Die aktuelle Situation im Nahostkonflikt ändert sich täglich und wir passen unsere Hilfe, soweit es uns möglich ist, an. Laufend erreichen uns Meldungen von unseren Kolleg:innen vor Ort. Mit diesen Erfahrungen legen wir Zeugnis darüber ab, was im Gazastreifen passiert.
Um den Überblick zu behalten sammeln wir hier all unsere Berichte aus den palästinensischen Gebieten zwischen dem 7. Oktober 2023 und Ende 2025. Alle aktuelleren Berichte finden Sie auf unserer Länderseite zu Gaza.
Berichte aus 2025
Alle Berichte aus dem Jahr 2025
11. November 2025: Einen Monat nach Waffenstillstand
Einen Monat nach Beginn dieses fragilen Waffenstillstands ist die Lage in Gaza weiterhin verzweifelt. Fast täglich werden Palästinenser:innen von israelischen Streitkräften in den Gebieten nahe der gelben Linie, hinter der Israel die Kontrolle behält, getötet und verletzt. Palästinenser:innen riskieren oft ihr Leben, wenn sie zu ihren Häusern zurückkehren – da diese Linie immer noch nicht immer klar markiert ist. Erschwerend kommt hinzu, dass sich einige wichtige Krankenhäuser in von israelischen Streitkräften kontrollierten Gebieten befinden, was den sicheren Zugang zur Gesundheitsversorgung einschränkt. Die israelischen Behörden schränken die Einfuhr von Hilfsgütern nach Gaza weiterhin erheblich ein.
Der Bedarf ist enorm, die Menschen leiden, und das wäre völlig vermeidbar.
Die Lebensbedingungen in Gaza sind nach wie vor entsetzlich. Nach wiederholten Zwangsumsiedlungen leben viele Palästinenser:innen immer noch in provisorischen Zelten ohne Zugang zu fließendem Wasser und Strom, neben Müllbergen und überlaufenden Abwasserkanälen. Wir sehen, wie diese schrecklichen Bedingungen die Gesundheit der Menschen beeinträchtigen. Der Winter steht vor der Tür, die Temperaturen sinken und wir rechnen mit starken Regenfällen und Wind.
Die israelischen Behörden müssen unverzüglich eine massive Ausweitung der ungehinderten humanitären Hilfe für den Gazastreifen zulassen.
29. Oktober 2025: Angriffe trotz Waffenstillstands
Am 29. Oktober haben wir im gesamten Gazastreifen schwer verletzte Patient:inn nach Angriffen israelischer Streitkräfte behandelt. Wir haben verletzte im Al-Aqsa, im Nasser und im Al-Shifa Krankenhaus gesehen.
Als ich in die Notaufnahme kam, war die Situation dramatisch. Es besteht kein Zweifel, dass dies ein Angriff auf Zivilist:innen ist - so viele Kinder sind verletzt oder getötet worden. Nennen wir das wirklich einen Waffenstillstand?
Im Nasser-Krankenhaus wurden 22 Tote und 60 Verletzte eingeliefert. Das Al-Aksa-Krankenhaus hat 77 Verletzte behandelt, einige von ihnen wurden in unser Feldkrankenhaus verlegt. Im von uns unterstützten Al-Shifa-Krankenhaus wurden 27 Tote und 56 Verletzte aufgenommen.
Laut Angaben des Gesundheitsministeriums haben israelische Streitkräfte seit Beginn des Waffenstillstands 211 Menschen getötet. Allein in den vergangenen 24 h meldet das Gesundheitsministerium, dass mind. 104 Menschen getötet wurde und 253 weitere verletzt wurden, darunter 78 Kinder.
05. Oktober 2025: Unser Kollege Abed El Hameed Qaradaya wurde in Gaza getötet
Mit tiefer Trauer und Empörung müssen wir den Tod unseres Kollegen Abed El Hameed Qaradaya bestätigen. Trotz der medizinischen Versorgung durch die Teams der Organisation erlag er am Sonntag, dem 5. Oktober, seinen schweren Schrapnellverletzungen. Diese hatte er bei dem Angriff am vergangenen Donnerstag erlitten, bei dem auch sein Kollege Omar Hayek getötet und mehrere weitere Menschen verletzt wurden.
02. Oktober 2025: Wir trauern um unseren Kollegen Omar Hayek
Omar wurde am Morgen des 2. Oktober bei einem Angriff der israelischen Streitkräfte in Gaza getötet, vier weitere Kolleg:innen wurden dabei schwer verletzt.
Der Angriff ereignete sich auf einer Straße, wo das Team der Hilfsorganisation auf den Bus wartete, der sie in unser Feldkrankenhaus in Deir al Balah bringen sollte.
Sie alle trugen Westen von Ärzte ohne Grenzen, die sie eindeutig als medizinische humanitäre Helfer:innen auswiesen.
Diese Angriffe auf humanitäre Helfer:innen müssen beendet, der Genozid in Gaza gestoppt werden!
Wir sind in Gedanken bei Omars Familie, seinen Freund:innen und Kolleg:innen.
Omar war 42 Jahre alt und hat für uns als Ergotherapeut gearbeitet. Er ist der 14. Kollege, der bisher seit Kriegsbeginn getötet wurde.
29. September 2025: Wir müssen unsere medizinischen Aktivitäten in Gaza-Stadt aussetzen
Durch die Ausweitung der israelischen Militäroffensive und die damit zusammenhängende rapide wachsende Unsicherheit sehen wir uns gezwungen, unsere Aktivitäten in Gaza-Stadt einzustellen.
Anhaltende Luftangriffe und vorrückenden Panzer, weniger als einen Kilometer von ihren Gesundheitseinrichtungen entfernt, haben zu einem inakzeptablen Risiko für unsere Mitarbeiter:innen geführt.
Wir hatten keine andere Wahl, als unsere Aktivitäten einzustellen, da unsere medizinischen Einrichtungen von israelischen Streitkräften umringt sind. Das ist das Letzte, was wir wollten, denn der Bedarf in Gaza-Stadt ist enorm. Die am stärksten gefährdeten Menschen, etwa Säuglinge und Menschen mit schweren Verletzungen oder lebensbedrohlichen Krankheiten, können sich nicht bewegen und sind in großer Gefahr.
16. September 2025: Wir trauern um unseren Kollegen Hussein Alnajjar
Hussein wurde bei einem israelischen Luftangriff lebensgefährlich verletzt und starb am 16. September. Er war ein engagierter Krankenpfleger und Vater von drei kleinen Kindern.
Wir verurteilen seine Tötung aufs Schärfste und fordern erneut die sofortige Wiederherstellung des Waffenstillstands und den Schutz der Zivilbevölkerung im Gazastreifen.
Hussein ist der 13. Kollege, der seit Beginn des Krieges im Gazastreifen getötet wurde. Dieses Blutvergießen muss ein Ende haben!
Wir sind in Gedanken bei Husseins Frau, seinen Kindern sowie all seinen Angehörigen und Freund:innen.
25. August 2025: Doppelangriff auf das Nasser-Krankenhaus
Das Nasser-Krankenhaus in Khan Younis wurde bei einem Angriff beschädigt und mehrere Menschen getötet.
Unser Einsatzleiter Jerome Grimaud dazu: "Wir verurteilen die heutigen schrecklichen Angriffe Israels auf den Nasser-Krankenkomplex – das einzige teilweise noch funktionierende öffentliche Krankenhaus im Süden Gazas – aufs Schärfste. Israelische Streitkräfte töteten bei aufeinanderfolgenden Angriffen mindestens 20 Menschen und verletzten 50 weitere, darunter medizinisches Personal, Rettungskräfte und Journalist:innen. Unter ihnen war Mariam Abu Dagga, eine freiberufliche Fotografin, die häufig mit Ärzte ohne Grenzen zusammengearbeitet hat. Wir sind untröstlich über ihren Tod. Mariam hinterlässt einen Sohn, der nun ohne seine Mutter aufwachsen muss. Mindestens vier weitere Journalist:innen wurden heute ebenfalls getötet."
Einige unserer Mitarbeiter:innen mussten sich im Labor verstecken, da Israel das Gebäude während der Rettungsmaßnahmen wiederholt bombardierte. Wir sind empört darüber, dass die israelischen Streitkräfte weiterhin ungestraft medizinisches Personal und Journalist:innen angreifen.
"In den vergangenen 22 Monaten haben wir mit angesehen, wie medizinische Einrichtungen zerstört, Journalist:innen zum Schweigen gebracht und medizinisches Personal von den israelischen Streitkräften unter Trümmern begraben wurden. Während Israel weiterhin das Völkerrecht missachtet, werden die einzigen Zeug:innen ihrer genozidalen Kampagne gezielt angegriffen. Das muss sofort aufhören."
21. August 2025: Israel verantwortlich für Wassermangel
Im Gazastreifen herrscht ein massiver Wassermangel - verursacht von der israelischen Regierung. Über 22 Monate hinweg haben israelische Streitkräfte Infrastruktur für die Wasserversorgung zerstört. Das verfügbare Wasser reicht mittlerweile nicht mehr aus.
07. August 2025: Neuer Bericht über Gewalt an den GHF-Verteilstellen
„Das ist keine Hilfe. Das ist orchestrierte Tötung“ – unser neuer Bericht über die tödlichen Verteilstellen der Gaza Humanitarian Foundation (GHF) zeigt, wie systematisch Gewalt gegen Hungernde eingesetzt wird.
01. August 2025: 83 % der Verletzungen durch Bomben und Granaten
Unsere neue Studie zeigt die fatalen Folgen der Angriffe auf die Bevölkerung im Gazastreifen. Nach über 200.000 Konsultationen in sechs Gesundheitseinrichtungen im Jahr 2024 zeigt sich ein eindeutiges Bild: 83 % der Gewaltverletzungen wurden durch Explosionswaffen - also Bomben und Granaten - verursacht.
Unsere Analyse zeigt außerdem eine sehr hohe Infektionsrate der Wunden. Das liegt an den unhygienischen Bedingungen aufgrund der mehrfachen Zwangsvertreibungen der Bevölkerung. Fast ein Drittel der Patient:innen mit Wundverletzungen sind Kinder unter 15 Jahren.
Die gesamte Studie wurde in "The Lancet" auf Englisch veröffentlicht.
23. Juli 2025: Wir warnen mit über 100 weiteren NGOs
Die Lage im Gazastreifen ist katastrophal. Deshalb haben wir uns einem Appell von mehr als 100 Hilfsorganisationen angeschlossen, in dem ein sofortiges Ende der von der israelischen Regierung verursachten humanitären Katastrophe im Gazastreifen gefordert wird. Darin warnen wir vor einer drohenden Hungersnot.
22. Juli 2025: Teams mussten Klinik wegen Evakuierung verlassen
Wegen Evakuierungsanordnungen der israelischen Streitkräfte mussten 39 unserer palästinensischen Kolleg:innen eine wichtige Gesundheitseinrichtung in Al Mawasi verlassen, um ihre Familien in Sicherheit zu bringen. Sie waren gerade dabei, Patient:innen zu versorgen, die bei Verteilzentren der Gaza Humanitarian Foundation (GHF)verletzt wurden.
Das Gebiet um Deir al-Balah galt bisher als einigermaßen Sicher. Laut den Vereinten Nationen wurden mit dieser Evakuierungsaufforderung 50.000 bis 80.000 Menschen abermals vertrieben.
16. Juli 2025: Petition "Schützt die Menschen in Gaza" gestartet
Wir fordern die österreichische Bundesregierung auf, alle politischen, wirtschaftlichen und diplomatischen Mittel einzusetzen, um wirksamen Druck auf die israelische Regierung auszuüben. Der Genozid in Gaza muss gestoppt werden. Die humanitäre Katastrophe muss beendet werden. Hilfe muss ungehindert möglich sein.
