Südsudan

70.000 Vertriebene in Awerial brauchen dringend mehr Hilfe

Wien/Genf, 31. Dezember 2013 – Zehntausende Frauen und Kinder sind nach Awerial im Bundesstaat Lakes geflohen. Laut der medizinischen Nothilfeorganisation Ärzte ohne Grenzen Médecins Sans Frontières (MSF) braucht es dringend mehr Organisationen, die den Vertriebenen medizinische und humanitäre Hilfe leisten. Jeden Tag kommen Tausende Menschen hinzu, die Lebensbedingungen sind katastrophal.

Mehr als 70.000 Menschen – mehrheitlich Frauen und Kinder – flohen wegen der intensiven Kämpfe zwischen Regierungs- und Rebellentruppen der letzten Woche aus Bor, der Hauptstadt des Bundesstaates Jonglei. Nun kommen sie 50 Kilometer weiter nördlich auf der anderen Seite des Nils um die Stadt Awerial zusammen.

„Die Situation, in der sich die Frauen und Kinder befinden, ist sehr alarmierend“, erklärt Aurélie Dupont, Nothilfekoordinatorin in Awerial. „Sie haben ihr Zuhause verlassen und sind mit fast nichts hier angekommen. Es gibt kein sauberes Wasser, keine Nahrungsmittel und keinen Platz, um Schutz zu finden. Sie sind völlig auf die Unterstützung der lokalen Bevölkerung angewiesen.“

Die Notfallteams von Ärzte ohne Grenzen unterstützen die zwei noch betriebenen staatlichen Spitäler mit medizinischer Versorgung und Medikamenten. Weitere Prioritäten sind, alle Vertriebenen mit sauberem Wasser zu versorgen, um Durchfallerkrankungen zu verhindern, rasch gegen Masern zu impfen sowie Geburtshilfe für Frauen anzubieten. Eine weitere große Sorge ist die Versorgung mit Nahrungsmitteln, die dringend verbessert werden muss.

„Das Potential für Krankheiten ist enorm“, sagt David Naish, Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen im Südsudan. „Trotzdem ist im Bundesstaat Lakes bis dato nur wenig humanitäre Hilfe geleistet worden. Sauberes Wasser, Toiletten und Abfallentsorgung werden dringend benötigt, aber die Organisationen vor Ort sind bereits am Limit. Es braucht weitere Organisationen, die den Vertriebenen zu Hilfe kommen, da mehr und mehr Menschen vor der Gewalt fliehen.“

Ärzte ohne Grenzen setzt Notfallteams ein, um die bestehenden Projekte zu verstärken sowie auf weitere Notlagen reagieren zu können. Die Anzahl der nicht dringend benötigten Mitarbeiter wurde zugunsten von spezialisierten Notfallteams reduziert, aber alle medizinischen Tätigkeiten in den 12 Projekten im Südsudan laufen weiter.

Ärzte ohne Grenzen ist seit 1983 in dem Gebiet tätig, das heute den Südsudan ausmacht. Die Hilfsorganisation betreibt Programme in acht von zehn südsudanesischen Bundesstaaten. Neben  Basisgesundheitsversorgung und fachmedizinischer Versorgung reagieren die Teams regelmässig auf Notsituationen, die durch Flucht und Vertreibung entstehen, auf Ernährungskrisen und den Ausbruch von Krankheiten.

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