Südsudan

Südsudan: Verstärkte Kämpfe in Malakal

Kämpfe im Westen des Bundesstaats Upper Nile und im Norden von Jonglei haben am Wochenende dazu geführt, dass zahlreiche Verwundete ins Krankenhaus der Stadt Malakal eingeliefert wurden. Ärzte ohne Grenzen unterstützte die Teams des staatlichen Krankenhauses dabei, 24 Verletzte medizinisch zu behandeln, darunter sieben Frauen und ein Kind.

„Unsere größte Sorge ist, dass alle Menschen, die medizinische Hilfe brauchen, sie auch bekommen“, erklärt Landeskoordinator Voitek Asztabski: „Unser Team hat unermüdlich gearbeitet, um die, die das Krankenhaus in Malakal erreicht haben, zu behandeln. Es ist aber äußerst wichtig, dass alle Konfliktparteien sicherstellen, dass die Menschen medizinische Nothilfe bekommen können.“

Die Kämpfe brachen am frühen Samstagmorgen aus und dauerten das Wochenende über an. Während einer Kampfpause konnte ein Operationsteam von Ärzte ohne Grenzen in das Krankenhaus fahren. Zusammen mit den Ärzten des Krankenhauses leisteten die Mitarbeiter medizinische Nothilfe. Sie führten vor allem Stabilisierungsmaßnahmen und Operationen durch - darunter 18 Operationen an Patienten, von denen die meisten Schussverletzungen erlitten hatten.

„Auch wenn sich die Kämpfe jetzt wieder beruhigt haben, wird Ärzte ohne Grenzen weiterhin chirurgische Nothilfe im Krankenhaus von Malakal leisten, so lange der Bedarf besteht“, erklärt Asztabski.

Im Jahr 2010 hat Ärzte ohne Grenzen das Behandlungszentrum für die Tropenkrankheit Kala Azar im Ausbildungskrankenhaus von Malakal unterstützt und fünf kleinere Kala Azar-Behandlungszentren in den Orten Rom, Adong, Khorfulus, Atar und Pagil errichtet, nachdem die Krankheit in der Gegend ausgebrochen war. In den Projekten von Ärzte ohne Grenzen im Südsudan wurden 2010 insgesamt 2.766 Kala Azar-Patienten behandelt.

Ärzte ohne Grenzen ist eine unparteiische und unabhängige medizinische humanitäre Hilfsorganisation, für die medizinisches Personal und Mitarbeiter anderer Fachrichtungen arbeiten. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen behandeln die Menschen ausschließlich auf Grund medizinischer Notwendigkeiten, unabhängig von ethnischer oder religiöser Zugehörigkeit, Geschlecht oder politischer Überzeugung der Patienten und Patientinnen. Ärzte ohne Grenzen leistet seit 1979 medizinische Nothilfe im Sudan. Derzeit betreibt die Organisation 27 Projekte in 13 Bundesstaaten des Landes.

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