11. Juli 2025: Arbeit in Klinik muss eingestellt werden
Die israelischen Streitkräfte haben ihre Bodenoffensive im Westen von Khan Younis ausgeweitet. Unsere Hilfe vor Ort wird davon massiv beeinträchtigt. In der Al-Attar-Klinik müssen wir unsere Arbeit komplett einstellen und die Klinik evakuieren.
Das Gesundheitssystem hier ist zusammengebrochen. Es gibt kein Krankenhaus mehr, wo man noch hingehen könnte.
9. Juli 2025: Fast die Hälfte der Getöteten sind Kinder
Eine aktuelle Erhebung unter unseren Mitarbeitenden und deren Familien zeigt die erschütternde Sterblichkeitsrate infolge des Kriegs in Gaza. 48 % der durch Explosionen Getöteten waren Kinder – 40 % davon jünger als 10 Jahre.
Unsere Zahlen decken sich mit den offiziellen Zahlen zu Todesfällen in Gaza seit dem 7. Oktober 2023.
In Gaza werden Kinder getötet. Diese Missachtung von Kinderleben zeigt deutlich, dass der Krieg Israels in Gaza gegen alle Palästinenser:innen gerichtet ist.
Die Ergebnisse beziehen sich nur auf Mitarbeiter:innen von Ärzte ohne Grenzen und deren Familien und lassen sich nicht auf die gesamte Bevölkerung Gazas übertragen. Tatsächlich könnten medizinisches Personal und deren Familien – auch jene von Ärzte ohne Grenzen – tendenziell besseren Zugang zu medizinischer Versorgung haben als der Großteil der Bevölkerung.
4. Juli 2025: Wir trauern um unseren Kollegen Abdullah Hammad
Wir trauern um unseren ehemaligen Mitarbeiter Abdullah Hammad, der am 3. Juli von israelischen Streitkräften getötet wurde.
Die israelischen Streitkräfte griffen ohne Vorwarnung gezielt eine Gruppe von Menschen an, die auf Hilfslieferungen warteten - darunter Abdullah. Die Gruppe hatte gehofft, Mehl aus einem Hilfsgüter-Lkw in Khan Younis im Süden Gazas zu erhalten, wo sich am 17. Juni ein ähnlicher Vorfall ereignet hatte. Insgesamt wurden laut Angaben des medizinischen Teams des Nasser-Krankenhauses mindestens 16 Menschen getötet.
Abdullah war Hygienefachkraft und arbeitete bis Ende Juni in der Klinik in Al-Mawasi. Wir sind entsetzt über diese Tragödie und verurteilen diesen Vorfall aufs Schärfste! Unsere Gedanken sind in dieser Zeit bei Abdullahs Familie, darunter seine Schwester Zainab und seine beiden Brüder Karam und Bahaa, die ebenfalls für uns arbeiten.
Neben Abdullah wurden bereits 11 weitere Kolleg:innen seit Oktober 2023 im Gazastreifen getötet. Dieses Blutvergießen muss aufhören!
Am 3. Juli wurde Abdullah Hammad von israelischen Streitkräften getötet. Das Bild zeigt ihn vor seinem Tod. Abdullah arbeitete bis zum 30. Juni 2025 als Hygienefachkraft in der Klinik von Al Mawasi.
3. Juli 2025: Zwei Kolleg:innen bei Luftangriff verletzt
Vor einigen Tagen traf ein Luftangriff das Haus eines Chirurgen und einer Datenanalystin von Ärzte ohne Grenzen in Gaza-Stadt. Das Ehepaar und seine drei Kinder wurden verletzt.
Die Familie wurde ins Al-Shifa-Krankenhaus gebracht. Doch das Krankenhaus war völlig überlastet und hatte zu wenig Kapazitäten für die nötige Behandlung. Der 9-jährige Khalil, der 8-jährige Kareem und die 4-jährige Julia werden zwischen verschiedenen Kliniken hin- und her verlegt, um die benötigte Behandlung zu bekommen. Die Familienmitglieder mussten mehrfach verlegt und schließlich auf drei Krankenhäuser verteilt werden.
Während ihrer Behandlung im Al-Aqsa-Krankenhauskomplex, wurde die Klinik beschossen. Es war bereits das zwölfte Mal, dass dieses Krankenhaus angegriffen wurde.
27. Juni 2025: Wir fordern das Ende des tödlichen Verteilmechanismus der GHF
Durch die monatelange Blockade von Hilfsgütern sind viele Menschen geschwächt. Der weite Weg zu den vier Verteilzentren der Gaza Humanitarian Foundation (GHF) ist für sie kaum zu schaffen. Und diejenigen, die den Weg auf sich nehmen, laufen Gefahr, in ein tödliches Chaos zu geraten.
Kommen die Menschen zu früh zu den Verteilzentren und nähern sich ihnen, wird auf sie geschossen. [...] Kommen sie zu spät, dann dürfen sie nicht mehr dort sein, und es wird auf sie geschossen.
Jeden Tag behandeln unsere Kolleg:innen im Gazastreifen Menschen, die beim Versuch, an einem dieser Orte Lebensmittel zu bekommen, verletzt werden.
Wir fordern ein Ende des tödlichen Verteilmechanismus und die Wiederherstellung eines echten Hilfssystems!
16. Juni 2025: Offener Brief an die Europäische Union
Bei einer Pressekonferenz in Brüssel kritisieren wir die Doppelmoral und die Untätigkeit der Europäischen Union (EU) und ihrer Mitgliedstaaten. Wir fordern, dass unparteiische und bedarfsgerechte Hilfe in großem Umfang in den Gazastreifen gelangt. Die Zivilbevölkerung muss geschützt und ein dauerhafter Waffenstillstand hergestellt werden. Die europäischen Regierungen müssen entschlossen darauf hinwirken.
Der Krieg in Gaza ist einer der ungeheuerlichsten, tödlichsten und rücksichtslosesten Kriege unserer Zeit, der gegen ein Volk geführt wird.
11. Juni 2025: Aktivitäten im Nasser-Krankenhaus teilweise verlegt
Wir müssen unsere Aktivitäten im Nasser-Krankenhaus teilweise verlegen. Wegen schweren Bombardierungen in Khan Younis, Evakuierungsaufrufen und Bewegungseinschränkungen für unser Personal wird ein Teil unserer medizinischen Hilfe in unser Feldkrankenhaus in Deir al-Balah übersiedelt.
Das betrifft die Versorgung von Verbrennungen und die Orthopädie. Andere Einsatzbereiche im Nasser-Krankenhaus bleiben aufrecht: Unsere Arbeit in der Entbindungs- und Kinderstation, unsere technische Expertise, fachärztliche Visiten und finanzielle Unterstützung.
Das Nasser-Krankenhaus ist die letzte verbleibende Hoffnung für die Palästinenser:innen im Süden Gazas. Es ist entscheidend, dass diese medizinische Einrichtung vollständig geschützt, respektiert und funktionsfähig bleibt.
6. Juni 2025: Neue Anordnungen für das Nasser Krankenhaus
Anhaltende Bewegungseinschränkungen und Evakuierungsanordnungen bringen das Nasser-Krankenhaus im südlichen Gazastreifen an die Grenze der Funktionsfähigkeit. Es ist die einzige Lebensader für die Zivilbevölkerung in der Region und muss erhalten bleiben!
Die israelischen Streitkräfte haben in dem Krieg immer wieder die medizinische Versorgung verhindert – einerseits durch Anordnungen, keine neuen Patient:innen mehr aufzunehmen, andererseits, indem sie Menschen den Zugang zu medizinischen Einrichtungen erschweren.
Am 3. Juni wurde unserem Team mitgeteilt, dass sie für jede Fahrt zum Krankenhaus eine Genehmigung bräuchten, die mindestens 24 Stunden im Voraus beantragt werden müsse. Das für die Tagesschicht vorgesehene Personal konnte das Krankenhaus nicht erreichen. Das Nachtpersonal musste weiterarbeiten. Die Ambulanz musste den ganzen Tag geschlossen bleiben. Die Teams in Krankenwägen, die Patient:innen ins Krankenhaus brachten, taten dies unter großem Risiko, da die Gefahr bestand, dass auf sie geschossen wurde, weil sie keine Genehmigung hatten.
Das Nasser-Krankenhaus ist ein großes Allgemeinkrankenhaus, in das unter normalen Umständen viele Patient:innen überwiesen werden. Es hat Spezialabteilungen, die es sonst nirgendwo im Süden des Gazastreifens gibt, darunter Operationssäle, eine Sauerstoffanlage, Beatmungsgeräte und Inkubatoren.
Die israelischen Behörden müssen das Nasser-Krankenhaus schützen und den uneingeschränkten und ungehinderten Zugang für Patient:innen und medizinisches Personal gewährleisten, um weitere Todesfälle zu vermeiden.
2. Juni 2025: Palästinenser:innen bei Lebensmittelausgabe getötet
Dutzende Palästinenser:innen wurden am 01. Juni getötet und Hunderte weitere verletzt, als sie an neu eingerichteten Verteilungszentren der „Gaza Humanitarian Foundation“ in Rafah und nahe des Netzarim-Korridors auf Lebensmittel warteten. Unsere Teams beteiligten sich an der Versorgung der Verletzten, die massenhaft im Nasser-Krankenhaus in Khan Younis eintrafen. Patient:innen berichteten, dass sie aus allen Richtungen beschossen wurden – durch Drohnen, Hubschrauber, Boote, Panzer und israelische Militäreinheiten am Boden.
Wir haben eine Nachricht an die österreichische Regierung in Bezug auf Gaza: Jeder weitere Tag ohne Konsequenzen ist ein stilles Einverständnis! Die Zahl der getöteten und vertriebenen Menschen in Gaza wächst täglich an. Gleichzeitig wird es immer schwieriger, den Betroffenen zu helfen.
In Gaza wird täglich das humanitäre Völkerrecht gebrochen. Wir können das nicht hinnehmen und haben mit der Caritas gemeinsam ein Statement vor dem österreichischen Außenministerium gesetzt. Wir fordern die Außenministerin Beate Meinl-Reisinger dazu auf, alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel zu ergreifen, damit die roten Linien eingehalten und das humanitäre Völkerreicht gewahrt wird.
Die Hilfen, die derzeit in den Gazastreifen gelassen werden, sind völlig unzureichend. Sie sollen allein den Anschein vermitteln, die Blockade sei beendet. Gleichzeitig schränken Bodenoperationen, Luftangriffe und Evakuierungsanordnungen der israelischen Streitkräfte die Versorgung der Bevölkerung weiter ein.
Vor Oktober 2023 erreichten laut UN-Angaben täglich 500 Lastwagen mit Hilfsgütern den Gazastreifen. Die jetzt zugelassenen 100 Lastwagen pro Tag sind angesichts der katastrophalen Lage vollkommend unzureichend.
14. Mai 2025: "Hilfe in Gaza bald nicht mehr möglich"
Gemeinsam mit der Caritas und dem Roten Kreuz rufen wir zu einem dringenden Ende der Blockade von Hilfsgütern auf. Seit Anfang März 2025 werden lebensnotwendige Lieferungen in den Gazastreifen von israelischen Behörden blockiert. Darunter Lebensmittel und wichtige medizinische Hilfsgüter. Personen mit schweren Verletzungen – viele davon Kinder – müssen ohne Schmerzmittel behandelt werden.
Nun geht auch noch der Treibstoff aus, mit dem lebensnotwendige Systeme in den Spitälern betrieben werden – etwa Inkubatoren für Neugeborene auf Intensivstationen.
