Ukraine

Ärzte ohne Grenzen liefert dringend benötigtes medizinisches Material an Spitäler in Ostukraine

Nach schweren Zusammenstößen in der Region Donetsk in der Ostukraine hat die internationale medizinische Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) medizinisches  Material – Verbandsmaterial, Spritzen, Antibiotika und Krankenbahren – an drei öffentliche Spitäler in der Region Donetsk und an ein öffentliches Krankenhaus in Lugansk geliefert.

„Einige Krankenhäuser in Donetsk sind nach der Behandlung eines großen Ansturms von Verwundeten mit Materialknappheit konfrontiert“, erklärt Stéphane Prévost, Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen in der Ukraine. „Diese dringend benötigten Lieferungen von medizinischem Material werden den Bestand der Krankenhäuser wieder auffüllen, so dass die Ärzte weiter jenen Menschen Hilfe leisten können, die sie brauchen.“Als Teil der Notfallstrategie von Ärzte ohne Grenzen in der Ukraine hatte die Organisation vorgepackte medizinische Einsatz-Kits in Donetsk und Lugansk stationiert, damit im Falle einer Eskalation der Gewalt schnelle Lieferungen durchgeführt werden können.

Nothilfe-Teams werden verstärkt

“Unser Team beobachtet genau, ob es einen möglichen medizinischen Bedarf in der Ostukraine gibt und ist bereit, weitere Hilfe zu leisten“, so Prévost weiter. „Wir sind in regelmäßigem Kontakt mit medizinischem Personal in den großen Krankenhäusern in der Region für den Fall, dass sie zusätzliche Unterstützung brauchen.“In den nächsten Tagen wird Ärzte ohne Grenzen sein Nothilfe-Team verstärken und den Bedarf in medizinischen Einrichtungen in jenen Regionen erkunden, in denen die Gefechte anhalten.

Ein Experten-Team unter der Führung eines Psychologen wird auch den Bedarf an psychologischer Betreuung der Menschen in Kiev und Odessa erkunden, die in den letzten drei Monaten vertrieben wurden oder von der Gewalt betroffen waren.

Psychologische Hilfe

Seit März betreibt Ärzte ohne Grenzen ein Programm zur psychologischen Betreuung von Opfern der gewalttätigen Ausschreitungen Anfang des Jahres in Kiev und zur Unterstützung von psychologischen ExpertInnen, die psychologische Behandlungen durchführten. Von März bis Mai wurden 450 psychologische ExpertInnen im Bereich psychologische Erste Hilfe, post-traumatische Belastungsstörung, Trauer, Angststörungen und Umgang mit Stress geschult. Ärzte ohne Grenzen ist seit 2011 in Donetsk tätig und betreibt dort ein Programm zur Behandlung von Häftlingen , die an medikamentenresistenter Tuberkulose leiden. Ärzte ohne Grenzen ist eine internationale medizinische Hilfsorganisation, die in über 70 Ländern neutral, unabhängig und unparteiisch Hilfe leistet. Ärzte ohne Grenzen ergreift in Konflikten nie Partei und ist von politischen, militärischen und wirtschaftlichen Interessen unabhängig. Ausschlaggebend für die medizinische Hilfe ist die Bedürftigkeit der Menschen, ohne Diskriminierung und ungeachtet ihrer ethnischen Herkunft, religiösen oder politischen Überzeugung.

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