Mexiko

Mexiko: Psychologische Hilfe für Umfeld der 43 vermissten Studierenden

Am 26. September 2014 kam es in der mexikanischen Stadt Inguala zu einem Vorfall, bei dem 20 Menschen verletzt und sechs umgebracht wurden. Im Zusammenhang mit diesem Ereignis gelten 43 Studierende als vermisst. Ärzte ohne Grenzen hat vor einem Monat für die fast 400 Verwandten und KommilitonInnen der Vermissten ein psychosoziales und therapeutisches Angebot eingerichtet. Die Familien der Opfer hatten zu dieser Arbeit von Ärzte ohne Grenzen zuvor ihre Zustimmung geben.

„Diese Menschen sind von den Konsequenzen des hohen Gewaltniveaus in verschiedenen Gebieten des Landes direkt betroffen. Wir können sie in dieser Notsituation mit psychosozialer Hilfe unterstützen, wie wir dies in anderen unserer Projekte im Land bereits tun”, erklärt Marc Bosch, Landeskoordinator von Ärzte ohne Grenzen in Mexiko.

Große Unsicherheit ob Verbleib der Vermissten

Psychologische Hilfe ist so wichtig für die Menschen, weil ihr Leben zurzeit von großer Unsicherheit geprägt wird, und sie damit rechnen müssen, dass sich der tragische Verdacht über den Verbleib der vermissten Studenten bestätigt. Unser Team, in dem u.a. vier Psychologen arbeiten, organisiert jede Woche mehrere Gruppensitzungen und auch Einzelsitzungen. Sie werden in der Gemeinde Tixla angeboten, die in der gleichen Region wie die Stadt Inguala liegt. Dort versammeln sich seit zwei Monaten Menschen aus dem Umfeld der vermissten Studierenden in den Gebäuden der Ayotzinapa Schule.

Renovierung der Schulgebäude

Zusätzlich zur psychologischen Unterstützung hilft Ärzte ohne Grenzen dabei, die Gebäude der Ayotzinapa Schule zu renovieren, die in schlechtem Zustand sind. „Das Gebäude ist auf 400 bis 500 Studierende ausgelegt, jetzt befinden sich dort aber 2.000 Menschen, darunter Angehörige der Opfer, Studierende und Schüler anderer Einrichtungen, die nach Tixla gekommen sind, um ihre Solidarität zu zeigen”, erklärt Bosch.

Unser Team kümmert sich um eine Verbesserung und Erweiterung der Duschen und Toiletten und versucht, stehendes Wasser zu beseitigen, das durch das unzureichende Drainage-System des Schulgebäudes entstanden ist. Zudem wurden Matratzen, Decken und Hygiene-Sets ausgegeben.

Ärzte ohne Grenzen hat in Mexiko verschiedene humanitäre Projekte, um die von Gewalt betroffene Bevölkerung zu unterstützen. Die Organisation hilft Opfern von Übergriffen und Körperverletzungen, Zwangsmigration und Vertreibung, die psychisch belastende Erfahrungen gemacht haben. Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 1985 in Mexiko und hat im vergangenen Jahre in verschiedenen Projekten mehr als 12.000 Menschen unterstützt.

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