Mosambik

Zyklon Idai: Cholera geht zurück – schon mehr als 3.400 Patienten behandelt

Einen Monat nach dem Zyklon Idai brauchen allein in Mosambik mehr als 160.000 Menschen, die in Lagern untergebracht sind, Hilfe. Im Fokus der Teams von Ärzte ohne Grenzen steht der Cholera-Ausbruch infolge des Zyklons. Wir unterstützen die Cholera-Aktivitäten des mosambikanischen Gesundheitsministeriums mit verschiedenen Maßnahmen. Gemeinsam haben wir 3.400 Patientinnen und Patienten behandelt und 750.000 Menschen geimpft. Zudem arbeiten wir im Wasser-Sanitär-Bereich. 185 internationale und mehr als 800 mosambikanische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten in den von Zyklon Idai betroffenen Gebieten medizinische und humanitäre Hilfe.

Nach dem Zyklon Idai begannen wir in Mosambik bereits am 21. März mit der Behandlung von Cholera-Patientinnen und Patienten – zeitweise waren es täglich bis zu 200. In der vergangenen Woche wurden in den gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium betriebenen Cholera-Zentren noch 100 Patientinnen und Patienten behandelt. “Wir wagen noch nicht zu behaupten, dass wir die Cholera-Epidemie besiegt haben, denn es kommen immer noch neue Patienten an“, sagt unsere Notfallkoordinatorin in Beira, Anja Wolz. „Es scheint aber, dass sich die Verdachtszahlen in die richtige Richtung bewegen. Wir glauben, dass wir den Ausbruch durch die Impfkampagne und Aufklärung in den betroffenen Gemeinden bald unter Kontrolle bringen können.“

Unsere Teams unterstützen die von den Gesundheitsbehörden gestartete Cholera-Impfkampagne nach dem Zyklon Idai, bei der inzwischen 750.000 Menschen geimpft wurden. In Beira, Buzi und an zahlreichen weiteren Orten waren wir mit Autos, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort, haben Material zur Verfügung gestellt und dabei geholfen, die Impfstoffe ordnungsgemäß zu lagern und zu transportieren. Zudem leisten zahlreiche Teams Aufklärung zu Cholera in den betroffenen Gemeinden in Mosambik.

Nach wie vor helfen wir bei der Bekämpfung von Cholera in Beira, Buzi, im Distrikt Nhamatanda sowie in Dondo und treffen an Orten wie Matua und Mafambisse Vorbereitungen für den Fall, dass dort Cholera auftreten sollte.

Große Herausforderung nach Zyklon Idai: Die Wasserversorgung

Sehr wichtig bei der Vorbeugung weiterer Cholera-Fälle ist es, an der Versorgung mit sauberem Wasser zu arbeiten. Hier ist der Bedarf in den ländlichen Regionen – wo unsere Teams an mehreren vom Zyklon Idai betroffenen Orten Wasserstellen einrichten - mittlerweile stärker als in den städtischen. Glücklicherweise war es den Behörden in Mosambik gelungen, das Wasserwerk in Beira wieder in Betrieb zu nehmen. Somit haben Teile der Stadt wieder Zugang zu sauberem Wasser. In Chingussura, einem stark von Cholera betroffenen Viertel in Beira, haben wir zudem eine Wasseraufbereitungsanlage installiert.

Wichtige Maßnahme nach dem Zyklon Idai: Aufklärungsarbeit in den Gemeinden

Besonders wichtig bei der Hilfe in Mosambik sind unsere Teams, die in den Gemeinden arbeiten und in engem Kontakt mit den Menschen stehen. Mit verschiedenen Maßnahmen wie Straßentheater klären sie über wichtige Hygienemethoden auf, bekommen aber auch mit, wenn sich Krankheiten entwickeln. So meldeten sie Malariafälle, was z.B. zur Folge hat, dass wir in Nhamatanda damit beginnen, Moskito-Netze auszugeben. Außerdem werden wir dort auch die Situation der Nahrungsmittelversorgung untersuchen.

In Buzi, das ebenfalls schwer von Zyklon Idai getroffen wurde, hat eines unserer Teams die Versorgung von Frauen rund um die Geburt übernommen und unterstützt die Hebammen im Krankenhaus. An mehreren Orten sind mobile Kliniken im Einsatz, und zahlreiche Gesundheitszentren wurden repariert. In Beira haben die Teams die Behandlung von Patienten mit HIV in fortgeschrittenem Stadium in der Notaufnahme des Krankenhauses wiederaufgenommen, die aufgrund von Zyklon Idai unterbrochen werden musste.

Unsere Hilfe in Simbabwe nach dem Zyklon Idai

In Simbabwe wurden durch den Zyklon Idai 21.000 Menschen vertrieben. Am 16. März begannen wir unsere Hilfe für betroffene Menschen in den Distrikten Chimanimani und Chipinge, indem wir gemeinsam mit anderen Helferinnen und Helfern wichtige Hilfsgüter verteilten und uns um den grundlegendsten Wasser- und Sanitärbedarf kümmerten. Ärzte ohne Grenzen unterstützte das Krankenhaus in Chimanimani und weitere Gesundheitsposten.

In Chipinge gaben wir Wasserreinigungs-Tabletten aus und wichtige Medikamente für chronische Krankheiten. Zudem halfen wir betroffenen Menschen mit psychologischer Hilfe und bildeten andere in psychologischer erster Hilfe aus. Ab dem 15. April werden wir das Gesundheitszentrum mit technischer und logistischer Hilfe bei der kommenden Cholera-Impfkampagne unterstützen.

In Simbabwe sorgen wir uns u.a. noch um die Trinkwasserversorgung, fehlende Medikamente zur Behandlung von chronischen Krankheiten und auch um den nach wie vor bestehenden Bedarf an psychologischer Hilfe.

Unsere Hilfe nach dem Zyklon Idai in Malawi

Fast eine Million Menschen wurde von den Auswirkungen des Zyklons Idai betroffen, 83.000 Menschen wurden vertrieben. Am stärksten betroffen ist der Distrikt Nsanje, wo Orte oft nur per Boot erreicht werden können. Dazu gehört auch Makhanga, wo wir das Gesundheitszentrum unterstützen, damit dort die Basisgesundheitsversorgung und die HIV-Konsultationen weitergehen können und das medizinische Überwachungssystem gestärkt wird.

Unsere Teams besuchen die Dörfer, um Aufklärungsarbeit zu Hygiene zu leisten und sich um die Wasser- und Sanitärsituation zu kümmern. Sie reinigen Wasserbohrlöcher und bauen Latrinen sowie Duschen auf. Krankheiten, die über Trinkwasser übertragen werden, sollen so verhindert werden. An alle Haushalte wurden Hygienesets verteilt, die unter anderem Eimer, Tassen und Seife enthalten. Aller Voraussicht nach werden die Aktivitäten noch eine Woche dauern.

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Marthe Frieden ist medizinische Leiterin unserer Notfallhilfe in Simbabwe. Nach dem tropischen Wirbelsturm Idai berichtet sie aus den am stärksten betroffenen Bezirken und beschreibt die Ereignisse der ersten sechs Tage.

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