Pakistan

Pakistan: Noteinsatz für die Opfer der Fluten in Sindh

Im Süden Pakistans führen verheerende Monsunregen und Fluten dazu, dass zehntausende Menschen der Provinz Sindh vertrieben werden und Hilfe benötigen. In den kommenden Tagen wird ein Team von Ärzte ohne Grenzen in Vertriebenenlagern des Distrikts Badin sowie in Tando Bago, Dadah und Chabralo mobile Kliniken durchführen.

Im Distrik Badin haben die Mitarbeiter in den vergangenen Wochen Erkundungen durchgeführt: „Wir haben teilweise überflutete Straßen gesehen, an den Straßenrändern ziehen sich mit Plastikplanen aufgeschlagene Notbehausungen entlang, wo Vertriebene Schutz suchen. Latrinen gab es nirgends“, erzählt der Nothilfekoordinator Dr. Erwin Lloyd Guillergan. „Unter solch schlechten hygienischen Bedingungen sind die Menschen vor allem anfällig für Atemwegserkrankungen und Krankheiten, die beim Kontakt mit Wasser übertragen werden können.“

Teams werden verstärkt

In den Vertriebenenlagern gibt es Bedarf an medizinischer Hilfe. Akute wässrige Durchfälle, Malariaverdacht, Hauterkrankungen und Atemwegs-Erkrankungen sind weit verbreitet und bei einigen Kindern besteht der Verdacht an Mangelernährung. In den Camps, die Ärzte ohne Grenzen besuchte, gab es oft weder Trinkwasser noch Toiletten oder beides stand nur begrenzt zur Verfügung.

Ärzte ohne Grenzen wird in Tando Bago, Shahid Fazul Rahu und anderen Orten weitere Erkundungen zum Hilfsbedarf vornehmen. In den nächsten Tagen werden weitere Mitarbeiter ankommen, die die Teams verstärken.

Auch die bestehenden Teams im Rest des Landes bereiten sich darauf vor, auf die Fluten zu reagieren.

Seit 1986 leistet Ärzte ohne Grenzen in Pakistan der lokalen Bevölkerung und afghanischen Flüchtlingen Hilfe, die Opfer von bewaffneten Konflikten und Naturkatastrophen wurden oder keinen Zugang zu medizinischer Versorgung haben. Die Teams leisten kostenlose medizinische Versorgung in den Provinzen Belutschistan und Sindh, in der nordwestlichen Grenzprovinz sowie in den Stammesgebieten. Die Programme von Ärzte ohne Grenzen in Pakistan werden ausschließlich durch private Spenden finanziert.

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