Unsere Hilfe in Griechenland

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen setzte im Jahr 2018 die Hilfe in Griechenland fort, da mehr als 50.000 Migranten und Geflüchtete an Land kamen. Die meisten von ihnen stammten aus Ländern wie Syrien, Afghanistan und Irak.

Unsere Hilfe in Griechenland im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen leistete im Jahr 2018 medizinische und psychologische Hilfe in Griechenland. Davon profitierten Migrantinnen und Migranten auf den griechischen Inseln und auf dem Festland. Im Verlauf des Jahres hielten unsere Teams etwa 26.500 ambulante medizinische Konsultationen ab, führten rund 7.440 psychologische Einzelgespräche, impften 4.480 Kinder gegen die häufigsten Kinderkrankheiten, behandelten 320 Folterüberlebende und 280 Personen, die Opfer sexueller Gewalt geworden waren.
     
  • Seit dem EU-Türkei-Abkommen im März 2016 wurden viele Migranten und Geflüchtete daran gehindert, die griechischen Inseln zu verlassen, während sie auf eine Entscheidung über ihren Asylstatus warteten. Ärzte ohne Grenzen betreute seit 2016 eine Klinik auf Lesbos, die medizinische Hilfe, sexuelle und reproduktive Gesundheitsversorgung sowie psychologische Hilfe anbot. Ende 2017 eröffneten die Teams eine weitere Klinik außerhalb des Aufnahmezentrums in Moria, um Kinder unter 16 Jahren, Schwangeren und Überlebenden sexueller Gewalt eine ähnliche Gesundheitsversorgung zu ermöglichen
     
  • Auf der Insel Chios leisteten wir basismedizinische Hilfe, sexuelle und reproduktive Gesundheitsversorgung, psychologische Unterstützung und Sozialhilfe für Geflüchtete und Migranten. Wir entsandten zudem interkulturelle Vermittler und Sozialarbeiter an das Krankenhaus der Insel. Im April 2018 begannen wir, Patienten in Transit medizinisch zu betreuen.
     
  • Bis April stellten die Teams psychologische Hilfe, Gesundheitsaufklärung und temporäre Unterkünfte in der Stadt Vathy, auf der Insel Samos, zur Verfügung. Dort waren meist Frauen, Kinder und Patienten untergebracht, die dringend medizinische Behandlung auf dem Festland benötigten.
     
  • Unsere Hilfe in Griechenland umfasste auch die Betreuung von zwei Gesundheitszentren in Athen, die sich auf die Bedarfe von Geflüchteten und Migranten konzentrierten: In unserem Tageszentrum boten wir sexuelle und reproduktive Gesundheitsversorgung, psychologische Unterstützung, Sozialhilfe und Behandlungen gegen chronische Krankheiten an. In dem anderen Zentrum, das wir gemeinsam mit dem Tageszentrum Babel und dem griechischen Flüchtlingsrat betreuten, versorgten die Teams Überlebende von Folter, Misshandlungen und anderen Formen erniedrigender Behandlung.
     
  • Im Norden des Landes boten wir von Juli bis Dezember 2018 medizinische Hilfe in Griechenland an. Das Team arbeitete in einem Aufnahmezentrum in Fylakio.

 

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1991 Hilfe in Griechenland an.

Quelle: International Activity Report 2018

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Griechenland

Bewusst von der EU im Stich gelassen: Auf den griechischen Inseln Lesbos, Samos und Chios sitzen über 35.000 Schutzsuchende fest – in völlig überfüllten Lagern, die ursprünglich nur für ein Viertel der Menschen ausgelegt sind. 60 Prozent von ihnen sind Kinder und Frauen.

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