Unsere Hilfe in Haiti

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Obwohl der Zugang zur Gesundheitsversorgung für die meisten Haitianer bereits sehr eingeschränkt war, wurde die medizinische Hilfe in Haiti im Jahr 2016 zusätzlich durch wiederholte Streiks in den öffentlichen Krankenhäusern erschwert.

In den öffentlichen medizinischen Einrichtungen mangelt es an  Gesundheitspersonal und Ressourcen. Das haitianische Gesundheitssystem ist durch die Folgen des Wirbelsturms Matthew Ende 2016 erneut geschwächt worden. Ärzte ohne Grenzen deckte den größten Bedarf ab, doch sind weiterhin mehr Investitionen durch die haitianische Regierung und internationale Geber für eine ausreichende medizinische Versorgung nötig.

Die Haiti-Hilfe im Einzelnen (Auszug):

  • Im Mai 2015 eröffnete wir die Klinik Pran Men´m im Stadtviertel Delmas 33 in Port-au-Prince, um medizinische Nothilfe für Überlebende sexueller und genderbasierter Gewalt zu leisten. Bis Ende 2016 wurden in dieser Klinik 787 Personen behandelt, darunter 438 junge Frauen und Mädchen unter 18 Jahren. Im selben Stadtviertel betreuen wir seit 2011 das Überweisungszentrum für geburtshilfliche Notfälle für Schwangere mit Geburtskomplikationen. Im Jahr 2016 hielten die Teams 19.077 Sprechstunden ab, halfen bei 5.594 Geburten und nahmen 2.498 Säuglinge in die Neugeborenen-Notaufnahme auf.
  • 2009 traten in Haiti erstmals Cholerafälle auf. Im Jahr 2016 leiteten wir Cholera-Hilfe in Haiti und versorgten insgesamt 2.615 Patienten und Patientinnen. Die Teams bauten nicht nur Cholera-Behandlungsstationen auf, sie halfen auch den Krankenhäusern bei der Versorgung der Betroffenen. In zwei Zentren in Delmas 33 (Diquini-Zentrum und Figaro-Zentrum) sind sie weiterhin aktiv.
  • Nach dem Wirbelsturm Matthew unterstützten die Teams das Krankenhaus Port-à-Piment in Süden des Landes und betreute mobile Kliniken. Insgesamt behandelten sie 17.537 Patientinnen und Patienten. Zudem reparierten sie Wasserstellen und stellten mehr als zehn Millionen Liter sauberes Trinkwasser zur Verfügung. Für die schwer erreichbaren gebirgigen Regionen lieferten die Teams Baumaterialien für 9.500 Familien und Impfstoff für 14.000 Personen.
  • Ärzte ohne Grenzen arbeitete auch im Hauptstadtviertel Cité Soleil und betreute im Krankenhaus Drouillard die Station für schwere Verbrennungen. Insgesamt wurden 801 Personen stationär aufgenommen, 630 Patienten und Patienten wurden operiert. Die Teams nahmen 4.071 Wundversorgungen vor, gaben 14.030 physiotherapeutische Behandlungen und 1.773 psychologische Konsultationen.
  • In Tabarre, im Norden der Hauptstadt, war Ärzte ohne Grenzen im Krankenhaus Nap Kenbe tätig, da ein Großteil der Bevölkerung auf Grund eines Personalstreiks keinen Zugang mehr zu kostenloser medizinischer Hilfe hatte.
  • Die Klinik in Martissant befindet sich in einem Armenviertel der Hauptstadt, in dem das Gewaltaufkommen hoch ist. Sie ist daher rund um die Uhr geöffnet. Im Jahr 2016 behandelten die Teams dort 52.344 Personen, einschließlich 29.891 Patienten mit Unfallverletzungen. Davon entfielen 6.984 Fälle auf Verkehrsunfälle und 3.695 Fälle auf gewaltbedingte Ursachen.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1991 Hilfe in Haiti an.

Lesen Sie in unserem Blog Berichte österreichischer Einsatzkräfte über ihre Arbeit in Haiti:

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