Den Organisationen vor Ort wird es zunehmend schwer gemacht, humanitäre Hilfe zu leisten. Gemeinsam mit der Caritas und dem Roten Kreuz fordern wir von den israelischen Behören die Einhaltung des humanitären Völkerrechts, ein sofortiges Ende der Blockade, Sicherheit für Helfer:innen und einen dauerhaften Waffenstillstand.
13. Mai 2025: Luftangriff auf das Nasser Krankenhaus
Heute wurde eines der Gebäude des Nasser Medical Complex in Khan Younis durch einen israelischen Luftangriff getroffen. Laut Angaben des Gesundheitsministeriums wurden dabei zwei Menschen getötet & 12 weitere verletzt. Wir führen derzeit chirurgische Notoperationen an zwei der Verletzten durch.
Nach dem ersten Angriff vor sechs Wochen mussten wir unsere Station für Brandverletzungen in ein benachbartes Gebäude verlegen, wo weiterhin schwer verletzte Patient:innen mit Verbrennungen und anderen Trauma-Verletzungen behandelt sowie zwei Operationssäle betrieben werden.
Nach dem heutigen Angriff wurden die ambulanten Behandlungen vorübergehend ausgesetzt, das medizinische Personal von Ärzte ohne Grenzen vor Ort wurde reduziert. Solche Angriffe auf medizinische Einrichtungen bringen unsere Patient:innen und Mitarbeitenden in Gefahr.
Es ist eine schwerwiegende Handlung, wie wir sie in den letzten 19 Monaten immer wieder beobachten mussten – gegen Krankenhäuser, Kliniken und medizinisches Material, und das vielfach ohne Konsequenzen für die Verantwortlichen.
8. Mai 2025: Tote bei Luftangriffen nahe Krankenhaus
Bei Luftangriffen der israelischen Streitkräfte auf Gaza-Stadt kam es gestern auch zu Einschlägen nur wenige Meter entfernt von unserem Krankenhaus. Mindestens 33 Menschen wurden den Angaben des Gesundheitsministeriums zufolge getötet, Dutzende weitere wurden verletzt, darunter zwei unserer Kolleg:innen.
Innerhalb eines Tages mussten unsere Teams drei Vorfälle mit zahlreichen Verletzten bewältigen. Zwei davon ereigneten sich zwischen 19:00 und 23:00 Uhr. 50 Patient:innen wurden in unser provisorisches Krankenhaus nach Deir al-Balah gebracht, wo 27 von ihnen aufgenommen wurden. 96 Patient:innen wurden in die Notaufnahme des von uns unterstützten Al-Aksa-Krankenhauses in Deir al-Balah gebracht. Weitere dreißig Menschen starben laut Angaben des Gesundheitsministeriums nach Luftangriffen in der Gegend.
Israels Streitkräfte weiten ihre Angriffe im gesamten Gazastreifen aus. Palästinenser:innen werden massenhaft getötet und verletzt. Das Maß an Verantwortungslosigkeit ist schockierend.
16. April 2025: Angriffe auf Helfer:innen
Eine Reihe von Angriffen der israelischen Streitkräfte hat gezeigt, dass die Sicherheit der humanitären und medizinischen Helfer:innen missachtet wird. In den letzten drei Wochen hat Ärzte ohne Grenzen mehrere Vorfälle beobachtet, bei denen Helfer:innen getötet wurden. „Der Gazastreifen hat sich in ein Massengrab für Palästinenser:innen und diejenigen, die ihnen Hilfe leisten, verwandelt“, sagt Amande Bazerolle, Nothilfekoordinatorin von Ärzte ohne Grenzen in Gaza.
Auch medizinische Einrichtungen sind nicht vor Angriffen sicher. Teams von Ärzte ohne Grenzen mussten viele Einrichtungen verlassen. Andere sind noch in Betrieb, jedoch sind Mitarbeitende und Patient:innen oft eingeschlossen und können stundenlang das Gelände nicht verlassen. Die mangelnde Versorgung mit Treibstoff im gesamten Gazastreifen wird unweigerlich zur Einstellung der Aktivitäten führen, da Krankenhäuser auf Generatoren angewiesen sind, um schwerkranke Patient:innen am Leben zu erhalten und lebensrettende Operationen durchzuführen.
Ärzte ohne Grenzen fordert die israelischen Behörden auf, die Belagerung des Gazastreifens aufzuheben und das Leben der Palästinenser:innen sowie des humanitären und medizinischen Personals zu schützen.
9. April 2025: Tote bei Angriff nahe des Al Mawasi Krankenhauses
Gestern Abend haben unsere Teams im Al Mawasi Krankenhaus neun Patient:innen aufgenommen, nachdem 300 Meter von der Einrichtung entfernt ein Angriff erfolgt war. Zwei Patient:innen waren bei Ankunft bereits tot, darunter ein zweijähriger Junge.
„Das Team befand sich in einem Schockzustand“, sagt unser Notarzt Dr. Mohammed Shaath. „Ehrlich gesagt kann ich die Szene und die Bauch-, Kopf- und Brustkorbverletzungen nicht beschreiben. Absoluter Horror.“ Nur Dr. Shaath und zwei Krankenpflegerinnen waren zum Zeitpunkt des Vorfalls in der Klinik.
Seit dem 18. März haben die israelischen Streitkräfte ihre Einsätze im Gazastreifen verstärkt, Evakuierungsbefehle erteilt und die Pufferzone innerhalb der Grenzen des Streifens, auch in der Nähe unserer Klinik, ausgeweitet.
Um die Sicherheit und die Kontinuität der Versorgung zu gewährleisten, sahen wir uns gezwungen, das Schichtpersonal in einigen Einrichtungen, darunter in Al-Mawasi, auf ein Drittel zu reduzieren. Das Fehlen angemessener Sicherheitsvorkehrungen und eines Schutzes vor Militärschlägen bringt humanitäre Helfer:innen und unsere Teams in unmittelbare Gefahr. Die Einrichtungen, in denen wir arbeiten, sind allen Konfliktparteien bekannt.
Wir fordern die Achtung und den Schutz von Gesundheitseinrichtungen, Patient:innen und Personal.
4. April 2025: Wir trauern um unseren Kollegen Hussam Al Loulou
Wir sind entsetzt und traurig über die Tötung unseres Kollegen Hussam Al Loulou durch einen Luftangriff am Morgen des 1. April im Südwesten von Deir al-Balah. Auch seine Frau und seine 28-jährige Tochter wurden bei diesem schrecklichen Angriff getötet.
Dies ist die zweite Tötung eines Kollegen innerhalb von nur zwei Wochen.
Hussam wurde so wie hunderte weitere Menschen im gesamten Gazastreifen getötet, seit die israelischen Streitkräfte am 18. März ihre Angriffe wieder aufgenommen haben.
Hussam kam im Dezember 2024 zu Ärzte ohne Grenzen und arbeitete als Wachmann in der von uns unterstützen Notaufnahme in Khan Younis. Er war 58 Jahre alt und bekannt für seine Selbstlosigkeit, Bescheidenheit und aufrichtige Fürsorge für seine Mitmenschen. Er hinterlässt zwei Söhne.
In diesem tragischen Moment sind unsere Gedanken bei seiner Familie und allen unseren Kolleg*innen in Gaza, mit denen wir seinen Tod betrauern. Hussam ist der elfte Kollege, der seit Beginn des Krieges in Gaza getötet wurde. Wir verurteilen seine Ermordung aufs Schärfste und fordern erneut die sofortige Wiederherstellung des Waffenstillstands und den Schutz der Zivilbevölkerung.
21. März 2025: Wir trauern um unseren Kollegen Alaa Abd-Elsalam Ali Okal
Wir sind schockiert und traurig über den Tod unseres Kollegen Alaa Abd-Elsalam Ali Okal, der bei einem israelischen Luftangriff auf sein Wohnhaus in Deir Al Balah im Zentrum des Gazastreifens ums Leben kam. Er war 29 Jahre alt.
Er wurde am frühen Morgen des 18. März zusammen mit Hunderten anderen im Gazastreifen getötet, nachdem die israelischen Angriffe wieder aufgenommen worden waren. Hunderte weitere wurden verletzt.
Im September 2024 kam Alaa Okal als Wäschereimitarbeiter zu Ärzte ohne Grenzen und spielte eine wichtige Rolle bei der Unterstützung von Menschen, die im Krankenhaus in Deir Al Balah medizinisch versorgt werden.
Alaa Okaal ist der zehnte Mitarbeitende von Ärzte ohne Grenzen, der seit Beginn des Krieges in Gaza getötet wurde. Wir verurteilen die Tötung des Kollegen und fordert erneut Respekt und Schutz für die Zivilbevölkerung.
20. März 2025: Tote bei Explosion auf UN-Gelände
Gestern sind bei einer Explosion auf UN-Gelände in einem Sperrgebiet in Deir al-Balah eine Person getötet und fünf weitere schwer verletzt worden. Wir sind tief erschüttert und sprechen unseren Kolleg:innen von UNOPS und den Familien unser tiefstes Beileid aus.
Nach Angaben von UNOPS wurde „ein Sprengkörper auf die Infrastruktur abgeworfen oder abgefeuert", der dann im Gebäude detonierte. Wir behandelten einige der Verletzten in dem von uns unterstützten Al-Aqsa-Krankenhaus.
Humanitäre Helfer:innen müssen stets geschützt werden. Seit Oktober 2023 wurden im Gazastreifen mindestens 377 Mitarbeitende von Hilfsorganisationen getötet, darunter auch 9 unserer Kolleg:innen. Diese Todesfälle sind inakzeptabel und müssen unabhängig untersucht werden.
18. März 2025: Erneute Angriffe mit Hunderten Toten im Gazastreifen
In den frühen Morgenstunden des 18. März griffen die israelischen Streitkräfte mehrere Gebiete im Gazastreifen an, nachdem die Waffenruhe in jüngster Zeit brüchig gewesen war. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden dabei Hunderte von Menschen getötet.
Unsere Teams reagieren auf den Zustrom von Patient:innen im südlichen und zentralen Gazastreifen. Im Nasser-Krankenhaus haben wir 55 Tote und 113 Verletzte aufgenommen.
In Deir al Balah haben wir 10 Verletzte in unserem Feldkrankenhaus aufgenommen und im Al Aqsa-Krankenhaus wurden 20 Tote und 68 Verletzte in die Notaufnahme eingeliefert.
In unserer Klinik Attar in Al-Mawasi im südlichen Gazastreifen hat unser Team 26 Verletzte aufgenommen, drei davon in kritischem Zustand, die ins Nasser-Krankenhaus überwiesen wurden. Die Klinik wurde ebenfalls von Granatsplittern getroffen, unsere Teams blieben unverletzt.
Wir rufen weiterhin zu einem dauerhaften Waffenstillstand im Gazastreifen auf. Israel muss seine kollektive Bestrafung der Bevölkerung beenden. Hilfsgüter und grundlegende Waren müssen ins Land gelassen werden.
7. März 2025: Wir nehmen die Arbeit in der Kinderabteilung des Indonesischen Krankenhauses wieder auf
Nach der erzwungenen Evakuierung im Oktober 2023 kehren unsere Teams in das schwer beschädigte Indonesische Krankenhaus in Nord-Gaza zurück. Wir unterstützen die Kinderabteilung und errichten eine provisorische Krankenstation. In den ersten Tagen wurden bereits 75 Kinder behandelt – vor allem mit Atemwegsinfektionen, Hautkrankheiten und Magen-Darm-Problemen.
