Südsudan

Südsudan: Medizinische Not durch neue Kämpfe dramatisch verschärft

Drei Wochen heftiger Kämpfe im Südsudan haben die Not der Bevölkerung dramatisch verschärft. „Mittlerweile besteht ein hohes Risiko für Epidemien“, erklärt Raphael Gorgeu, Landeskoordinator von Ärzte ohne Grenzen . „Falls die Kämpfe weitergehen und uns daran hindern, die Menschen in Not sicher zu erreichen – besonders Schwangere und Kinder – dann wird sich die Lage der Menschen schnell weiter verschlimmern.“

Nothilfeteams von Ärzte ohne Grenzen leisten derzeit in der Hauptstadt Juba , in Awerial nahe der umkämpften Stadt Bor sowie in Malakal im Norden des Landes medizinische Hilfe für mehr als 110.000 Vertriebene. Trotz Medikamenten- und Benzinmangels und der angespannten Sicherheitslage versucht die Organisation gleichzeitig die dringend benötigten regulären Projekte in neun von zehn Bundesstaaten nach Möglichkeit fortzusetzen.

In den vergangenen drei Wochen haben die Notfallteams 426 Verletzte mit Schusswunden behandelt und 126 operiert. Insgesamt wurden mehr als 26.000 PatientInnen behandelt und mehr als 1.000 Menschen in den Kliniken von Ärzte ohne Grenzen aufgenommen. Die LogistikerInnen haben mehr als 40 Tonnen medizinisches Material und andere Hilfsgüter in die Projekte geliefert.

Ärzte ohne Grenzen ist äußerst besorgt über die schwierige Sicherheitslage für Hilfsorganisationen, die sich praktisch im ganzen Land verschlechtert hat. Die Organisation ruft alle Konfliktparteien auf, medizinische Einrichtungen und medizinisches Personal als neutral zu respektieren und der Bevölkerung ungeachtet ihrer ethnischen Zugehörigkeit oder Herkunft den Zugang zu medizinischer Hilfe zu erlauben.

Ärzte ohne Grenzen ist seit 1983 im Südsudan tätig. Derzeit betreiben 228 internationale und 2.917 südsudanesische MitarbeiterInnen 16 Projekte in neun von zehn Bundesstaaten.

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