Unsere Hilfe in Syrien

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen setzte 2018 die Hilfe in Syrien fort, da Millionen Menschen aufgrund des anhaltenden Krieges dringend medizinische und humanitäre Hilfe benötigten.

Unsere Hilfe in Syrien im Einzelnen (Auszug):

  • Auch im Jahr 2018 wurde unsere Hilfe in Syrien durch Unsicherheit und Zugangsverbote stark eingeschränkt. Unsere Teams führten unabhängige Evaluierungen durch, um die medizinischen Bedarfe zu ermitteln. In Gebieten, zu denen wir den Zugang verhandeln konnten, unterstützten wir Krankenhäuser und Kliniken und leisteten medizinische Hilfe in Vertriebenenlagern. In den Gebieten, zu denen wir keinen direkten Zugang erhielten, spendeten wir Medikamente, medizinische Ausrüstung und Hilfsgüter an medizinische Einrichtungen. Zudem trainierten wir medizinisches Personal, gaben technisch-medizinische Unterstützung sowie finanzielle Hilfe, um die laufenden Kosten einiger Einrichtungen zu decken. Insgesamt hielten wir 569.300 ambulante Konsultationen ab, halfen bei 17.800 Geburten, nahmen 16.900 Personen stationär auf, nahmen 9.070 größere chirurgische Eingriffe vor, hielten 15.500 psychologische Einzelgespräche ab und nahmen 22.500 Routine-Impfungen vor.
     
  • In den nördlichen Provinzen Idlib und Aleppo leisteten wir mit mobilen Kliniken Hilfe in Syrien: Wir behandelten allgemeine und chronische Krankheiten, verteilten Hilfsgüter und verbesserten die Wasser- und Sanitärversorgung. Zudem organisierten die Teams Massenimpfkampagnen. Sie unterstützten auch die ambulante und stationäre Versorgung in mehreren Krankenhäusern und Kliniken nahe der Städte Idlib und Aleppo. In Kobanê, im Nordosten der Provinz Aleppo, unterstützten wir die basismedizinische Versorgung. In Atme, Provinz Idlib, betreuten wir eine Klinik, in der Opfer mit Verbrennungen behandelt wurden. Monatlich nahmen die Teams rund 150 Eingriffe vor. Schwere oder komplexe Fälle wurden mit dem Rettungswagen in die Türkei gebracht. In der nördlichen Provinz Idlib kooperierte Ärzte ohne Grenzen zudem mit drei Referenzkrankenhäusern.
     
  • Unsere Hilfe in Syrien umfasste auch die Behandlung von Hunderten Menschen, die in die Städte al-Hasaka und al-Raqqa zurückkehrten und durch versteckte Sprengfallen und Minen verletzt wurden. In den Provinzen al-Hasaka, al-Raqqa und Deir ez-Zor betreuten die Teams zudem umfangreiche Aktivitäten in diversen medizinischen Einrichtungen. Im Krankenhaus Tal Abyad unterstützten wir ein Thalassämie-Programm (ugs: Mittelmeeranämie).  Im Rahmen der Hilfe in Syrien boten wir 2018 als eine der wenigen Akteure medizinische Hilfe in der Stadt al-Raqqa an und renovierten Teile des Krankenhauses.
     
  • Als der Kampf um Ost-Ghouta begann, unterstützten wir dort noch 20 medizinische Einrichtungen. Am Ende waren bis auf eine Klinik alle Einrichtungen zerstört oder verlassen. Nördlich von Homs unterstützten wir acht ländliche Krankenhäuser und Kliniken bis Mai 2018.
     
  • Im Juni 2018 mussten wir auch die medizinische, technische und logistische Unterstützung von acht Kliniken in den Provinzen Darra und Kuneitra beenden. Im Rahmen unserer Hilfe in Syrien boten wir im ersten Halbjahr zudem noch telemedizinische Unterstützung an.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 2009 Hilfe in Syrien an.

Quelle: International Activity Report 2018

Die Hilfe von Ärzte ohne Grenzen in Syrien wurde im Jahr 2018 mit insgesamt 370.000 Euro aus Österreich unterstützt - Details dazu in unserem aktuellen Jahresbericht.

Meldungen aus Syrien

Syrien

Mehr als 70.000 Geflüchtete, fast alle von ihnen Frauen und Kinder, sind im Flüchtlingslager Al-Hol von lokalen Sicherheitskräften eingeschlossen. Sie leben dort unter alarmierend schlechten Bedingungen, viele Kinder sind mangelernährt und sterben an vermeidbaren Krankheiten.

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