Die medizinische Versorgung in Nord-Gaza bleibt extrem eingeschränkt: Viele Gesundheitseinrichtungen wurden zerstört oder schwer beschädigt, darunter das Kamal-Adwan-Krankenhaus, das Indonesische Krankenhaus und das Al-Awda-Krankenhaus. Der Bedarf ist enorm, doch Hilfslieferungen werden weiterhin blockiert.
3. März 2025: Ärzte ohne Grenzen verurteilt Israels Lieferstopp für humanitäre Güter
Wir verurteilen die Ankündigung Israels, den Einlass von Hilfslieferungen nach Gaza auszusetzen. Die Menschen in Gaza sind nach wie vor dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen. Es braucht eine schnelle und massive Aufstockung dieser Güter.
„Erneut schneidet Israel die Bevölkerung von Hilfsgütern ab und setzt den Zugang zu humanitärer Hilfe damit als Druckmittel ein. Das ist inakzeptabel und wird verheerende Folgen haben“, so die Nothilfekoordinatorin Caroline Seguin von Ärzte ohne Grenzen. „Diese Nachricht hat Unsicherheit und Angst ausgelöst und hat bereits die Lebensmittelpreise ansteigen lassen“.
Zwar kommen seit Beginn des Waffenstillstands wieder mehr Lastwagen nach Gaza, jedoch wird die Einfuhr kritischer Lieferungen für die humanitäre Hilfe weiter durch die israelischen Behörden behindert. Bei dem Großteil der eingeführten Hilfsgüter handelt es sich um Lebensmittel und Treibstoff. Die Hilfen reichen bei Weitem nicht aus, um den enormen Bedarf der Menschen im Gazastreifen zu decken.
13. Februar 2025: Kinderpsychologin Katrin Glatz Brubakk berichtet aus Gaza
6. Februar 2025: Bericht dokumentiert gewaltsame Behinderung der Gesundheitsversorgung im Westjordanland
Seit Beginn des Krieges in Gaza im Oktober 2023 haben israelische Streitkräfte und Siedler:innen die Gewalt gegen die palästinensische Bevölkerung im besetzten Westjordanland verstärkt. Ein neuer Bericht von Ärzte ohne Grenzen macht dies deutlich.
Laut UN-Angaben wurden zwischen Oktober 2023 und Jänner 2025 mindestens 870 Palästinenser:innen getötet und mehr als 7.100 verletzt. Der Bericht mit dem Titel “Inflicting harm and denying care” beschreibt, wie der Zugang zur Gesundheitsversorgung im Westjordanland systematisch eingeschränkt wird.
Die Entscheidung Israels, das UNRWA aus Ostjerusalem zu verbannen, wird dessen Aktivitäten im Westjordanland und im Gazastreifen stark beeinträchtigen und verheerende Folgen für die Palästinenser:innen und ihren Zugang zur Gesundheitsversorgung haben.
Eine UN-Organisation mit einem Mandat der Generalversammlung einzuschränken, stellt einen gefährlichen Präzedenzfall dar, der die unparteiische humanitäre Hilfe bedroht.
Keine andere Organisation kann das UNRWA in Gaza und im Westjordanland ersetzen. Dadurch werden Kindern lebensrettende Impfungen vorenthalten, Schwangere haben weniger Zugang zu medizinischer Versorgung und Menschen mit chronischen Krankheiten leiden unter vermeidbaren Komplikationen.
Im Jahr 2024 hat das UNRWA über 6 Millionen medizinische Konsultationen im Gazastreifen und über 776.000 Konsultationen im Westjordanland, einschließlich Ostjerusalem, durchgeführt.
Das UNRWA hat nicht nur einen enormen Einfluss auf die Gesundheitsversorgung, sondern dient auch als Lebensader für die Menschen in den besetzten palästinensischen Gebieten.
24. Jänner 2025: Wir trauern um unseren Kollegen Bilal Okal
Wir sind erschüttert über den Tod von unserem Kollegen Bilal Okal, der zusammen mit zehn seiner Familienmitglieder von den israelischen Streitkräften in Dschabalia im Norden des Gazastreifens getötet wurde.
Bilal und seine Angehörigen, darunter seine Frau, sieben Kinder, seine Schwester und seine Mutter, hatten sich in ihrem Haus verschanzt, nachdem sie während der gewaltsamen Belagerung durch die israelischen Streitkräfte in dem Gebiet gefangen waren. Sie wurden im Dezember 2024 durch einen israelischen Luftangriff getötet.
Wir verloren am 1. Dezember jeglichen Kontakt zu Bilal, und trotz all unserer Versuche, Informationen über seine Situation zu erhalten, bekamen wir erst am 19. Januar 2025 die Bestätigung seines Todes.
Bilal kam 2017 als Hygieneexperte zu Ärzte ohne Grenzen. Er spielte eine wichtige Rolle bei der Unterstützung von Menschen, die medizinische Hilfe benötigten, als die Organisation im April 2024 die Arbeit in der Klinik in Gaza-Stadt wieder aufnahm.
Als wir das letzte Mal von Bilal hörten, hatte er keine Lebensmittel und kein Wasser mehr und saß mit seinen Verwandten in seinem Haus fest. Sie hatten versucht, Dschabalia zu verlassen, aber die Bombardierungen waren so heftig, dass es unsicher war, sich zu bewegen. Am 11. November erfuhr Ärzte ohne Grenzen von Bilals Bruder, dass dieser und seine Familie verhungern würden, sie aber zu viel Angst hätten, um nach Nahrung zu suchen oder das Haus zu verlassen, weil alles, was sich bewege, beschossen würde.
Wir verurteilen die Tötung von Bilal und seiner Familie aufs Schärfste. In diesem tragischen Moment sind unsere Gedanken bei Bilals Familie, seinen Freund:innen und Kolleg:innen, die seinen Tod betrauern.
Bilal ist der neunte Mitarbeitende von Ärzte ohne Grenzen, der seit Beginn des Krieges in Gaza getötet wurde.
17. Jänner 2025: Waffenstillstand in Gaza nur ein erster Schritt
Die Ankündigung eines möglichen Waffenstillstandsabkommens, das noch unterzeichnet und umgesetzt werden muss, ist eine lebensnotwendige Atempause für die Menschen in Gaza. Nach dem unermesslichen Leid und den unzähligen Toten, die dieser Krieg schon gebracht hat, kommt sie allerdings sehr spät.
Der geplante Waffenstillstand muss mehr sein als eine bloße Pause, er muss dauerhaft eingehalten werden. Die Menschen in Gaza brauchen die Möglichkeit, ihr Leben wieder aufzubauen und ihre Würde zurückzugewinnen. Sie brauchen auch Raum für ihre Trauer um die Getöteten und alles, was sie in diesem Krieg verloren haben.
Darüber hinaus muss die humanitäre Hilfe massiv aufgestockt werden, um den enormen Bedarf an medizinischen Hilfsgütern und Dingen des täglichen Bedarfs zu decken. Wir fordern alle Parteien auf, dafür zu sorgen, dass die Hilfe die Menschen im gesamten Gazastreifen jetzt erreicht.
14. Jänner 2025: Schwer verletzte Kinder aus Gaza evakuiert – Tausende warten weiterhin auf medizinische Hilfe
Am 8. Januar wurden drei schwer verletzte Kinder aus dem Gazastreifen in unser Krankenhaus in Jordanien evakuiert. Ihre Verletzungen wurden durch israelische Luftangriffe verursacht. Vor der Evakuierung wurden die Kinder monatelang von den israelischen Behörden hingehalten und abgewiesen.
Es hat drei Monate gedauert, bis drei Kinder, die medizinische Hilfe brauchten, evakuiert werden konnten. Die Genesung verletzter Kinder in Gaza hängt davon ab, dass sie rechtzeitig versorgt werden - Verzögerungen können zu lebenslangen Behinderungen uns sogar zum Tod führen.
In der Zwischenzeit wurde zwei weiteren Patient:innen weiterhin die medizinische Evakuierung aus dem Gazastreifen verweigert – ohne Erklärung. Seit dem 7. Oktober 2023 konnten wir lediglich 13 Kinder aus dem Gazastreifen in unser Krankenhaus in Jordanien bringen, obwohl der Bedarf enorm ist.
Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind mindestens 12.000 Menschen auf eine dringende medizinische Evakuierung aus dem Gazastreifen angewiesen. Patient:innen, die auf spezialisierte medizinische Versorgung angewiesen sind, können aktuell nirgendwo hin.
Wir fordern die israelischen Behörden auf, die medizinische Evakuierung aller pflegebedürftigen Palästinenser:innen, einschließlich ihrer Betreuenden, sicherzustellen und gleichzeitig ihre sichere, freiwillige und würdige Rückkehr nach Gaza zu garantieren.
8. Jänner 2025: In Krankenhäusern geht der Treibstoff aus
In Krankenhäusern geht der Treibstoff für die Energieversorgung aus. Dies bedroht das Leben von Hunderten Patient:innen, darunter auch Neugeborene. Babys in Brutkästen sind auf konstanten Strom für die Beatmungsgeräte angewiesen, die sie am Leben erhalten.
Betroffen sind das Nasser-Krankenhaus, das Al Aqsa-Krankenhaus und das European Gaza Hospital. Ärzte ohne Grenzen bringt Treibstoff in die Krankenhäuser. Das ist leider nur eine Übergangslösung für die nächsten 36 bis 48 Stunden.
Wir rufen alle Parteien auf, die Einfuhr von Treibstoff in den Gazastreifen zu erleichtern und eine sichere Lieferung an medizinische Einrichtungen sicherzustellen!
2. Jänner 2025: Kinder in Lebensgefahr
Mehr als 1,9 Millionen Menschen haben aufgrund der anhaltenden Kriegshandlungen im Gazastreifen ihre Häuser zu verlassen. Viele Familien leben in notdürftigen Zelten, die im Winter kaum Schutz vor der eisigen Kälte bieten.
Der Zugang zu lebenswichtigen Gütern wie Wasser und Lebensmitteln bleibt weiterhin verwehrt. Besonders Kinder sind stark gefährdet: Wir behandeln immer häufiger unterkühlte Babys und Kleinkinder mit Atemwegserkrankungen.
Zwischen Oktober und Dezember 2024 wurden 325 Kinder in die von uns unterstützte Neugeborenen-Intensivstation des Nasser-Krankenhauses in Khan Younis aufgenommen. Die Station ist bereits seit Mitte des Jahres voll ausgelastet.
19. Dezember 2024: Video - "Es fällt mir schwer, nicht zu weinen"
Karin Huster ist Krankenpflegerin und medizinische Leiterin. Seit Beginn des Krieges war sie dreimal in Gaza auf Einsatz – insgesamt fünf Monate. Was sie dort gesehen und erlebt hat, teil sie hier:
19. Dezember 2024: "Todesfalle Gaza" - Neuer Bericht zeigt Ausmaß der Zerstörung
Unsere Kolleg:innen haben im letzten Jahr 41 Angriffe und gewalttätige Zwischenfälle durch israelische Streitkräfte in Gaza erlebt.
Unser aktueller Bericht beleuchtet die verheerenden Auswirkungen der anhaltenden Gewalt im Gazastreifen. Er dokumentiert das extreme Ausmaß der Zerstörung und die daraus resultierenden humanitären Herausforderungen für die Bevölkerung.
Wir fordern dringend Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung und zur Sicherstellung medizinischer Versorgung in der Region.
10. Dezember 2024: Verletzte nach Bombenangriff im südlichen Gazastreifen
Nach einem Bombenangriff am 08. Dezember im südlichen Gazastreifen haben wir in unserem Feldkrankenhaus in Deir Al-Balah eine hohe Anzahl an schwer verletzten Patient:innen aufgenommen, darunter vier Kinder.
