Demokratische Republik Kongo

690 Cholera-PatientInnen in Bukavu behandelt

Ärzte ohne Grenzen reagierte auf eine Cholera-Epidemie in der Hauptstadt der Region Süd-Kivu in der Demokratischen Republik Kongo: In den vergangenen 6 Wochen wurden 690 PatientInnen behandelt, davon 156 Kinder.

Ein Notfall-Team von Ärzte ohne Grenzen wurde sofort aktiv, als es am 2. Dezember 2013 vom Provinzkrankenhaus von Süd-Kivu in der Hauptstadt Bukavu alarmiert wurde: Am vorhergehenden Tag waren 30 Menschen in das Cholera-Behandlungszentrum überwiesen worden, einer davon war bereits gestorben. Das Team von Ärzte ohne Grenzen suchte unverzüglich das bereits überlastete Zentrum auf.

690 Menschen behandelt, davon 156 Kinder

Im Rahmen der nun abgeschlossenen Maßnahmen von Ärzte ohne Grenzen haben die Teams in den vergangenen sechs Wochen 690 Menschen behandelt, davon 156 Kinder unter 5 Jahren. 90% der Fälle stammten aus einem Bezirk der Stadt namens Camp Mqeze. Die dortige Gemeinde hatte bereits vier weitere Cholera-bedingte Todesfälle gemeldet, die vermutlich durch kontaminiertes Wasser ausgelöst worden waren.

Die Notfall-Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen bestanden aus einer Ausweitung der Kapazitäten im Cholera-Behandlungszentrum, der Verstärkung der Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten für PatientInnen, der Sicherstellung der Verfügbarkeit aller benötigten Materialien um die Krankheit einzudämmen und der intensiven Aufklärungsarbeit in den Gemeinden, um die Übertragung zu verhindern.

Die bakterielle Durchfallerkrankung Cholera führt zu Erbrechen, Durchfall und schwerer Dehydrierung. Wenn die Krankheit nicht rechtzeitig behandelt wird, ist die Sterblichkeitsrate sehr hoch. Die Behandlung ist jedoch sehr effektiv und relativ einfach durchzuführen: Sie besteht aus einer Rehydrierung des Betroffenen und – je nach Schwere des Falles – einer stationären Aufnahme für eine Dauer von sechs Stunden bis zu vier Tagen. Ein zentraler Faktor bei Cholera-Maßnahmen ist die Isolation der PatientInnen um die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.

Schmutziges Wasser und mangelnde Hygiene begünstigen Ausbruch

„In Süd-Kivu ist die Cholera endemisch. Speziell in Bukavu, wo eine Million EinwohnerInnen an den Ufern des Sees Kivu leben, gibt es einige Faktoren, die die Ausbreitung der Krankheit begünstigen: Ein großer Teil der Bevölkerung hat wegen der schlechten Infrastruktur keinen Zugang zu sauberem Wasser; die Regenzeit, in der sich die Krankheit ausbreitet, dauert neun Monate; und es herrschen schlechte hygienische Lebensbedingungen“, erklärt Juan Matías, der Koordinator der Nothilfe-Teams von Ärzte ohne Grenzen in der Demokratischen Republik Kongo. „Deshalb ist es sehr wichtig mit den lokalen Gemeinden zusammen zu arbeiten um einen neuerlichen Ausbruch der Cholera zu vermeiden.“

Die letzte Cholera-Epidemie brach in Bukavu im Jahr 2011 aus – Ärzte ohne Grenzen schritt auch damals mit sofortigen Maßnahmen ein. Der jüngste Einsatz wurde am 27. Jänner 2013 abgeschlossen, nachdem sich die Anzahl der Cholera-Fälle in den vergangenen drei Wochen auf einem endemischen Niveau stabilisiert hat. Während der sechs Wochen des Einsatzes arbeitete das Team von Ärzte ohne Grenzen mit MitarbeiterInnen des kongolesischen Gesundheitsministeriums zusammen.

Ärzte ohne Grenzen hat in Süd-Kivu im Jahr 2013 insgesamt sechs Einsätze durchgeführt: Anlässlich von zwei Cholera-Epidemien in Kamanyola und Uvira, einem Ausbruch von Malaria in Lulingu und zwei Masern-Notfällen, im Rahmen derer 65.000 Kinder geimpft wurden.

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