Unsere Hilfe in Kenia

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Im Jahr 2017 setzte Ärzte ohne Grenzen die medizinische Hilfe in Kenia für Flüchtlinge sowie Bewohner und Bewohnerinnen von Armenvierteln fort. Zudem reagierten die Teams landesweit auf den Ausbruch von Epidemien.

Die Hilfe in Kenia im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen weitete die medizinische Hilfe in Kenia 2017 aus, da das öffentliche Gesundheitspersonal mehrere Monate lang streikte. Die Teams eröffneten neue Kliniken und unterstützten die Patienten und Patientinnen finanziell, die fachmedizinisch in privaten Einrichtungen behandelt werden mussten. 

  • Im Februar 2017 entschied der Oberste Gerichtshof des Landes, dass die Regierung die Flüchtlingslager in Dadaab nicht schließen durfte. Dort lebten mehr als 230.000 somalische Flüchtlinge. Wir begrüßten diese Entscheidung. Im Lager Dagahaley in Dadaab behandelten die Teams monatlich rund 10.000 Geflüchtete ambulant und betreuten zudem ein Krankenhaus für die komplizierteren Fälle. Sie boten im Jahr 2017 sexuelle und reproduktive Gesundheitsversorgung an, leisteten chirurgische, medizinische und psychologische Hilfe für Überlebende sexueller Gewalt, behandelten HIV und Tuberkulose (TB) und boten Schmerztherapien für Menschen mit chronischen Krankheiten an.

  • In der Hauptstadt Nairobi konzentrierte sich unsere Hilfe im Stadtviertel Eastlands auf die Behandlung von Überlebenden sexueller und genderbasierter Gewalt. Mehr als  1.900 Betroffene wurden versorgt.

  • Im Juni 2017 übergaben wir nach 20-jähriger Tätigkeit die Aktivitäten in Kibera, im größten Armenviertel Nairobis, an die lokalen Behörden. Bis Juni behandelten die Teams noch Menschen mit resistenter Tuberkulose und unterstützten die Gesundheitsbehörden dabei, die Therapien weiterzuführen.

  • Mehr als 24 Prozent der Bevölkerung im Bezirk Homa Bay sind HIV-positiv. Wir unterstützten im Unterbezirk Ndhiwa Betroffene in 33 Einrichtungen ambulant und stationär und versorgen auch Menschen mit HIV-Begleiterkrankungen in einem fortgeschrittenen Stadium

  • Zum Jahresbeginn 2017 eröffneten wir einen Operationssaal in einer temporären Container-Klinik, die sie bereits seit 2016 in Likoni, im Bezirk Mombasa, betreuten. Auf diese Weise konnten sie dort Geburtsnothilfe anbieten. Wir unterstützten zudem den Bau und die Renovierung eines permanenten Krankenhauses, das 2018 eröffnet werden soll.

  • Im Bezirk Embu starteten wir ein Pilotprojekt, um neue Versorgungsmodelle für Menschen mit chronischen Krankheiten zu testen.

  • In den Bezirken Baringo, Turkana und Marsabit reagierten wir auf die Zunahme von Malariafällen. Mehr als 5.000 Personen wurden getestet, rund 1.800 behandelt, und mehr als 49.000 Moskitonetze wurden verteilt. Ärzte ohne Grenzen reagierte auch auf den Ausbruch von Cholera in Nairobi und Dadaab, auf den Ausbruch von Chikungunya in Mombasa und bekämpfte im Rahmen der Hilfe in Kenia zudem Mangelernährung in der früheren Nordost-Provinz.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1987 Hilfe in Kenia an.

Quelle: International Activity Report 2017

Die Hilfe von Ärzte ohne Grenzen in Kenia  wurde im Jahr 2017 mit insgesamt 1,25 Millionen Euro aus Österreich unterstützt – Details dazu in unserem aktuellen Jahresbericht.

 

Meldungen aus Kenia

Kenia

In der Klinik „Lavender Haus“ in einem Slum in Nairobi versorgt Ärzte ohne Grenzen Überlebende sexueller Gewalt. Koordinatorin Catherine Bikeri berichtet im Interview mit dem Magazin Diagnose über das Projekt und die Herausforderungen.

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