Zwei der Kinder befinden sich in einem kritischen Zustand. Ein 11 Monate altes Kind hat ein Schädel-Hirn-Trauma und ein 7-jähriger Junge ist an ein Beatmungsgerät angeschlossen und könnte möglicherweise die Nacht nicht überleben.
Dieses Ereignis ist kein Einzelfall. In Gaza ist niemand sicher. Wir fordern nachdrücklich den sofortigen Schutz der Zivilbevölkerung und einen dauerhaften Waffenstillstand!
27. November 2024: Krankheitsrisiko bei Neugeborenen und Kleinkindern steigt
Die katastrophalen Lebensbedingungen führen zu einem dramatischen Anstieg der Erkrankungen bei Kindern. Allein im Nasser-Krankenhaus in Khan Younis haben wir von Juni bis Oktober mehr als 10.000 Kinder wegen Atemwegsinfektionen behandelt.
Mit den sinkenden Temperaturen erhöht sich das Krankheitsrisiko bei Neugeborenen und Kleinkindern weiter. Der Zugang zur Gesundheitsversorgung ist stark eingeschränkt. Von 36 Krankenhäusern in Gaza sind nur noch 17 teilweise funktionsfähig.
Viele Familien leben unter katastrophalen Bedingungen. Kinder leiden besonders darunter.
22. November 2024: Drohnenangriff trifft beinahe 5 unserer Mitarbeiter:innen
Ein israelischer Drohnenangriff hat am 20. November beinahe fünf unserer palästinensischen und internationalen Mitarbeiter:innen getroffen. Sie haben sich auf dem Heimweg vom Nasser-Krankenhaus in Khan Younis befunden. Wir sind zutiefst schockiert über diesen Vorfall.
Wie immer haben die israelischen Behörden im Voraus Informationen über unsere Bewegungen erhalten, und das Fahrzeug, in dem unsere Mitarbeiter:innen unterwegs gewesen sind, war deutlich mit unserem Logo gekennzeichnet.
Laut Angaben des Gesundheitsministeriums hat dieser Angriff 20 Menschenleben gefordert und zu schweren Verletzungen bei zehn weiteren Personen geführt. Solche Angriffe auf Zivilpersonen und die Gesundheitsversorgung im Gazastreifen müssen dringend ein Ende finden.
14. November 2024: Luftangriff auf Al-Mawasi in Khan Younis
Gestern gegen 11 Uhr traf ein Luftangriff das dicht besiedelte Gebiet Al-Mawasi in Khan Younis. Unsere Teams hatten nur wenige Minuten Zeit, die nahegelegene Gesundheitseinrichtung, etwa 250 Meter vom Einschlagsort entfernt, zu evakuieren.
Wir haben keinen offiziellen Evakuierungsbefehl von den israelischen Streitkräften erhalten, sondern wurden von den Anwohner:innen benachrichtigt. Sowohl das Personal als auch die Patient:innen flohen aus der Klinik.
Vor der Evakuierung waren rund 500 Patient:innen und Begleitpersonen vor Ort. Trotz der herausfordernden Bedingungen und aufgrund des enormen Bedarfs werden wir die Klinik bald wieder öffnen und täglich 600 bis 700 ambulante Behandlungen durchführen.
Der Einsatz schwerer Waffen in als sicher deklarierten Gebieten verstößt gegen das humanitäre Völkerrecht. Wir verurteilen die Angriffe auf das Schärfste und fordern erneut den Schutz medizinischer Einrichtungen, des Gesundheitspersonals und der Zivilbevölkerung.
11. November 2024: Al-Aqsa Krankenhaus zum 8. Mal angegriffen
Am 09.11. hat ein israelischer Luftangriff eine Unterkunft auf dem Gelände des Al-Aqsa Krankenhauses getroffen, in der Vertriebene untergebracht waren. Wir haben acht Verletzte behandelt. Das ist der 8. Angriff auf das Krankenhausgelände seit März 2024.
Da die israelischen Streitkräfte immer wieder Gesundheitseinrichtungen angreifen, gibt es in Gaza immer weniger funktionsfähige Krankenhäuser. Das Al-Aqsa Krankenhaus ist eines der letzten drei teilweise funktionsfähigen Krankenhäuser in Deir Al-Balah - einer Region mit 750.000 Menschen.
Durch die anhaltende Zerstörung des Gesundheitssystems in Gaza wird den Menschen der Zugang zu medizinischer Behandlung verwehrt. Wir appellieren an alle Kriegsparteien, die medizinischen Einrichtungen, das Personal und die Patient:innen jederzeit zu respektieren und zu schützen.
07. November 2024: Dramatische Situation in Nord-Gaza
Nach einem Monat der Belagerung und systematischer Angriffe sind die Vertriebenen im nördlichen Gaza, darunter zehn unserer Mitarbeitenden und ihre Familien, aus dem Lager Dschabalia nach Gaza-Stadt geflohen. Einige unserer Kolleg:innen wurden verletzt, einer wurde am 10. Oktober getötet. Zwei unserer Mitarbeitenden haben es immer noch nicht geschafft, zu flüchten.
Nord-Gaza ist seit Wochen mit anhaltender Gewalt & einer Blockade der israelischen Streitkräfte konfrontiert. Vor der Offensive lebten dort 175.000 Menschen, nun ist das Gebiet nahezu menschenleer. Die Bewohner:innen haben keine andere Wahl, als ihr Leben zu riskieren und zu flüchten.
Die drei verbleibenden Krankenhäuser im nördlichen Gazastreifen wurden von den israelischen Streitkräften angegriffen. Das Personal haben sie festgehalten. Zwischen dem 1. und 21. Oktober hat Israel laut OCHA nur sechs Prozent der koordinierten Hilfslieferungen zwischen dem südlichen und dem nördlichen Gazastreifen ermöglicht, was die Bereitstellung humanitärer Hilfe unmöglich macht.
Wir fordern Israel auf, die Zwangsvertreibungen sofort zu beenden, humanitäre Hilfe in Nord-Gaza zu ermöglichen und das wahllose Töten im gesamten Gazastreifen zu stoppen.
30. Oktober 2024: Festhaltung unseres Kollegen Dr. Mohammed Obeid
Wir haben die Bestätigung erhalten, dass unser Kollege Dr. Mohammed Obeid gemeinsam mit anderen medizinischen Mitarbeitenden des Kamal-Adwan-Krankenhauses seit dem 26.10. von den israelischen Streitkräften festgehalten wird.
Wir sind äußerst besorgt über die Festhaltung unseres Kollegen. Dr. Obeid ist seit Beginn des Krieges unermüdlich im Einsatz und unterstützt als orthopädischer Chirurg mehrere Krankenhäuser in Gaza. Seine Arbeit hat unzählige Leben gerettet.
Er hatte im Kamal-Adwan-Krankenhaus Zuflucht gesucht und seine Hilfe als Chirurg angeboten, als dieses von den israelischen Streitkräften besetzt wurde.
Wir haben die israelischen Behörden offiziell um Informationen über Dr. Obeids derzeitigen Aufenthaltsort und alle Informationen über sein körperliches und geistiges Wohlbefinden gebeten.
Wir fordern die Sicherheit und den Schutz unseres Kollegen und des gesamten medizinischen Personals im Gazastreifen, das unter unvorstellbaren Bedingungen arbeitet und bei seinem Versuch, medizinische Versorgung zu leisten, schrecklicher Gewalt ausgesetzt ist.
29. Oktober 2024: Wir verurteilen das Gesetz zum Verbot der Tätigkeiten des UNRWA
Das neue Gesetz zum Verbot der Tätigkeit des UNRWA wird katastrophale Auswirkungen auf den Gazastreifen und darüber hinaus haben. Wir verurteilen das am 28. Oktober vom israelischen Parlament verabschiedete Gesetz aufs Schärfste!
Die neue Gesetzgebung wird dem UNRWA– dem größten Gesundheitsdienstleister im Gazastreifen – die Arbeit in Gaza und im Westjordanland fast unmöglich machen. Dabei ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung des Gazastreifens auf das UN-Hilfswerk angewiesen.
Damit droht eine riesige Versorgungslücke in einem bereits weitgehend zerstörten Gesundheitssystem in Gaza, was das Leben der Palästinenser:innen direkt und indirekt gefährdet.
28. Oktober 2024: Wir trauern um unseren Kollegen Hasan Suboh
Wir verurteilen die Tötung unseres Kollegen Hasan Suboh während einer israelischen Militäroperation am 24. Oktober in Khan Younis aufs Schärfste. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden bei diesem Angriff mindestens 33 Menschen getötet, darunter 14 Kinder.
Hasan ist der achte Kollege, der seit dem 7. Oktober 2023 im Gazastreifen getötet wurde und der zweite innerhalb von zwei Wochen. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und unseren Kolleg:innen in Gaza.
Seit über 5 Jahren arbeitete Hasan Suboh bei Ärzte ohne Grenzen.
Diese Weste gehörte unserem Kollegen Hasan Suboh. Wir haben sie nach dem Angriff gefunden, bei dem er getötet wurde.
15. Oktober 2024: Al-Aksa-Krankenhaus bei Luftangriff getroffen
Gestern wurde das Gelände des von uns unterstützten Al-Aksa-Krankenhauses in Gaza bei einem israelischen Luftangriff getroffen. Dort hatten Vertriebene Zuflucht gefunden. Dabei wurden 65 Menschen verletzt und fünf getötet. Seit März 2024 ist dies bereits das siebte Mal, dass das Krankenhausgelände getroffen wurde.
Es ist ein Bild der Verwüstung. Zelte fingen Feuer, während die Menschen schliefen. Im Krankenhaus wurden 40 Patient:innen behandelt, darunter Kinder und Frauen, viele mit schweren Verbrennungen.
Zivilist:innen, medizinisches Personal und Gesundheitseinrichtungen müssen jederzeit geschützt werden und von allen Kriegsparteien respektiert werden. Die Menschen im Gazastreifen sind den anhaltenden Bombardierungen schutzlos ausgeliefert. Wir fordern einen sofortigen Waffenstillstand!
9. Oktober 2024: Evakuierungsanordnungen müssen stoppen
Die jüngsten Evakuierungsanordnungen der israelischen Streitkräfte wegen weiterer Kampfhandlungen im Norden müssen gestoppt werden. Für die Zivilbevölkerung gibt es keinen sicheren Ort im Gazastreifen mehr.
Schon jetzt gibt es kaum noch Zugang zu Wasser, medizinischer Versorgung und Sicherheit. Es ist unvorstellbar, wie noch mehr Menschen auf diesen engen Raum im Süden passen sollen.
Die israelischen Streitkräfte haben außerdem die Evakuierung der drei wichtigsten Krankenhäuser im nördlichen Gazastreifen angeordnet – das Indonesische Krankenhaus, das Kamal-Adwan-Krankenhaus und das Al-Awda-Krankenhaus. In diesen Einrichtungen werden noch Patient:innen behandelt, viele von ihnen auf Intensivstationen.
Mehr als eine Million Menschen leben bereits jetzt unter katastrophalen Bedingungen in einem kleinen Gebiet im südlichen Gazastreifen. Auch diese humanitäre Zone im Süden ist nicht sicher, da das Gebiet immer wieder unter Beschuss gerät. Die Zivilbevölkerung muss geschützt werden.
19. September 2024: Zweites provisorisches Krankenhaus in Deir Al Balah eröffnet
Am 18. September haben wir ein zweites provisorisches Krankenhaus in Deir al-Balah in Gaza eröffnet. Provisorische Krankenhäuser werden nur aufgrund der Zerstörung des Gesundheitssystems in Gaza benötigt und sind keine dauerhafte und nachhaltige Lösung.
