Zyklon Idai und Zyklon Kenneth: Die Ereignisse und Hilfsmaßnahmen

Mit bis zu 200 Stundenkilometern zog der Zyklon Idai im März über Mosambik, Simbabwe und Malawi. Nur wenige Wochen später, am 25. April, traf der Zyklon Kenneth den Norden Mosambiks. Die Auswirkungen zweier Wirbelstürme in so kurzer Zeit sind verheerend.

Zyklon Idai verwüstete zahlreiche Gebiete entlang der Küste, extreme Regenfälle führten im südlichen Teil Malawis zu großen Überschwemmungen. In Beira wurden über 90 Prozent der Gebäude und Versorgungseinrichtungen zerstört oder stark beschädigt. Die Wasserversorgung stellt ein großes Problem dar. Ein Cholera-Ausbruch ist die Folge.


 

Wie sein Vorgänger hat Zyklon Kenneth ebenfalls erhebliche Schäden in Städten und Dörfern verursacht. Starke Winde und Hochwasser haben viele Menschen getötet und Tausende Gebäude, darunter Schulen, Gesundheitszentren und Krankenhäuser, in der gesamten Region beschädigt oder zerstört. Viele Familien sind obdachlos und haben keinen zuverlässigen Zugang zu sauberem Wasser oder Strom. Die Regenfälle dauern immer noch an, große Gebiete sind überflutet oder von Überschwemmungen bedroht.

 

Ein Überblick über die Ereignisse und unsere Hilfsmaßnahmen:

  • Nothilfeteams von Ärzte ohne Grenzen haben nach Zyklon Idai und Zyklon Kenneth vor Ort das Ausmaß der Schäden eingeschätzt, um die medizinischen Bedürfnisse der Bevölkerung zu bestimmen.
  • Ärzte ohne Grenzen baut zerstörte Gesundheitszentren wieder auf und setzt mobile Kliniken ein, um die Menschen bestmöglich zu erreichen.
  • Einige Gebiete sind weiterhin aufgrund von Überschwemmungen und Straßenblockaden durch umgekippte Bäume nur schwer per Hubschrauber, Motorrad oder Boot erreichbar.
  • Ärzte ohne Grenzen sorgt sich über einen möglichen Anstieg der Malariafälle. Durch stehendes Wasser nimmt das Malariarisiko zu. Bisher wurden rund 14 800 Malariafälle vom Gesundheitsministerium verzeichnet.
  • Am 27. März bestätigte die Regierung in Beira offiziell die ersten Cholera Fälle. Als Reaktion auf den Cholera-Ausbruch in Mosambik arbeitet Ärzte ohne Grenzen mit den lokalen Behörden zusammen, um die Ausbreitung durch Impfungen einzudämmen und stellt Autos, Personal und Material zur Verfügung. Zahlreiche Teams leisten zudem in den Gemeinden Aufklärung zu Cholera. Insgesamt wurden bisher über 6 500 Cholera Fälle dokumentiert.
  • Viele der getroffenen Notfallmaßnahmen im Zusammenhang mit Zyklon Idai werden im Moment eingestellt. Das bedeutet jedoch nicht, dass alles in Ordnung ist. Es wird zurzeit keine Notfall-, sondern längerfristige Hilfe benötigt.
  • Zahlreiche HIV-Projekte von Ärzte ohne Grenzen wurden durch die Zyklone gestört. Ärzte ohne Grenzen ist nun wieder voll einsatzfähig, um Patientinnen und Patienten mit HIV sowie hohem HIV Risiko zu versorgen.
  • In der 500.000-Einwohner-Stadt Beira hat sich mittlerweile die Gesamtsituation stabilisiert. Viele Gesundheitszentren und Schulen werden wiedereröffnet und die Straßen und Märkte sind voller Leben und Handel. Der Cholera-Ausbruch neigt sich dem Ende zu.
  • Der Bedarf an Unterkünften und Nahrungsmitteln ist nach wie vor enorm. Da die Zyklone kurz vor der Erntezeit zugeschlagen haben, ist der Zugang zu Lebensmitteln zum Teil eingeschränkt. Ein Anstieg von unterernährten Menschen kann die Folge sein.
     

 

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