Südsudan

Ärzte ohne Grenzen behandelt Verwundete nach Kämpfen im Südsudan

Die internationale medizinische Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen verzeichnet nach den Kämpfen im Bundesstaat Upper Nile im Südsudan seit dem 9. Februar eine starke Zunahme an Verwundeten. Zusammen mit dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz und den staatlichen Gesundheitsbehörden hat Ärzte ohne Grenzen heute morgen 33 Verletzte im Krankenhaus der Stadt Malakal stationär behandelt - sechs davon mussten umgehend operiert werden. Weitere 17 Verwundete, die aus den Orten New Fangak und Pamzsherf  evakuiert worden sind, wo sich die schwersten Kämpfe ereigneten, wurden im Lauf des Tages eingeliefert.

“Es werden vor allem Verwundete mit Schusswunden zu uns gebracht und viele haben schwere Verletzungen am Unterleib, an Armen und Beinen”, erklärt Tim Baerwaldt, Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen im Südsudan. “Unter den Verletzten, die heute morgen ankamen, waren ein elfjähriges Kind und zwei Frauen.”

Wegen der Kämpfe und der unsicheren Lage sind derzeit weite Regionen von der medizinischen Versorgung abgeschnitten. Ärzte ohne Grenzen unternimmt alles, um Zugang zu den Bedürftigen zu erhalten. “Wir sind äußerst besorgt um die Verwundeten, die möglicherweise keine Hilfe bekommen”, sagt Baerwaldt. “Es ist dringend geboten, dass den Zivilisten und den Verletzten aller Konfliktparteien sofort Zugang zu lebenserhaltender medizinischer Versorgung gewährt wird.”

Um das medizinische Team in Malakal zu verstärken, hat Ärzte ohne Grenzen einen Chirurgen und einen Anästhesisten dorthin geschickt. Operationsgeräte und medizinisches Material wurden aus Lokichokkio in Kenia nach Malakal geflogen.

Die jüngsten Gewaltausbrüche ereigneten sich nur einige Tage, nachdem am 3. Februar in Malakal selbst Kämpfe ausgebrochen waren. Ärzte ohne Grenzen unterstützte schon nach diesen Kämpfen die Operationsteams des staatlichen Krankenhauses durch vor- und nachoperative Behandlung und half bei der Priorisierung und Stabilisierung der Verwundeten. Zwischen dem 3. und 6. Februar waren 23 Verwundete in das Krankenhaus eingeliefert worden. Einige hatten schwere Verletzungen und mussten sofort operiert werden. Weitere sechs Verletzte wurden am 7. Februar nach Kämpfen in Melut eingeliefert.

Ärzte ohne Grenzen leistet seit 1979 medizinische Nothilfe im Sudan. Derzeit betreibt die Organisation 13 Projekte in sieben Bundesstaaten. Die Mitarbeiter leisten medizinische Erstversorgung und Weiterbehandlung, operieren, leisten Nahrungsmittel- und Geburtshilfe sowie psychosoziale Betreuung. In Malakal liegt der Schwerpunkt auf der Bekämpfung der seltenen Tropenkrankheit Kala Azar. 2010 behandelten die Teams 2.766 Patienten mit dieser Krankheit.

Das könnte Sie auch interessieren

Teilen

Vervielfältigen