Krankenhäuser müssen geschützt werden. Es brauch einen sofortigen und anhaltenden Waffenstillstand.
Fotos vom provisorischen Krankenhaus in Deir Al Balah
Blick auf das provisorische Krankenhaus
Unsere Kolleg:innen im neuen provisorischen Krankenhaus in Deir Al Balah
Das provisorische Krankenhaus von innen
2. September 2024: Polio-Impfkampagne gestartet
Im Gazastreifen haben das Gesundheitsministerium und die Vereinten Nationen eine groß angelegte Polio-Impfkampagne gestartet. Unsere Teams werden logistische und organisatorische Unterstützung in fünf Gesundheitseinrichtungen in Dair-al-Balah und in Khan Younis leisten.
Das Wiederauftreten von Polio in Gaza ist eine Folge der anhaltenden Zerstörung der Infrastruktur und des Gesundheitssystems. Die daraus resultierenden unhygienischen Lebensbedingungen sowie der fehlende Zugang zu Impfungen können zur Ausbreitung der Krankheit führen.
Die Kampagne, die auf rund 640.000 Kinder unter 10 Jahren angelegt ist, ist ein positiver Schritt. Doch angesichts des kritischen medizinischen und humanitären Bedarfs ist sie nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Die einzige Lösung ist ein sofortiger und dauerhafter Waffenstillstand, um den Menschen im Gazastreifen einen angemessenen Zugang zu Hilfe und medizinischer Versorgung zu gewährleisten.
27. August 2024: Keine Sicherheit in Gaza - Eindrücke aus dem Krisengebiet von Lisa Macheiner
Ich habe oft an die Kinder gedacht: Viele Kinder sagen, dass sie lieber sterben wollen als das alles mitzuerleben. Sie fragen, warum ihnen das passiert, was sie getan haben und wann der Krieg aufhört.
Die humanitäre Lage in Gaza verschärft sich täglich. In ihrem Blogbeitrag gibt Lisa Macheiner, Projektkoordinatorin bei Ärzte ohne Grenzen, bewegende Einblicke in die täglichen Herausforderungen vor Ort. Sie beschreibt, wie wir inmitten von Gewalt und Zerstörung unermüdlich medizinische Hilfe leisten.
6. August 2024: Blockierter Zugang zu medizinischer Hilfe für Palästinenser:innen in Hebron
Der Zugang zu medizinischer Versorgung hat sich für Palästinenser:innen in Hebron und dem Umland der Stadt rapide verschlechtert.
Ursächlich hierfür sind von den israelischen Streitkräften verhängte Restriktionen und von israelischen Soldat:innen und Siedler:innen ausgeübte Gewalt, berichtet Ärzte ohne Grenzen in dem heute veröffentlichten Report „Occupied lives: the risk of forcible transfer of Palestinians in Hebron“.
13. Juli 2024: "Noch nie so einen Massenansturm an Verletzten gesehen"
Am 13. Juli trafen israelische Angriffe ein Gebiet in Al-Mawasi, Khan Younis, wo Tausende von Vertriebenen Zuflucht gefunden hatten. Unsere Teams im Nasser-Krankenhaus, darunter auch jene in der Entbindungsstation, unterstützten die Versorgung von über hundert Patient:innen.
Ich habe noch nie so einen Massenansturm an Verletzten gesehen wie am 13. Juli. Jeder Platz im Krankenhaus war mit Verletzten oder Toten belegt.
Am 5. Juli warnten wir vor der Gefahr, dass das Nasser-Krankenhaus im Falle eines Massenansturms von Verletzten überfordert sein könnte.
Das zusammengebrochene Gesundheitssystem im Gazastreifen ist nicht in der Lage, den sprunghaft ansteigenden Bedarf zu decken, während die humanitäre Hilfe nach Gaza weiterhin behindert wird.
10. Juli 2024: Letzte Gesundheitseinrichtung im Norden vorläufig geschlossen
Wir mussten unsere letzte Gesundheitseinrichtung im Norden des Gazastreifens vorläufig schließen, nachdem die israelischen Streitkräfte einen Evakuierungsbefehl am 8. Juli für Teile von Gaza-Stadt erlassen hatten. Wir haben unsere Patient:innen bis zur letzten Minute versorgt.
Die meisten Gesundheitseinrichtungen im Norden des Gazastreifens sind nicht mehr funktionsfähig und haben mit kritischen Versorgungsengpässen zu kämpfen.
Wir sind bereit, die Arbeit in der Klinik in Gaza-Stadt wieder aufzunehmen, doch dazu müssen die Gesundheitseinrichtungen, ihre Umgebung und das Personal geschützt werden.
25. Juni 2024: Ermordung unseres Kollegen Fadi Al-Wadya
Wir sind empört und verurteilen die Ermordung unseres Kollegen Fadi Al-Wadiya bei einem Anschlag heute früh in Gaza-Stadt auf das Schärfste. Bei dem Anschlag wurden fünf weitere Menschen getötet, darunter drei Kinder. Er war gerade mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit.
Fadi war ein 33-jähriger Physiotherapeut und Vater von drei Kindern. Er war seit 2018 bei Ärzte ohne Grenzen. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Angehörigen.
Fadi ist der sechste Mitarbeitende von Ärzte ohne Grenzen, der seit dem 7. Oktober 2023 im Gazastreifen getötet wurde.
Dieser Angriff ist ein weiteres brutales Beispiel für die sinnlose Tötung von palästinensischen Zivilist:innen und medizinischem Personal in Gaza. Wir arbeiten noch daran, die Einzelheiten dieses entsetzlichen Vorfalls zu prüfen.
5. Juni 2024: Enormer Zustrom von Patient:innen auf Al-Aqsa Krankenhaus
Mindestens 70 Tote und über 300 Verletzte, die meisten von ihnen Frauen und Kinder, wurden seit Dienstag nach schweren israelischen Angriffen in der Middle Area des Gazastreifens in das Al-Aqsa Krankenhaus gebracht.
„Der Geruch von Blut in der Notaufnahme des Krankenhauses war heute früh unerträglich. Überall liegen Menschen, auf dem Boden, draußen... die Leichen wurden in Plastiksäcken gebracht. Die Situation ist entsetzlich", sagt Karin Huster, unsere medizinische Koordinatorin in Gaza.
Die medizinischen Teams im Al-Aqsa-Krankenhaus - eine der einzigen noch funktionierenden Gesundheitseinrichtungen in der Middle Area - versuchen derzeit, einen enormen Zustrom von Patient:innen zu bewältigen.
Viele der Patient:innen kommen mit schweren Verbrennungen, Schrapnellwunden, Knochenbrüchen und anderen traumatischen Verletzungen an.
„Aufgrund der irrsinnigen Eskalation der Gewalt an verschiedenen Orten des Gazastreifens in den letzten 48 Stunden und der Tatsache, dass der Grenzübergang Rafah seit einem Monat geschlossen ist, ist das Gesundheitssystem nun am Rand des Zusammenbruchs“, so Karin Huster.
1. Juni 2024: Einsatzleiterin Lisa Macheiner berichtet aus dem Gazastreifen
Die Österreicherin Lisa Macheiner ist für Ärzte ohne Grenzen als Einsatzleiterin im Gazastreifen. Hier berichtet sie, mit welchen unvorstellbaren Herausforderungen die vertriebene Bevölkerung konfrontiert ist:
„Wir sehen, wie Hunderttausende von Menschen auf einem winzigen Streifen Land in Al-Mawasi zusammengepfercht sind und ihre Zelte überall dort aufstellen, wo sie Platz finden. Selbst wenn dieser Platz so nah am Meer liegt, dass ihre Zelte von jeder Welle weggespült werden könnten. Wir sehen Menschen, die nach Khan Younis zurückkehren und ihre Zelte auf den zerstörten Gebäuden aufbauen, die nur noch aus Schutt bestehen.
Die Menschen berichten uns, dass sich unter den Trümmern ihrer Häuser noch Dutzende von Leichen und Familienangehörigen befinden, die sie noch nicht bergen oder begraben konnten. Nicht explodierte Sprengkörper stellen nach wie vor eine große Gefahr für die vertriebene Bevölkerung dar - insbesondere für Kinder, die versuchen, etwas zu essen, zu trinken oder zu spielen zu finden.
Wenn wir durch Khan Younis fahren, können wir sehen, wie öffentliche Infrastrukturen wie Schulen, Moscheen, Universitäten und Straßen systematisch und vorsätzlich zerstört werden.
Aufgrund der Blockade der humanitären Lieferungen sind wir immer noch nicht in der Lage, unsere Aktivitäten auszuweiten und auf alle Bedürfnisse zu reagieren. Zusätzlich zu den Bombardierungen sterben jeden Tag Menschen wegen der israelischen Blockade von humanitären Hilfsgütern.“
8. Mai 2024: Offensive auf Rafah
Die israelischen Streitkräfte haben mit ihrer Offensive auf Rafah begonnen und die Kontrolle über die Grenze übernommen, so dass lebensrettende Hilfslieferungen in den Gazastreifen nicht mehr möglich sind.
Die Schließung dieses wichtigen Zugangs zum Gazastreifen gefährdet die humanitäre Hilfe, da die Vorräte an Nahrungsmitteln, Medikamenten, Wasser und Treibstoff auf ein extrem geringes Maß zurückgegangen sind und die Menschen inmitten der erneuten Kämpfe festsitzen.
Anfang dieser Woche mussten Personal und Patient:innen aus dem Al-Najjar-Krankenhaus evakuiert werden. Auch das Europäische Gaza Krankenhaus ist nicht mehr zugänglich. Wir übergeben zudem unsere Aktivitäten im Al-Emirati-Krankenhaus an das Gesundheitsministerium.
Außerdem verlegen wir unser Personal ins Nasser-Krankenhaus, um die Entbindungsstation in einem sichereren Gebiet weiter zu unterstützen. Damit mussten wir innerhalb von nur sieben Monaten nun elf Gesundheitseinrichtungen in Gaza verlassen.
7. Mai 2024: Die großen Herausforderungen bei Hilfslieferungen
Hilfsgüter in den Gazastreifen zu bekommen, ist eine komplizierte Angelegenheit. Eine Hilfslieferung per Lastwagen braucht oft mehrere Wochen bis sie in Gaza ankommt. Viele Anträge bestimmte medizinische Güter in den Gazastreifen zu bringen, werden abgelehnt. Dabei wären viele dieser Güter überlebenswichtig für unsere Patient:innen.
29. April 2024: Die schwere psychische Last für medizinisches Personal in Gaza
Als Mediziner:in wurde dir dieses besondere Verantwortungsgefühl anderen Menschen gegenüber beigebracht. Sie versuchen Leben zu retten und fürchten gleichzeitig um ihre eigenes Leben.
Medizinische Mitarbeiter:innen im Gazastreifen leben in ständiger Angst und sind enormem Stress ausgesetzt. Viele habe Familienmitglieder, Freund:innen und Bekannte verloren. Trotzdem machen sie weiter, weil sie sich für ihre Patient:innen verantwortlich fühlen. Audrey McMahon, Psychiaterin in Palästina, beschreibt die Überlebensmechanismen, Emotionen, Herausforderungen und die Komplexität der Situation, mit der unsere Kolleg:innen in Gaza konfrontiert sind.
29. April 2024: Neuer Bericht beklagt "stilles Sterben"
Das Gesundheitssystem im Gazastreifen ist in großen Teilen zerstört und die Menschen vor Ort sind zunehmend von akuter Mangelernährung bedroht. Dies geht aus dem heute veröffentlichten Bericht „Gaza’s silent killings: The destruction of the healthcare system and the struggle for survival in Rafah“ von Ärzte ohne Grenzen hervor. Die physische und psychische Gesundheit der Menschen verschlechtere sich rapide, warnen unsere Expert:innen.
