Cholera in Haiti: Täglich 1.200 neue Patienten

01.12.2010
Bereits 41.000 Menschen behandelt

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Die Teams von Ärzte ohne Grenzen haben seit Ausbruch der schweren Krankheit in mehreren Regionen Haitis bereits 41.000 Menschen gegen Cholera und Cholera-ähnliche Symptome behandelt.

Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen haben 30 Cholera-Behandlungszentren im Land errichtet, davon 13 in der Hauptstadt Port-au-Prince, und kümmern sich jeden Tag um 1.200 neue Patienten. Die Behandlungseinrichtungen verfügen über eine Kapazität von insgesamt 3.200 Betten.

Region Artibonite

In der Region Artibonite, wo der Ausbruch begann, hat Ärzte ohne Grenzen bisher 20.325 Cholerafälle behandelt. Die Zahl der Neuaufnahmen hat sich mittlerweile stabilisiert.

Port-au-Prince

Im Stadtgebiet von Port-au-Prince wurden bisher 12.100 Patienten behandelt, davon alleine 3.500 in der letzten Novemberwoche. In der Woche zuvor wurden 4.500 neue Patienten in die Behandlungszentren aufgenommen.

Nördliche Gebiete

Im Norden Haitis haben die Teams von Ärzte ohne Grenzen bisher 5.800 Personen in der Stadt Cap Haitien und Umgebung behandelt , 1.900 Fälle alleine in der letzten Novemberwoche. Im Nordwesten (Port de Paix und Umgebung) hat Ärzte ohne Grenzen 3.100 Patienten behandelt , davon mehr als 1.000 neue Fälle in der vergangenen Woche und 1.300 in der Woche zuvor.

Andere Hilfsprogramme in Haiti

Abseits des Cholera-Noteinsatzes laufen alle anderen Hilfsprogramme von Ärzte ohne Grenzen in Haiti wie gewohnt weiter. Mehr als 3.000 haitianische und internationale Mitarbeiter leisten derzeit Hilfe für die haitianische Bevölkerung. Sie betreiben sieben Krankenhäuser, in denen kostenlose medizinische Hilfe angeboten wird, und unterstützen zwei staatliche Krankenhäuser in Port-au-Prince mit insgesamt fast 1.000 Betten. Die angebotenen Leistungen reichen von Notfallmedizin, Geburtshilfe, Mutter-Kind-Gesundheit bis zu orthopädischer Hilfe. Außerdem leistet Ärzte ohne Grenzen psychologische Hilfe und behandelt und berät Opfer sexueller Gewalt.

Außerhalb der Hauptstadt Port-au-Prince unterstützt Ärzte ohne Grenzen staatliche Krankenhäuser in den Städten Leogane und Jacmel mit knapp 200 Betten. Im Oktober hat Ärzte ohne Grenzen ein Container-Krankenhaus mit 120 Betten in Leogane eröffnet.

Seit dem schweren Erdbeben am 12. Jänner 2010 hat Ärzte ohne Grenzen mehr als 339.000 Menschen behandelt, 15.700 Operationen und 9.900 Entbindungen durchgeführt. Die Teams leisten Vertriebenen, die in verschiedenen Camps in Port-au-Prince leben, durch mobile und fixe Kliniken medizinische Hilfe und versorgen die Vertriebenen im Slum Cite de Soleil mit Wasser und sanitären Einrichtungen.