Der Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik und unsere Hilfe

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Der jahrelange Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik hat zu einer schwierigen humanitären Lage im Land geführt. Zwei Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen kamen ums Leben. Tausende Menschen wurden verletzt, vertrieben oder getötet. Zum Jahresende hingen rund 2,3 Millionen Menschen – in etwa die Hälfte der Bevölkerung – von externer Überlebenshilfe ab.

Im Jahr 2016 verließen viele humanitäre Organisationen das Land, da ihre Aktivitäten nicht länger finanziert wurden. Ärzte ohne Grenzen blieb mit landesweit 17 Projekten in der Zentralafrikanischen Republik: Konflikt, Gewalt und Not bestimmten den Alltag der Menschen im Land. Das öffentliche Gesundheitssystem ist mittlerweile völlig kollabiert, da es an Personal, Medikamenten und medizinischem Material fehlt.  

Der Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik und unsere Hilfe im Einzelnen (Auszug):

  • In Bangui versorgten die Teams von Ärzte ohne Grenzen vor allem Notfälle im Allgemeinen Krankenhaus und nahmen rund 3.700 chirurgische Eingriffe vor. Zudem hielten sie rund 32.300 Konsultationen im vorwiegend muslimischen Stadtviertel PK5 sowie rund 106.000 Sprechstunden im Vertriebenenlager M´poko ab. Im landesweit größten Krankenhaus Castor halfen sie bei rund 600 Geburten monatlich.
  • Insgesamt unterstützten die Teams im Jahr 2016 mehr als 8.965 Entbindungen in Bangui, boten medizinische Hilfe für 5.239 Gewaltopfer und 1.341 Überlebende sexueller Gewalt. Von April bis Dezember 2016 behandelte Ärzte ohne Grenzen 941 HIV-Patientinnen und Patienten im fortgeschrittenen Krankheitsstadium.
  • Ärzte ohne Grenzen arbeitete im Jahr 2016 in vielen Provinzen der Zentralafrikanischen Republik: in Batangafo und Kabo (Präfektur Ouham), in Boguila, Bossangoa und Paoua (Präfektur Ouham-Pendé), in Carnot (Präfektur Mambéré-Kadeï) sowie in Ndélé (Präfektur Bamingui-Bangoran). Die Aktivitäten umfassten allgemein- und fachmedizinische Angebote, die Versorgung von Notfällen, Geburtshilfe und Pädiatrie, Malaria-Programme sowie die Diagnose und Behandlung von HIV- und Tuberkulose-Patienten. Auf diese Weise wurden zudem zahlreiche Gesundheitszentren und Gesundheitsposten unterstütz
  • In Berbérati, Präfektur Mambéré-Kadeï, stabilisierte sich die Sicherheitslage, so dass Ärzte ohne Grenzen die Hilfe im Regionalkrankenhaus sowie in vier Gesundheitszentren fortsetzen konnte. Im Jahr 2016 nahmen die Teams mehr als 4.200 Kinder stationär auf und rund gaben rund 21.900 pädiatrische Konsultationen.
  • In Bambari, Präfektur Ouaka, leistete Ärzte ohne Grenzen aufgrund des Konflikts in der Zentralafrikanischen Republik die ambulante und stationäre medizinische Versorgung für die lokale Bevölkerung sowie für rund 50.000 Vertriebene.
  • Die medizinische Versorgung in Bria (Präfektur Haut-Mbomou) umfasste unter anderem die Behandlung von HIV- und Tuberkulosefällen bei Kindern unter 15 Jahren sowie die Versorgung von Verletzten.
  • In der Präfektur Haut-Mbomou boten die Teams in der Stadt Zémio Dienste im Krankenhaus an, wobei ein Fokus auf der Versorgung von HIV-Patienten lag.
  • In Bangassou, Präfektur Mbomou, konzentrierte sich die Hilfe auf die Unterstützung des Referenzkrankenhauses mit 118-Betten und auf drei Kliniken.
  • Der Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik führte dazu, dass das Notfallteam von Ärzte ohne Grenzen auf zahlreiche Gesundheits- und Ernährungskrisen reagierte (Masernimpfungen für 12.800 Kinder und Versorgung 4.000 südsudanesische Flüchtlinge in Bambouti).
  • In Berbérati, Bangassou und Paoua erhielten im Verlauf des Jahres 2016 fast 95.000 Kinder Routine-Impfungen mit verschiedenen Antigenen.

Ärzte ohne Grenzen arbeitete erstmals 1997 aufgrund des Konflikts in der Zentralafrikanischen Republik.

Quelle: International Activity Report 2016

Die Hilfe von Ärzte ohne Grenzen in der Zentralafrikanischen Republik wurde im Jahr 2016 mit insgesamt 700.000 Euro aus Österreich unterstützt – Details dazu in unserem aktuellen Jahresbericht.

Lesen Sie in unserem Blog Berichte österreichischer Einsatzkräfte über ihre Arbeit in Afghanistan:

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