02. April: Das Al-Shifa Krankenhaus liegt in Trümmern
Nach einem 14-tägigen Einsatz der israelischen Armee in und um das Al-Schifa-Krankenhaus liegt die Einrichtung in Trümmern. Damit ist das größte Krankenhaus in Gaza außer Betrieb und die Menschen im Norden haben noch weniger Zugang zu medizinischer Versorgung.
Wir fordern die sichere Evakuierung der verbleibenden Patient:innen aus dem Al-Schifa-Krankenhaus. Und wir fordern einen sofortigen und dauerhaften Waffenstillstand, um das Leben von Patient:innen und medizinischem Personal sowie Gesundheitseinrichtungen zu schützen.
01. April 2024: Unser Mitgefühl an World Central Kitchen
Unser tiefes Mitgefühl gilt World Central Kitchen und den Familien der sieben humanitären Helfer:innen, die bei einem israelischen Angriff am 1. April getötet wurden. Humanitäre Helfer:innen und Zivilist:innen dürfen kein Ziel sein.
27. März 2024: Einsatzleiter Franz Luef berichtet
Der Österreicher Franz Luef ist als Einsatzleiter aus dem Gazastreifen zurückgekehrt. Er berichtet über das Ausmaß an Lebensmittelknappheit und die daraus resultierenden Folgen:
Unsere Teams sehen im Rahmen ihrer medizinischen Versorgung immer mehr Kinder mit Mangelernährung. In einem unserer Programme haben wir mehr als 70 Kinder, die daran erkrankt sind.
15. März 2024: Projektkoordinatorin Lisa Macheiner berichtet
Unsere Projektkoordinatorin Lisa Macheiner ist gerade aus Rafah im südlichen Gaza zurückgekehrt. Es war ein Einsatz, der sie nicht so schnell loslässt:
Die Menschen haben Angst. Sie sind verzweifelt, haben ihre Häuser verloren, ihr gesamtes Hab und Gut. Ihre Familienmitglieder. Sie sind müde. Sie wollen einen Waffenstillstand. Sie wollen Frieden.
"Man kann sich gar nicht vorstellen, wie Menschen dort leben. Es gibt nicht genug Zelte. Manche versuchen mit Plastiksäcken Behausungen zu bauen. Es gibt keine sanitären Anlagen. Es gibt keine Toiletten. Keine Duschen. Und wir sehen auch, wie infektiöse Krankheiten sich immer mehr verbreiten.
Es fehlt an allem. Das Gesundheitssystem ist kollabiert. Es existiert nicht mehr. Wir versuchen zu helfen, wo es noch irgendwie geht. Wir leisten basismedizinische Versorgung und haben ein Feldkrankenhaus mit 80 Betten aufgemacht, damit wir Menschen stationär aufnehmen und nachversorgen können. Das sind hauptsächlich Menschen mit schweren Kriegsverletzungen, mit schweren Verbrennungen. Wir versuchen so gut wie möglich, mit den Mitteln, die wir haben, zu arbeiten."
Wir fordern vom UN-Sicherheitsrat einen sofortigen Waffenstillstand in Gaza. "Es ist an der Zeit, Leben zu retten und das humanitäre Völkerrecht zu respektieren.", sagt Christopher Lockyear, Generalsekretär von Ärzte ohne Grenzen.
"Dieses Gremium hat es nicht geschafft, sich des Konfliktes effektiv anzunehmen, obwohl sich Sitzung an Sitzung und Resolution an Resolution reiht. Wir beobachten, wie die Mitglieder dieses Rates zaudern, während Zivilist:innen sterben.”, so Lockyear.
Die Folgen des Konflikts in Gaza sind verheerend. Wir brauchen einen dauerhaften Waffenstillstand, um lebensrettende Hilfe zu leisten und medizinische Einrichtungen zu schützen. Jeder Tag ohne Aktion bedeutet mehr unschuldige Opfer.
Die ganze Rede von Christopher Lockyear vor dem UN-Sicherheitsrat in deutscher Übersetzung, gibt es hier.
13. Februar 2024: Der Gazastreifen braucht dringend sauberes Wasser
Mehr als die Hälfte der Wasserinfrastruktur ist im Krieg zerstört oder beschädigt worden. Der Mangel an sauberem Wasser und sanitären Anlagen wirkt sich erheblich auf die Gesundheit der Menschen aus: 70 % der Menschen in Gaza trinken verunreinigtes Wasser.
Wir beobachten eine hohe Rate an Durchfallerkrankungen, insbesondere bei Kindern unter fünf Jahren. Zudem breiten sich Hauterkrankungen aus.
Wir reagieren auf den dringenden Bedarf und verteilen 110.000 Liter sauberes Wasser pro Tag an neun Orten in Rafah. Bei 1,5 Millionen Menschen, die sich derzeit in Rafah aufhalten, ist das aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Der Zugang zu lebenswichtigen Gütern wie Nahrung und Wasser muss wiederhergestellt werden.
29. Jänner 2024: Länder setzen Zahlungen an Palästinenserhilfswerk der UNO aus
Wir sind zutiefst beunruhigt über die Entscheidung einiger Länder, die Finanzierung des Palästinenserhilfswerk der UNO auszusetzen. Im Gazastreifen hat die humanitäre Krise ein katastrophales Ausmaß erreicht und jede weitere Einschränkung der Hilfe wird zu noch mehr Toten und Leid führen.
Humanitäre Organisationen haben bereits jetzt Mühe, auch nur einen Bruchteil des dringenden Bedarfs in Gaza zu decken. Um diesen Bedarf zu decken, ist wesentlich mehr Hilfe erforderlich – nicht weniger.
Die Folgen, die diese Mittelkürzungen haben werden, stehen im Widerspruch zu den vorläufigen Maßnahmen, die der Internationale Gerichtshof am 26. Jänner erlassen hat und die Sofortmaßnahmen zur Sicherstellung ausreichender humanitärer Hilfe für den Gazastreifen beinhalten.
Wir fordern weiterhin einen sofortigen und dauerhaften Waffenstillstand, damit mehr und kontinuierliche humanitäre Hilfsgüter für die fast 2,2 Millionen Menschen nach Gaza gelangen können.
24. Jänner 2024: Kämpfe und Bomben immer näher an Nasser-Krankenhaus
Gestern haben die israelischen Streitkräfte bekanntgegeben, dass mehrere Häuserblocks in Khan Younis, darunter auch das Nasser-Krankenhaus, bis 17.30 Uhr Jerusalemer Zeit evakuiert werden sollen.
Unsere Mitarbeiter:innen können Bomben und schweres Geschützfeuer in der Nähe von Nasser hören. Im Krankenhaus sind Tausende Menschen untergebracht – darunter auch 850 Patient:innen. Sie alle können nicht weg, da die Straßen zum und vom Gebäude entweder unzugänglich oder zu gefährlich sind.
Die andauernden schweren Bombardierungen und Kämpfe rücken immer näher an die Gebiete rund um das Nasser-Krankenhaus, dadurch können verletzte Zivilist:innen nicht sofort behandelt werden.
Das Nasser-Krankenhaus ist eines der beiden verbliebenen Krankenhäuser im südlichen Gazastreifen, die noch in der Lage sind, schwer verletzte Patient:innen zu behandeln.
Wir sind zutiefst besorgt über die Sicherheit der Menschen im Nasser-Krankenhaus. Sie müssen alle geschützt werden und die Möglichkeit haben, das Land zu verlassen, wenn sie das möchten.
9. Jänner 2024: Unterkunft von Ärzte ohne Grenzen angegriffen
Gestern hat eine Granate die Wand einer Unterkunft von Ärzte ohne Grenzen in Khan Younis durchschlagen. Über 100 Mitarbeiter:innen und ihre Familien waren dort untergebracht. Vier Menschen wurden verletzt, darunter die 5-jährige Tochter eines Mitarbeiters.
Unsere Mitarbeiter:innen und ihre Familien sind mittlerweile umgezogen. Wir versuchen zu verstehen, was passiert ist. Wir hatten die israelischen Streitkräfte darüber informiert, dass es sich um eine Unterkunft von Ärzte ohne Grenzen handelt.
Wir haben keine Evakuierungsanweisungen erhalten. Dieser Angriff zeigt einmal mehr, dass niemand in Gaza sicher ist.
Berichte aus 2023
18. Dezember 2023: Letztes Krankenhaus im Norden Gazas von israelischen Streitkräften übernommen
Gestern haben die israelischen Streitkräfte die Kontrolle über das Al-Awda-Krankenhaus übernommen, nachdem sie es zwölf Tage lang belagert hatten. Männer über 16 Jahre wurden aus dem Krankenhaus geholt, entkleidet, gefesselt und verhört, darunter sechs unserer Mitarbeiter.
Nach den Verhören wurden die meisten von ihnen ins Krankenhaus zurückgeschickt und angewiesen, sich nicht zu bewegen.
Im Al-Awda-Krankenhaus befinden sich immer noch Dutzende von Patient:innen, darunter 14 Kinder. Dem Krankenhaus fehlt es jetzt an lebenswichtigen Dingen wie Narkosemittel und Sauerstoff.
In den vergangenen zehn Wochen wurde Al-Awda belagert, bei Angriffen beschädigt und medizinisches Personal bei Explosionen getötet. Es ist das letzte funktionierende Krankenhaus im Norden des Gazastreifens, von dem wir wissen.
11. Dezember 2023: Kinder von fehlender medizinischer Hilfe an stärksten betroffen
Vor zehn Tagen mussten wir unsere Unterstützung für die Kliniken „Martyrs“ und „Beni Shueila“ einstellen, nachdem die Menschen aufgefordert wurden die Gebiete zu evakuieren. Wir erleben den völligen Zusammenbruch der Gesundheitsversorgung in der Region.
Am stärksten betroffen sind Kinder: Fast die Hälfte der Behandlungen, die wir in den Kliniken durchführten, betrafen Kinder unter 5 Jahren.
Viele Menschen werden nun von Khan Younis und anderen Gebieten weiter Richtung Süden vertrieben. Am 9. Dezember hat unser Team begonnen, in Rafah die Al-Shaboura-Klinik zu unterstützen. Allein am ersten Tag haben wir hier über 130 Patient:innen behandelt.
Jede:r zweite Patient:in in der Klinik hat eine Atemwegsinfektion, weil er/sie über längere Zeit Kälte und Regen ausgesetzt war.
„Die Menschen leben unter äußerst schlechten hygienischen Bedingungen. In manchen Unterkünften teilen sich 600 Menschen eine einzige Toilette. Wir sehen bereits viele Fälle von Durchfall. Oftmals sind Kinder am schlimmsten betroffen“, berichtet Nicholas Papachrysostomou weiter.
Nur ein sofortiger und dauerhafter Waffenstillstand und die uneingeschränkte Öffnung für humanitäre Hilfe können weiteres Leid im Gazastreifen verhindern.
7. Dezember 2023: Erstmals mehr Tote als Verletzte
Gestern überstieg die Zahl der Toten, die im von uns unterstützen Al-Aqska-Krankenhaus ankamen, erstmals die Zahl der Verletzten. 115 Tote in 24 Stunden. Das Krankenhaus ist überfüllt, die Leichenhalle ist voll.
22. November 2023: Zwei Ärzte von Ärzte ohne Grenzen in Al-Awda Krankenhaus getötet
Bei einem Angriff auf das Al-Awda-Krankenhaus im nördlichen Gazastreifen sind zwei Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen getötet worden. Ein dritter Arzt, der auch in dem Krankenhaus tätig war, ist ebenfalls ums Leben gekommen.
