Philippinen

Taifun: Ärzte ohne Grenzen stockt Nothilfe massiv auf

Wien, 12. November 2013. Nach dem verheerenden Taifun, der die Philippinen am Freitag heimgesucht hat, versuchen die Nothilfe-Teams der internationalen medizinischen Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) die am schwersten betroffenen Gebiete zu erreichen. Die Anstrengungen, die Stadt Tacloban in der Provinz Leyte zu erreichen, werden durch Straßen, die durch Schuttmassen blockiert sind, starke Windböen und sintflutartige Regenfälle erschwert. Aus diesem Grund wurden auch viele Flüge zum beschädigten Flughafen gestrichen.

„Die Lage ist katastrophal, es herrscht völliges Chaos" erklärt Natasha Reyes , Nothilfekoordinatorin auf den Philippinen. „Der Zugang ist extrem schwierig und dadurch erhalten viele Menschen keine Hilfe. Unsere Priorität ist es jetzt, die Menschen in den entlegensten Regionen zu erreichen. Zu ihnen ist der Zugang am schwierigsten, und sie sind diejenigen, die am spätesten die dringend benötigte Hilfe erhalten."

Über 100 Einsatzkräfte werden entsendet 

Ärzte ohne Grenzen wird in den nächsten Tagen mehr als 100 Mitarbeiter in das Katastrophengebiet entsenden. Darunter sind Ärzte, Krankenschwestern, Chirurgen, Logistiker, Psychologen und Wasserexperten. Neun Frachtflugzeuge mit Hilfsgütern – medizinisches Material, Zelte, Hygienekits und Ausrüstung für die Wasser- und Sanitärversorgung – sind ebenfalls unterwegs auf die Philippinen.

Viele der Verletzten in Tacloban haben sich auf dem Flughafen der Stadt eingefunden, da die medizinischen Einrichtungen beschädigt oder zerstört wurden und medizinisches Material weggeschwemmt wurde. Ein Team von Ärzte ohne Grenzen wird am Flughafen medizinische Hilfe leisten und ein Krankenhaus unterstützen, das noch funktioniert. Es werden auch Teams per Boot und Hubschrauber in die umliegenden Gebiete entsandt – unter anderem auf die Inseln westlich der Stadt Cebu und in den Osten in die Stadt Guiuan, um dort medizinische Nothilfe zu leisten. Da die gesamte Kommunikation dorthin abgeschnitten ist, gibt es noch immer kaum Informationen über das Ausmaß des Schadens in den entlegenen und ländlichen Regionen.

„Die Menschen haben alles verloren"

„Es gibt definitiv Verletzte, die noch keinerlei medizinische Hilfe erhalten haben", erklärt Reyes. „Bei so vielen eingestürzten Gebäuden rechnen wir damit, einige schwer Verletzte zu sehen. Auch leichte Verletzungen können größere Probleme verursachen, etwa durch Infektionen. Je mehr Tage vergehen, ohne dass Menschen Zugang zu medizinischer Versorgung haben, desto schlimmer."

Die Priorität von Ärzte ohne Grenzen ist es, sich um den dringendsten medizinischen Bedarf zu kümmern und auch Tetanus-Impfungen durchzuführen. „Danach geht es um Unterkünfte, Wasser und Nahrungsmittel", sagt Reyes. „Die Menschen haben alles verloren."

Laufend aktualisierte Informationen zu unserem Noteinsatz finden Sie in unserem  Einsatzbericht

Das könnte Sie auch interessieren

Teilen

Vervielfältigen