Pakistan nach den Überschwemmungen: Nach wie vor dringende medizinische Bedürfnisse

30.09.2010
Besorgnis über Mangelernährung und drohende Epidemien

Themengebiet:

Pakistan 2010
Seb Geo
Pakistan, 23.09.2010: Hilfsgüterverteilung in Shahbaz, Provinz Sindh.

Zwei Monate nach Beginn der Flutkatastrophe in Pakistan leisten nach wie vor ca. 160 internationale gemeinsam mit 1.500 nationalen Mitarbeitern von Ärzte ohne Grenzen lebensnotwendige Hilfe für die betroffene Bevölkerung. Jeden Tag verteilen die Teams mehr als 900.000 Liter Trinkwasser und haben in den vergangenen zwei Monaten bereits mehr als 40.000 medizinische Konsultationen durchgeführt. 

„Das nach wie vor hohe Risiko eines Ausbruchs von Epidemien bleibt eine unserer Hauptsorgen. Alle Voraussetzungen für eine Epidemie sind gegeben“, berichtet Sylvain Groulx, Projektverantwortliche von Ärzte ohne Grenzen, aus der in der stark betroffenen Region Sindh liegenden Stadt Sukkur. „Die hygienischen Bedingungen sind furchtbar, es mangelt an sauberem Trinkwasser und die Vertriebenen leben in temporären Unterkünften auf engem Raum“, so Groulx weiter. „Auch nach dem Rückzug der Wassermassen droht die Ausbreitung von Malaria und anderen Erkrankungen in der geschwächten Bevölkerung.“

Besorgniserregende Mangelernährung

Ein medizinscher Schwerpunkt neben der Grundversorgung und der Behandlung akuter Durchfallerkrankungen liegt zunehmend auf der Bekämpfung von Mangelernährung, die schon vor den Fluten ein Problem war, sich aber durch die Überschwemmungen zu verschlimmern droht. Bisher hat Ärzte ohne Grenzen 1.100 mangelernährte Kinder in den Überschwemmungsgebieten versorgt und führt an verschiedenen Orten Screenings durch, um auf Fälle von Unterernährung reagieren zu können.

Hilfseinsatz in Zahlen

Seit Beginn der Flutkatastrophe haben Teams von Ärzte ohne Grenzen in Pakistan:

  • mehr als 40.000 medizinische Konsultationen in 8 Krankenhäusern, 11 mobilen Kliniken und 8 Behandlungszentren für Durchfallerkrankungen durchgeführt
  • mehr als 1.100 mangelernährte Kinder behandelt
  • Viele Millionen Liter Wasser verteilt und zahlreiche Latrinen, Duschen und Waschplätze eingerichtet
  • Mehr als 30.000 Hilfsgüterpakete und mehr als 10.000 Zelte verteilt