Wir haben die Konfliktparteien regelmäßig darüber informiert, dass das Al-Awda-Krankenhaus in Betrieb ist und sich dort Mitarbeiter:innen von Ärzte ohne Grenzen aufhalten. Am Montag wurden auch die GPS-Koordinaten an die israelischen Behörden weitergegeben.
Ärzte ohne Grenzen verurteilt den Angriff auf das Schärfste und fordert erneut die Achtung und den Schutz von medizinischen Einrichtungen, Personal und Patient:innen. Angriffe auf medizinische Einrichtungen stellen einen schweren Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht dar.
Wir fordern einen sofortigen Waffenstillstand, um weitere Todesopfer in Gaza zu verhindern.
Unsere Gedanken sind bei den Familien der Getöteten und allen Kolleg:innen, die ihren Tod betrauern.
19. November 2023: Angriff auf Konvoi von Ärzte ohne Grenzen
Bei einem Angriff auf einen Konvoi von Ärzte ohne Grenzen im Gazastreifen ist am Samstag ein Familienmitglied einer unserer Mitarbeiter:innen getötet worden. Eine weitere Person wurde verletzt.
Mit dem Konvoi sollten 137 Menschen – Mitarbeiter:innen von Ärzte ohne Grenzen und deren Angehörige, darunter auch 65 Kinder – evakuiert werden. Sie waren zuvor eine Woche in der Nähe des Al-Shifa-Krankenhauses in Gaza eingeschlossen. Wir verurteilen den Angriff auf das Schärfste.
15. November 2023: Neues Team von Ärzte ohne Grenzen in Gaza eingetroffen
Ein Team aus 15 unserer Mitarbeiter:innen hat gestern den Grenzübergang Rafah nach Gaza überquert. Ihr Ziel ist die Unterstützung der medizinischen und chirurgischen Kapazitäten im Gazastreifen, wo die Gesundheitsinfrastruktur zusammengebrochen ist und das medizinische Personal völlig erschöpft ist.
Das neue Team wird zunächst im südlichen Teil des Gazastreifens stationiert sein. Solange es keine Feuerpause gibt, wird es für unsere Kolleg:innen eine große Herausforderung bleiben, die Menschen zu erreichen, die Hilfe brauchen.
14. November 2023: Ärztin Diyani Dewasurendra über ihren Einsatz in Gaza
"Es passiert hier eine ganz gravierende humanitäre und medizinische Katastrophe und wir können uns es nicht erlauben, unsere Augen davor zu verschließen."
Die österreichische Ärztin Diyani Dewasurendra wurde am 1. November aus Gaza evakuiert. Im Video erzählt sie von ihren Erfahrungen in den 26 Tagen seit dem 7. Oktober und von ihren Kolleg:innen, die immer noch vor Ort sind.
13.November 2023: Gaza: Kein Wasser, kein Strom. Gesundheitssystem vor Zusammenbruch
Einer unserer Chirurgen aus dem Al-Shifa Krankenhaus in Gaza hat uns heute um 08:10 Uhr eine Nachricht geschickt:
"Wir haben keinen Strom. Im Krankenhaus gibt es kein Wasser. Es gibt kein Essen. Ohne funktionierende Beatmungsgeräte werden Menschen in ein paar Stunden sterben. Vor den Toren liegen Tote und Verletzte."
8. November 2023: Hilfsgüter teilweise in Gaza angekommen
Ende Oktober konnten wir 26 Tonnen medizinische Hilfsgüter nach Ägypten schicken, die von dort aus weiter in den Gazastreifen transportiert werden sollen. Aufgrund der Beschränkungen an der Grenze ist nur ein Teil der Hilfslieferung an unserem Standpunkt im Süden Gazas angekommen. Die Lage vor Ort ist chaotisch. Die Straßen sind nicht sicher und jederzeit kann es zu Luftangriffen kommen. Wir setzen dennoch alles daran, die Güter weiter in Kliniken und Spitäler zu transportieren.
2. November 2023: Internationaler Präsident von Ärzte ohne Grenzen fordert Feuerpause
„So viele Menschen benötigen Hilfe. Was das medizinische Personal aktuell tun kann, ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein, im Vergleich zu dem immensen Hilfsbedarf. Unsere lokalen Mitarbeiter:innen in Gaza sind erschöpft und verängstigt. Sie erzählen uns von schwangeren Frauen, die nicht in ein Krankenhaus kommen können, um zu gebären. Die Menschen stecken unter den Trümmern von zerstörten Gebäuden fest. Kindern werden Gliedmaßen amputiert, während sie im Flur auf dem Boden liegen müssen. Die Bombardierungen, die unaufhörlichen Angriffe müssen enden. JETZT!“,
sagt Christos Christou, der internationale Präsident von Ärzte ohne Grenzen, im Video.
„Als Präsident einer medizinischen Hilfsorganisation fordere ich eine sofortige Feuerpause, um humanitäre Hilfe im Gazastreifen zu ermöglichen. Als Arzt und Chirurg flehe ich darum: Gebt den Menschen in Gaza die Feuerpause, die sie brauchen, damit Medikamente geliefert werden können und die Menschen medizinische Versorgung erhalten können! Ich bitte euch als Mensch, stoppt die Bombardierungen und ermöglicht den Menschen in Gaza zu leben!“
29. Oktober 2023: Zusätzliche medizinische Hilfsgüter in Ägypten eingetroffen
Ärzte ohne Grenzen hat 26 Tonnen medizinische Hilfsgüter nach Ägypten geschickt. Das Ziel ist die Unterstützung der medizinischen Versorgung im Gazastreifen. Die medizinischen Hilfsgüter können den Bedarf für 800 chirurgische Eingriffe decken und sind für Gesundheitseinrichtungen im Gazastreifen bestimmt.
Wir haben eine Partnerschaft mit Krankenhäusern im Gaza-Streifen und arbeiten mit Gesundheitsbehörden vor Ort zusammen.
Die Lieferung muss schnell erfolgen, da die Krankenhäuser im Gazastreifen überfüllt sind und kaum noch medizinische Hilfsgüter haben. Die Bevölkerung im Gazastreifen braucht dringend humanitäre Hilfe.
26 Tonnen medizinisches Material sind in Ägypten eingetroffen. 800 Operationen können insgesamt damit durchgeführt werden.
27. Oktober 2023: Bericht der Ärztin Diyani Dewasurendra zur Lage im Süden von Gaza
In Gaza ist Wasser mittlerweile Mangelware. Die Bevölkerung im Gazastreifen leidet - viele sind auf der Flucht. Ein Augenzeuginnenbericht:
"Wir schlafen unter freiem Himmel oder im Auto." Kurz bevor die Mobilfunk- und Internetverbindungen in Gaza abgebrochen sind, beschreibt die österreichische Ärztin Diyani Dewasurendra die Lage im Süden von Gaza. In dem Community Center, in dem sie zuvor Zuflucht gesucht haben, sind mittlerweile 45,000 Menschen untergebracht.
"Alles ist am Platzen. Die Trinkwasserversorgung ist nicht mehr gewährleistet - man kann Menschen dort nur alle 12 Stunden für 2 Stunden mit Trinkwasser versorgen."
19. Oktober 2023: Krankenhäuser im Gazastreifen kaum mehr funktionsfähig
Die Lage im Gazastreifen ist katastrophal. Medizinischen Einrichtungen geht der Treibstoff – und damit auch der Strom – aus. In den Krankenhäusern in Gaza fehlt es an Medikamenten und medizinischem Material.
Im Shifa-Krankenhaus, dem wichtigsten chirurgischen Krankenhaus des Gazastreifens, berichteten die verbliebenen Mitglieder unseres Teams von einem Mangel an Schmerzmitteln.
Selbst in den privaten Apotheken gehen die Vorräte an Medikamenten zur Neige.
Dass die medizinische Grundversorgung nicht mehr funktioniert, ist nicht nur für die vielen Verletzten verheerend. Auch für beispielsweise chronisch Kranke und schwangere Frauen ist das lebensbedrohlich.
Außerdem geht den Menschen in Gaza das Wasser aus. Trinkwasser gibt es vielerorts nur noch sehr eingeschränkt.
13. Oktober 2023: Sorge über Schicksal der Bevölkerung im Gazastreifen
Das Ultimatum der israelischen Armee an die 1,1 Millionen Menschen im Norden des Gazastreifens ist verantwortungslos. Die Umsiedlung einer so großen Zahl von Menschen auf nur wenigen Quadratkilometern wird die bereits bestehende humanitäre Krise nur noch verschlimmern.
Wir sind äußerst besorgt über das Schicksal der vielen Zivilist:innen, die den nördlichen Gazastreifen nicht verlassen können. Wir fordern die Ausweisung von sicheren Zonen, die vom Konflikt nicht betroffen sind, für Bevölkerungsgruppen, die nicht fliehen können, und für Krankenhäuser.
Die Situation unserer rund 300 palästinensischen Mitarbeitenden ist derzeit schwierig nachzuverfolgen. Wir wissen, dass einige von ihnen versuchen, mit ihren Familien in den Süden zu fliehen.
Ärzte ohne Grenzen versucht, ihnen bei der Suche nach einer Unterkunft zu helfen. Andere, insbesondere medizinisches Personal, werden im Norden bleiben, um zu versuchen, Kranke und Verwundete zu behandeln. Zwanzig internationale Mitarbeitende wurden gestern Nacht aus dem Norden des Gazastreifens in den Süden gebracht.
12. Oktober 2023: Angriffe auf Krankenhäuser
Schäden am Al Awda Krankenhaus nach Bombenangriffen
Zwei der von Ärzte ohne Grenzen unterstützten Krankenhäuser, Al Awda und das indonesische Krankenhaus, wurden bei Luftangriffen beschädigt. Auch unsere eigene Klinik erlitt am 9. Oktober einige Schäden durch eine Explosion.
Die Spitäler sind mit Verletzten überfüllt, es mangelt an Medikamenten, Verbrauchsmaterial sowie an Treibstoff für Generatoren.
Derzeit können Patient:innen nicht auf sicherem Weg in Gesundheitseinrichtungen gebracht werden: Krankenwagen können im Moment nicht eingesetzt werden, weil die Gefahr besteht, dass sie bei Luftangriffen getroffen werden. Wir rufen daher alle Parteien, die Unversehrtheit von medizinischen Einrichtungen, Fahrzeugen und Personal zu respektieren.
Seit Samstag leisten unsere Teams chirurgische und stationäre Hilfe im Al-Awda-Spital im Norden der Enklave. Die Bettenkapazität wurde auf das Maximum von 26 Betten aufgestockt.
«Stabile Patient:innen werden an uns überwiesen, und wir kümmern uns um sie», sagte Jean Pierre, Leiter der medizinischen Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen in Gaza. «Bei den Verletzungen handelt es sich um Schusswunden und solche durch Schrapnell, die sowohl die oberen wie auch die unteren Gliedmassen betreffen.»
Die Behörden melden derzeit über 2200 Verletzte und über 300 Tote, darunter 20 Kinder in Gaza. In Israel sind über 600 Tote und über 2000 Verletzte zu beklagen.
Ein Team von Ärzte ohne Grenzen bereit Hilfsgüter-Spenden vor.
Vor dem 7. Oktober 2023
Wir sind seit 1988 in den palästinensischen Gebieten vor Ort und leisten medizinische Hilfe für die Bevölkerung. Sowohl im Gazastreifen, als auch im Westjordanland. Dazu zählen chirurgische Hilfe, orthopädische Angebote, Physiotherapie und psychologische Unterstützung.
Mehr über unsere bisherige und laufende Arbeit in den palästinensischen Gebieten finden Sie auf unserer Gaza Länderseite.
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