475 Menschen in die Cholera-Behandlungszentren auf. Als die Epidemie im April 2017 ausbrach, eröffneten die Teams sofort 37 Cholera-Behandlungszentren und Ausgabestellen für eine Trinklösung zur Rehydration in 9 der 22 Provinzen des Landes. In Haddscha, einer der am stärksten von der Cholera-Epidemie betroffenen Provinzen, nahmen die Teams allein 15.769 Betroffene in das Cholera-Behandlungszentrum von Abs auf. Inmitten des Jemen-Konflikts eröffneten die Teams in der Provinz Ibb Behandlungszentren, schulten das Krankenhauspersonal und überwiesen die anfälligsten Patienten und Patientinnen an die Behandlungszentren.

  • Nachdem die Cholera-Epidemie abgeflaut war, kam es zu einem Ausbruch von Diphtherie. Fast 70 Prozent der Verdachtsfälle wurden in der Provinz Ibb verzeichnet. Die Krankheit kann unbehandelt in 40 Prozent der Fälle tödlich enden. Trotz des Jemen-Konflikts eröffneten wir Diphtherie-Behandlungszentren im Krankenhaus in Nasser, Provinz Ibb, sowie im Al-Nasr-Krankenhaus in Ad-Dhale. Insgesamt behandelten wir mehr als 400 Diphtherie-Patienten und Patientinnen.

  • Der Jemen-Konflikt führte dazu, dass seit 2015 vier der 32 jemenitischen Nieren-Behandlungszentren schließen mussten. Den 28 noch verbleibenden Kliniken mangelte es oft an Nachschub, so dass Behandlungen unterbrochen wurden. Ärzte ohne Grenzen importierte in den vergangenen Jahren mehr als 800 Tonnen Dialyse-Material und stellte mehr als 83.000 Dialysesitzungen für rund 800 Patientinnen und Patienten zur Verfügung. Zudem unterstützten die Teams sechs Dialyse-Behandlungszentren. Drei von ihnen wurden mittlerweile an andere Organisationen übergeben. Inmitten des Jemen-Konflikts benötigen 4.400 Personen mit Nierenversagen dringend medizinische Hilfe.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1986 Hilfe an, im aktuellen Jemen-Konflikt seit 2007.

Quelle: International Activity Report 2017

Die Hilfe von Ärzte ohne Grenzen im Jemen wurde im Jahr 2017 mit insgesamt 1,1 Millionen Euro aus Österreich unterstützt – Details dazu in unserem aktuellen Jahresbericht.

Lesen Sie in unserem Blog Berichte österreichischer Einsatzkräfte über ihre Arbeit in Jemen:

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