Für Krankenpflegerin Lisa Janin geht es in die Demokratische Republik Kongo. Wie es ist wohl, an einem neuen Arbeitsplatz in einer neuen Umgebung anzukommen?
Kommentar von Lisa Janin
17.05.2021

Lisa Janin ist Krankenpflegerin und war schon auf Einsätzen mit Ärzte ohne Grenzen im Südsudan und in Syrien. Zurzeit ist sie in der Demokratischen Republik Kongo. In dieser Blog-Reihe gibt sie Einblicke in ihren Alltag und berichtet von den Herausforderungen und den schönen Momenten vom Leben und der Arbeit im Hilfseinsatz. 

Lisa Janin packt für den Einsatz
Lisa Janin
Kofferpacken kurz vor der Abreise. Die Vorfreude steigt.

Meine Reise beginnt am 25. Januar. Gegen 19.00 Uhr fahre ich zum Wiener Flughafen, zwei Stunden vor dem Abflug. Völlig umsonst – der Flughafen ist leer. Fast unheimlich, wie eine Geisterstadt. Der Flug nach Addis Abeba in Äthiopien, wo ich umsteigen muss, verläuft reibungslos, gegen 7.00 Uhr morgens lande ich und warte bis 11.00 Uhr auf meinen Anschlussflug nach Goma. Gegen 13.00 Uhr lande ich dann endlich in der Demokratischen Republik Kongo. 

Zwei Stunden muss ich Schlange stehen, um durch die Kontrolle zu kommen. Am Flughafen wartet ein Auto von Ärzte ohne Grenzen und bringt mich durch die volle Stadt zum Hafen. 

Am Ufer nehme ich ein Boot, das nach Bukavu fährt. Von dort aus geht es weiter mit dem Auto und nach langen 24 Stunden komme ich endlich an meinem Endziel in Bukavu an – meiner vorläufigen Unterkunft. Hier muss ich eine Woche lang in Quarantäne bleiben. Die Woche vergeht schnell und am 4. Februar fliege ich zu meinem eigentlichen Einsatzort nach Salamabila.  

Die Aussicht aus dem Flugzeug ist atemberaubend. Wir sehen den Lake Kivu, die Berge, die Wälder und dazwischen ab und zu kleine Dörfer.  

South Kivu reportage: Numbi & Lulingu
Marta Soszynska/MSF
Das ist die wunderschöne Aussicht auf den Lake Kivu.

Ankommen

Salamabila ist keine Großstadt, aber es auch nicht zu klein - ungefähr 60 000 Menschen wohnen hier. Die Straßen sind sehr uneben und sehr matschig, da es in den letzten Tagen geregnet hat. Wie Frauen mit hochhackigen Schuhen hier gehen können, ohne sich die Knöchel zu brechen, ist mir ein Rätsel. Das Haus und gleichzeitige Büro, in dem das Team von Ärzte ohne Grenzen einquartiert ist, ist schön und ich fühle mich gleich wohl.  

Die Position, die ich hier habe, nennt sich: „Outreach Nurse Activity Manager“. Was ich da genau mache? Ich bin für acht verschiedenen Gesundheitszentren, die Ärzte ohne Grenzen im Umkreis von Salamabila unterstützt, verantwortlich und leite das Pflegepersonal vor Ort an.  

Wie kommen wir in diese Gesundheitszentren, was macht Ärzte ohne Grenzen dort genau und was bedeutet das für mich? Das werde ich euch in meinem nächsten Blog erzählen.